Gärtnern ohne Torf – Natur und Klima schützen
Endlich Frühling! Duftende Blumenvielfalt, gesundes Gemüse – wer denkt schon, dass Hobbygärtnern üble Folgen für die Natur haben könnte? Tatsächlich aber besteht handelsübliche Blumenerde überwiegend aus Torf – der Stoff, aus dem die Moore sind. Dafür werden weltweit Moore zerstört, beklagt der BUND Naturschutz. Moore sind einzigartige Ökosysteme und bedeutende Klimaschützer, die wir bewahren müssen. Denn es dauert Jahrzehnte, bis sie wieder von einigen typischen Pflanzen- und Tierarten besiedelt werden und Jahrhunderte, bis sich die ursprünglichen Lebensgemeinschaften erneut einfinden. Deshalb ist es eine Katastrophe, wenn diese noch weitgehend intakten Lebensräume abgebaggert und unwiederbringlich zerstört werden. In Deutschland werden jedes Jahr rund drei Millionen Kubikmeter Torf verbraucht. Mehr als die Hälfte davon für Balkon und Hobbygarten und ein großer Teil kommt schon heute aus den baltischen und russischen Hochmooren. Sie zählen zu den größten und kostbarsten Mooren Europas.
Moore speichern viel CO2
Moore spielen im Gesamtökosystem Erde eine wichtige Rolle. Sie speichern enorme Mengen klimaschädigenden Kohlenstoffs. Wird ein Moor abgebaggert, gelangt das CO2 in die Atmosphäre. Das beschleunigt die Erderhitzung und belastet uns Menschen.
Torffreie Erde – den Mooren zuliebe
Mit dem Verzicht auf torfhaltige Erden kann jeder dazu beitragen, dass diese noch weitgehend intakten Lebensräume nicht weiter abgebaggert und zerstört werden! Denn es gibt inzwischen in Gärtnereien und Märkten viele gute Alternativen zu herkömmlichen Erden. Der neue Einkaufsführer des BUND hilft, die passende torffreie Blumenerde zu finden.
Info unter: www.bund.net/torffrei
Frühlingserwachen: Tipps für Nisthilfen im Garten
Die Tage werden länger, die Temperaturen steigen - der Frühling ist da! Manche Vögel singen bereits wieder, stecken ihre Reviere ab, locken Partner an und kundschaften Nistmöglichkeiten aus. Da natürliche Brutstätten in vielen Gärten kaum mehr zu finden sind, freuen sich die Vögel über Nistkästen.
Deshalb ist jetzt die richtige Zeit, Vogel-Nistkästen zu bauen und aufzuhängen! Aufgeräumte Gärten und die geschlossene Bauweise von Neubauten machen es Vögeln immer schwerer, ein Plätzchen für die Aufzucht ihrer Jungen zu finden. Mit geeigneten Nistkästen kann man vielen Vogelarten helfen und sie in den heimischen Garten locken. Wir zeigen Ihnen, wie das geht - Nistkasten selber bauen: www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/tieren-helfen/nistkasten-selber-bauen
Auch die ersten Hummeln sind unterwegs und halten Ausschau nach einem geeigneten Nistplatz. Königinnen suchen nach einer Heimstatt für ihr Hummelvolk. Wenn Sie den dicken Brummern ein Zuhause in Ihrem Garten anbieten wollen, bauen Sie ein sicheres Hummelhaus mit unserer Anleitung:
www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/tieren-helfen/hummelhaus-bauen
Übrigens: Am 20. März startet unsere Hummel-Challenge! Gemeinsam mit Ihnen wollen wir mehr über Hummeln herausfinden. Denn umso besser können wir sie und ihre Lebensräume schützen. Deshalb gibt es die Hummel-Challenges, bei denen Sie uns melden, wann und wo Sie eine bestimmte Hummelart gesehen haben. Die nächste Hummel-Challenge läuft vom 20. März bis 9. April 2025. Mehr Infos unter:
www.bund-naturschutz.de/aktionen/hummel-challenge
Wichtig ist außerdem ein insektenfreundlich angelegter Garten mit vielen Blühpflanzen. So kann der Frühling kommen. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Bau der Nisthilfen und bei der Gartenarbeit!
Mildes Wetter – Amphibien gehen auf Wanderschaft

Ungewöhnlich früh gehen in diesem Jahr die Amphibien auf Wanderschaft. Auf dem Weg zu ihren Laichgewässern werden sie vielerorts Straßen überqueren. Überall in Bayern werden deshalb Amphibienzäune aufgebaut. Die größte Mitmachaktion des
BUND Naturschutz rettet jährlich rund einer halben Million Amphibien das Leben.
