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Biosphärenregion Spessart

Ortsgruppe Aschaffenburg

Mehr Tempo in Aschaffenburg bei der Klimaanpassung nötig

In der Stadt Aschaffenburg geht nun die alljährliche „Woche der Klimaanpassung“ zu Ende. Die Klimaanpassungsstrategie der Stadt ist ein Dokument mit über 360 Seiten und stammt von 2021. Es gibt dazu ca. alle 1,5 Jahre einen „Sachstandsbericht“, der letzte war von 2024. Der neueste erscheint in wenigen Wochen. Beim Hitze-Check der Deutschen Umwelthilfe hat die Stadt 2026 sehr schlecht abgeschnitten. Auch der Trend von 2018-2025 steht auf „rot“

Trotz allen Berichtswesens und dieses alarmierenden Ergebnisses wird nach Meinung des BUND Naturschutz (BN) die Klimaanpassungsstrategie zu langsam bis hin zu zögerlich umgesetzt. Dies betrifft vor allem den Bereich Stadtgrün und Entsiegelung, so Dagmar Förster die Vorsitzende der Kreisgruppe. Das Pilotprojekt zur „Schwammstadt“ wurde 2025 gestrichen, das Projekt „Klimaquartier Damm“ wurde eingestellt wegen Ende eines Förderprogramms.

Andere Förderprogramme, wie z.B. KfW 444 (Natürlicher Klimaschutz in Kommunen) wurden praktisch gar nicht genutzt. Es gab 2024/25 nur einen einzigen Antrag.

Das sogenannte 1000 Bäume Programm der Stadt ist eigentlich nur eine Haushaltsstelle, auf die Ausgaben zum Bäume pflanzen gebucht werden. Es gibt auch bisher keinerlei Förderprogramme oder Konzepte der Stadt für Bürger um Baumpflanzungen zu erreichen und auch immer noch keine Baumschutzverordnung.

Was also ist zu tun?

„Stadtgrün, Entsiegelung und Baumpflanzung müssen in der ganzen Stadt höhere Prioritäten bekommen! Dazu braucht es eine „Bewegung“, eine Kampagne, die auch die Bürger, Vereine und alle Ämter mitzureißen vermag“, so Ruth Radl, die stellvertretende Vorsitzende der Kreisgruppe. „ähnlich wie das beim Volksbegehren Rettet die Bienen oder dem erfolgreichen Programm zu den Balkonkraftwerken funktionieren konnte. Es geht jetzt um unsere Lebensgrundlagen, die durch Hitze und die Klimakrise bedroht sind und Nichtstun wird sehr teuer.“ Daher schlägt der BN vor, dass es von Seiten der Stadt auch eine Prämie für Bürger oder Vereine beim „Abpflastern“, bzw. Entsiegeln von Flächen geben sollte. Dieser Vorschlag von Ruth Radl wurde auch in der Bürgerversammlung am 16.9. in der Stadthalle mit großer Mehrheit befürwortet. Übrigens müssen diese Prämien nicht unbedingt aus Geld bestehen, sondern könnten auch Freikarten für Veranstaltungen oder ähnliches sein.

Weiter konkrete Vorschläge des BN für mehr Tempo bei der Klimaanpassung in Aschaffenburg:

  • Ein Entsiegelungspotentialkataster im Bürger GIS (AB-GIS) anlegen, auch mit Hilfe von Bürgerbeteiligung. 
  • Potentielle Baumstandorte im Bürger GIS anlegen und beides bei Tiefbauarbeiten immer berücksichtigen.
  • Schnelle Umsetzung des Ziels die wichtigen Wege der Daseinsvorsorge zu beschatten, vorrangig mit Pflanzen. 
  • Zielgerichtete und schnelle Umsetzung des 1.000 Bäume Programms auf versiegelten Standorten innerhalb der bebauten Stadt.
  • Wo keine Bäume gepflanzt werden können, auch andere Arten des Stadtgrüns nutzen, wie Pergolas, Hochbeete oder Grünstreifen.
  • Die Entwicklung muss für Bürger auch besser sichtbar werden als durch umfangreiche Berichte: Daher sollten mehr der vorhandenen Indikatoren aus der Klimaanpassungsstrategie ins Smart Data Dashboard der Stadt einfließen, zum Beispiel unbedingt der Beschirmungsgrad.

Der BUND Naturschutz wünscht sich, dass die Stadt beim Hitzecheck der Deutschen Umwelthilfe spätestens in zwei Jahren nicht wieder bei „rot“ landet.

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