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Tatort Wald: Exkursion in den Hübnerwald zum Thema Rehwild

Am 21.03.2026 begrüßte die stellvertretende Kreisvorsitzende Aschaffenburg, Frau Dr. Ruth Radl, eine Exkursionsgruppe im Wald der Hübnerverwaltung in Stockstadt. Thema der Veranstaltung war: Warum die Jagd auf Rehwild wichtig sei.

25.03.2026

Volker Schiller, Förster im Ruhestand, gab zur Einleitung einen Überblick über die spannende Geschichte dieses fast 1000ha großen Genossenschaftswaldes (Hübner Verwaltung Stockstadt). 

Bei dem zweistündigen Waldrundgang erfuhren die TeilnehmerInnen viele Details über den Aufbau und den Zustand des Waldes. Ausgangslage ist der Trockenstress des Waldes der vergangenen Jahre. Zahlreiche Altbäume, vor allem Buchen, sterben flächig ab. Wie wird es weitergehen?

In vielen Waldbeständen wird das Kronendach durch das Absterben alter Bäume lückig. So gelangt Sonnenlicht auf den Boden. Baumsamen, die praktisch überall auf dem Waldboden zu finden sind, treiben aus und nutzen das Sonnenlicht für ihr Wachstum. Je nach Zusammensetzung des Altbestandes erwächst vielerorts eine gemischte Naturverjüngung auf.

Die Teilnehmer erfuhren, wie sie die frühen Stadien einer Naturverjüngung erkennen können. Es wurde demonstriert, wie Konkurrenz mit anderen Pflanzen, z.B. Brombeere, die erwünschte Naturverjüngung ausgebremst oder sogar praktisch unmöglich wird. 

Neben Konkurrenzvegetation und Wetterextremen besteht für Jungpflanzen Gefahr durch Rehwild. Der Unterschied zwischen Hasen- und Rehverbiss wurde gezeigt.

Rehwild verbeißt als „Konzentratselektierer“ Gipfelknospen bestimmter Baumarten bis zur Höhe von ca. 1,2m. Bei Verlust der Gipfelknospe wird das Wachstum behindert (siehe Foto oben). Das kann im Konkurrenzkampf das Aus bedeuten, v.a. wenn es wiederholt passiert.

Rehwild bevorzugt vor allem Knospen von z.B. Ahorn, Eiche, Esche, Weißtanne, also Baumarten, die für einen klimaresistenten Zukunftswald unerlässlich sind. 

Schutzmaßnahmen wie Zäune sind beschränkt auf kleine Flächen beschränkt gegen Rehwildverbiss sinnvoll. Der Wald leidet auf ganzer Fläche, sämtliche Althölzer sind betroffen. Ergo müsste man sämtliche Flächen einzäunen. Das ist unrealistisch. 

Einzelschutz ist sehr teuer. Sowohl Zäune als auch Einzelschutz sind extrem aufwendig zu unterhalten und müssen später wieder entfernt werden.

Jährlich werden allein in Bayern ca. 350.000 Rehe erlegt. Die Wildart Reh ist alles andere als bedroht. Der Wald ist es aber schon!

WALDohneZaun.de - Ökologischer Jagdverband Bayern