Vor allem in der Morgen‐ und Abenddämmerung sowie in den Nachtstunden sind die Amphibien unterwegs und laufen Gefahr, massenhaft überfahren zu werden. In diesen Wochen sind wieder Ehrenamtliche des BUND an Straßenrändern unterwegs, bauen Amphibienzäune auf und bringen die eingesammelten Tiere sicher auf die andere Straßenseite. Bis Mitte April muss man mit wandernden Amphibien rechnen. Diese Rettungsaktion leistet einen wichtigen Beitrag zum Erhalt dieser Arten in Bayern, dank tausender ehrenamtlicher Helfer, die oftmals in aller Früh oder am späten Abend unterwegs sind. Sie notieren auch die gefundenen Tiere, dadurch können die Daten gut mit denen der Vorjahre verglichen werden. In den letzten Jahren kommen von unseren Aktiven alarmierende Signale. An den meisten Übergängen werden selbst Allerweltsarten wie Erdkröte und Grasfrosch weniger. Wir hoffen sehr, dass sich der Trend dieses Jahr nicht weiter fortsetzt.
Amphibien gehören zu den weltweit am stärksten gefährdeten Wirbeltieren. Sie sind bedeutend für viele Ökosystemfunktionen. Kaulquappen sind eine wichtige Nahrungsquelle für viele andere Tiere wie Molche, Libellen‐ und Schwimmkäferlarven. Erwachsene Lurche verspeisen sehr viele Insekten und sind ein wichtiger Bestandteil der Nahrungskette für Vögel, Reptilien und Säugetiere.
Der BUND bittet alle Autofahrer in den kommenden Wochen um besondere Vorsicht und Rücksichtnahme. Jeder sollte sich an die Geschwindigkeits-begrenzungen halten und sein Fahrtempo freiwillig auf Straßen reduzieren, die an Teichen oder Feuchtgebieten vorbeiführen. Nicht nur wegen der Lurche, sondern auch für die Helfer und Helferinnen, die am Straßenrand die Tiere einsammeln.
Mehr Infos hierzu unter: www.bund-naturschutz.de/tiere-in-bayern/amphibien
Freie Bahn für Wildtiere
Zerschneidungen und Zersiedlungen durch Straßen und Überbauungen zerstückeln die Landschaft massiv und führen zu immer weniger größeren zusammenhängenden Wald- und Offenlandflächen. Monotone Agrarwüsten ersetzen einst naturbelassene Wälder und Wiesen. Die Folge: Wildtiere können nicht mehr wandern, sich ausbreiten und neue Lebensräume besiedeln, beklagt der BUND Naturschutz (BN).
Die Zerschneidung der Landschaft gefährdet wilde Tiere
Manche Naturlandschaft gleicht aus Tiersicht heute einem Flickenteppich isolierter Gefängnisse, in dem ihr arttypisches Wanderverhalten nicht mehr möglich ist. Isolation und Verinselung von Populationen wie von Luchs, Wildkatze aber auch Pflanzengesellschaften verhindern genetischen Austausch und führen schließlich zum Aussterben. Neben zwei bedeutenden großen Wildtierarten, dem Rothirsch und Elch mit einen erheblichen Raumbedarf, leiden auch kleinere Tiere wie Lurche, Fischotter und Laufkäfer. All diese Probleme betreffen dabei nicht nur Wirbeltiere – viele kleine Insekten und Pflanzensamen reisen quasi als blinde Passagiere im Fell wandernder Tiere umher und werden so ausgebreitet oder infolge der Lebensraumzerschneidung daran gehindert.
Wanderkorridore und Querungshilfen gegen den Verkehrstod
Überfahrene Wildtiere sind an unseren Straßen ein alltäglicher Anblick. Schätzungen gehen von jährlich 250.000 Wildunfällen aus - auch für die beteiligten Menschen nehmen diese Unfälle oft einen schlimmen Ausgang. Besonders für Tierarten, welche ohnehin stark gefährdet sind, kann die Sterblichkeit durch den Verkehrstod bestandsbedrohend sein. Der BUND fordert deshalb, Wanderkorridore und Querungshilfen für Wildtiere anzulegen. Dazu gehören Grünbrücken, Wildunterführungen, Amphibientunnel und Dachsröhren, Stege und Uferstreifen an Fließgewässern. Wichtig ist vor allem die noch verfügbare Resource Boden und die unzerschnittene freie Landschaft zu schonen.
Infos: www.bund.net/themen/lebensraeume/zerschneidung/ Rettungsnetz für die Wildkatze und Wildkatzenwegeplan des BUND
Wildkatzen und andere Wildtiere haben ohne eine Vernetzung ihrer isolierten Restlebensräume kaum eine Möglichkeit, neue Waldgebiete zu besiedeln und sich genetisch mit anderen Populationen auszutauschen. Genau da setzt das Schutzkonzept, der Wildkatzenwegeplan des BUND, an: Grüne Korridore aus Büschen und Bäumen sollen die Wildkatzenwälder wieder miteinander verbinden. Ein Monitoring mit Lockstöcken hilft uns, die Wildkatze zu erfassen. Unser großes und langfristiges Ziel ist ein Netzwerk aus Wäldern über ganz Deutschland. Bereits 33 Korridore haben wir in den letzten 20 Jahren angelegt, und weitere können dank Ihrer Unterstützung folgen!
Wildtieren im Winter helfen
Viele Wildtiere verkriechen sich jetzt und verschlafen die kalte Jahreszeit. Winterschlaf und Winterruhe sind eine perfekte Überlebensstrategie, wenn in der Natur die Nahrung knapp wird. Langschläfer profitieren allerdings von der Hilfe und Rücksicht der Menschen. Am besten helfen Sie indem Sie die Lebensbedingungen der Tiere verbessern. Laubhaufen dienen Grasfröschen, Erdkröten, Eidechsen, Igeln und anderen Tieren als Unterschlupf und schützen wie eine dicke Decke vor Eis und Schnee. Sie erleichtern auch anderen Tieren, die den Winter nicht verschlafen, das Überleben. Zuviel Ordnung im Garten kann deshalb im Winter ein Todesurteil für Tiere sein. Stauden, Sträucher und Blumenreste liefern bestes Futter für hungrige Vögel. Körnerfresser wie Finken, Ammern und Zeisige bedienen sich an den Samenständen von Blumen oder heimischen Sträuchern wie Schneeball und Heckenrosen. Zudem können dort Insekten und ihre Larven überwintern, die wiederum als Nahrung für andere Tiere dienen. All das hilft den Tieren im Winter mehr als jede Fütterung und macht ihren Garten buchstäblich lebenswert. Außerdem gilt es in Zeiten des Insektensterbens auf den Einsatz von Pestiziden zu verzichten.
Wichtig ist Ruhe bewahren
Viele Tiere der freien Landschaft müssen den Winter mit knappen Energiereserven überstehen. Wiederholtes Aufschrecken und unnötige Fluchtreaktionen können zum Beispiel für Feldhasen u. Rebhühner tödlich sein. Darum sollten Sie beim Wandern, Radeln oder Skifahren ausreichenden Abstand zu Waldrändern, Ufern, Hecken u. Böschungen halten - und sich ruhig verhalten, was den Naturgenuss noch steigert.
Wie füttert man Vögel richtig?
Über 90 % der heimischen Brutvogelarten, vor allem die seltenen und bedrohten Arten, kommen gar nicht ans Futterhäuschen, während häufige Arten wie Meisen und Amseln am Futterhäuschen wie im Paradies leben. So verschafft die Winterfütterung häufigen und angepassten Arten einen weiteren Konkurrenzvorteil. Der starke Rückgang vieler Vogelarten ist nicht auf den winterlichen Nahrungsengpass zurückzuführen. Entscheidend ist, ob die Vögel einen geeigneten Lebensraum für sich finden. Der Rückgang vieler Vögel geht auf den Verlust oder die Verschlech-terung ihrer Lebensräume zurück. Ernsthaft bedrohte Vogelarten kann eine Winter-fütterung nicht retten. Echter Vogelschutz ist der Erhalt strukturreicher Landschaften und der Schutz natürlicher Lebensräume.
Wer trotzdem Vögel füttern will, sollte einige Aspekte beachten.
- Füttern Sie Vögel mit Bedacht. Nur bei dauerhaft geschlossener, hoher Schneedecke und gleichzeitigem Frost unter minus 5°C füttern.
- Auf Sauberkeit am Futterplatz achten, da sich sonst Krankheiten verbreiten. Die Futterstelle am besten täglich reinigen.
- Füttern Sie nie Speisereste, da sie Gewürze und Salz enthalten, die zum Tod der Vögel führen können.
- Als Vogelfutter geeignet sind Sonnenblumenkerne, Hanf, Hirse, Getreide-körner, Fett-Kleie-Gemische, Haferflocken, Obst, Rosinen, Futterringe und Futterknödel, Kokosnusshälften mit Rinderfett oder Rindertalgstücke.
- Keine Meisenknödel in Kunststoffnetzen verwenden. Vögel können sich in den Maschen verfangen und elendiglich zu Tode kommen.
Info: https://www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/tieren-helfen/voegel-fuettern-im-winter