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Biosphärenregion Spessart

Ortsgruppe Aschaffenburg

Gute Argumente sprechen für eine Biosphärenregion Spessart

Seit 2021 ist die Diskussion um die Schaffung einer Biosphärenregion im Spessart im Gange. Die Kreistage und die Stadt Aschaffenburg haben in großer Mehrheit, und somit wohl auch mit Ihrer Zustimmung eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Diese liegt inzwischen vor und hat gezeigt, dass der Spessart bereits die meisten Kriterien erfüllt, um dieses UNESCO-Prädikat zu beantragen. Wir Naturschutzverbände sehen eine einmalige Chance, den Spessart durch dieses Projekt deutlich aufzuwerten, ökologisch, ökonomisch und sozial. Wir sehen die Chance, über die Landkreis- und Gemeindegrenzen hinaus eine gemeinsame Spessartidentität zu stärken, Wege zueinander zu finden, das Große im Kleinen zu denken.

Wir sind überzeugt, dass der Spessart in der Reihe der Biosphärenregionen einen wichtigen Baustein für das Naturerbe leisten kann. Und genau darum geht es nun auch bei den anstehenden Entscheidungen: Wird das Projekt sang- und klanglos beerdigt oder werden künftige Generationen sich in Jahrzehnten genau an diese Entscheidung im Jahr 2024ff erinnern, wenn die Biosphärenregion Spessart sich aus den rein ökonomischen und partiellen Interessen gelöst hat und zu einem regionalen Nachhaltigkeitsprojekt besonderer Güte geworden ist? Tragen auch Sie dazu bei, unsere Heimat in schwierigen Zeiten vielfältiger Krisen zu stärken und begeistern Sie sich für eine Biosphärenregion Spessart.

Welchen Nutzen unsere Region haben könnte:

01 VORREITERROLLE FÜR ZUKÜNFTIGE HERAUSFORDERUNGEN:

Grundsätzliches Ziel von Biosphärenreservaten ist es, das Leben und Wirtschaften der Menschen in und mit der Natur zu optimieren zum Schutze der Lebensgrundlagen künftiger Generationen. Jede Gemeinde und Stadt steht vor Herausforderungen für die Zukunft: gesellschaftliche Veränderungen, Klimawandel, Energiebereitstellung, Wirtschaftlichkeit oder Nachhaltigkeit. Im Zuge einer Biosphärenregion kann der Spessart dauerhafte tragefähige Lösungen für die Region finden.

Über allgemeine staatliche Basisfinanzierung hinaus, sind zusätzliche Förderungen und Personal leichter realisierbar. Beispiel aus dem thüringischen Teil des Biosphärenreservats Rhön: In den Jahren 2021-2023 wurden bereits 65 Projektanträge für die nachhaltige Entwicklung von Gemeinden und Vereinen bewilligt. Insgesamt fließen damit ca. 2,1 Millionen Euro in diese Region (https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/mensch/kommunale-entwicklung/investive-projekte-zur-nachhaltigen-entwicklung-thueringen).

02 STÄRKUNG DES SOZIAL-KULTURELLEN SELBSTVERSTÄNDNISSES:

Die Auszeichnung Biosphärenregion Spessart macht die kulturelle Identität und die lokale Geschichte unserer Region sichtbar, indem es die Traditionen, Bräuche, Lieder und Lebensweisen bewahrt, fördert und weitergibt. Die Idee ist, dass sich der Mensch im Einklang mit der Natur entfaltet und eine Region kulturell erblüht.

03 NACHHALTIGE NUTZUNG DER NATÜRLICHEN RESSOURCEN WASSER, LUFT UND BODEN :

Sauberes Wasser und reine Luft sind unabdingbare Voraussetzungen für die menschliche Zivilisation. Der schonende Umgang mit diesen wertvollen Ressourcen kann durch Förderprogramme und Forschungsarbeiten in einer BSR verbessert werden. Gesunde, stabile Böden sind die Basis unserer kompletten Nahrungsmittelproduktion. Eine Biosphärenregion ermöglicht eine besonders schonende und nachhaltige Land- und Forstwirtschaft. Damit kann die Bodenerosion verhindert und die Bodenqualität verbessert werden. 

04 VERBESSERTE VERMARKTUNG DER REGIONALPRODUKTE:

Eine Auszeichnung „Biosphärenregion Spessart“ ermöglicht finanzielle Förderung lokaler Unternehmen und macht unsere Produkte des Spessarts regional und überregional bekannter und erfolgreicher.

05 FÖRDERUNG VON FORSCHUNG UND BILDUNG:

Finanzielle geförderte Forschungsprojekte unterstützen den Wissenszuwachs über die natürlichen Gegebenheiten im Spessart. Besucherzentren und Bildungsprogramme schärfen das Bewusstsein für größere Zusammenhänge und helfen Lösungen zu finden. So gelingt es unsere Kultur und Natur für zukünftige Generationen zu bewahren.

06 RESSOURCENSCHONENDES WIRTSCHAFTEN UND ANPASSUNG AN DEN KLIMAWANDEL:

Neben der Reduzierung des Rohstoffverbrauchs brauchen wir Innovationen für eine CO2-reduzierte Art des Wirtschaftens (Industrie, Land- und Forstwirtschaft), um diese Trendumkehr zu schaffen. Eine Biosphärenregion ermöglicht Förderprogramme, mit denen diese Optimierungsmethoden ausgearbeitet und umgesetzt werden können.

Beispiel: Die Verwaltung des Biosphärenreservats Rhön, die Goethe-Universität Frankfurt und das Hessische Landesamte für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) führen in Kooperation ein Forschungsprojekt zur Risikobewertung und Anpassungsmaßnahmen zum Thema Wasser durch (https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/natur/projekte-im-bereich-natur/anpassung-an-den-klimawandel-klimarhoen).

07 VERBESSERUNG DER LEBENSQUALITÄT: 

Genuss und Natur: Wandergaststätten für Einheimische und Touristen haben genug Gäste und müssen nicht mehr schließen. Geschlossene Gaststätten bekommen eine Chance auf Wiedereröffnung. In den ausgewiesenen Kernzonen entstehen im Laufe der Zeit wieder ursprüngliche Waldlandschaften, die den Menschen die Chance geben, Zugang zu wirklich unberührter Natur zu finden. In den Pflege- und Entwicklungszonen können alte Kulturlandschaften wie Streuobstwiesen auf Dauer erhalten bleiben. Für viele Menschen haben gerade diese Landschaften einen besonderen Reiz.

08 ERHALT DER ARTENVIELFALFT UND SCHUTZ VON ÖKOSYSTEMEN:

Trotz bereits existierender Naturschutzflächen sind viele seltene, heimische Tier- und Pflanzenarten heute auch im Spessart gefährdet. Forschungsbasierte regionale Lösungen dienen dem Schutz der Lebensräume und der genetischen Vielfalt; sie unterstützen und aktivieren eine motivierte Bevölkerung sich für den Erhalt der Artenvielfalt zu engagieren. In den Kernzonen werden sich natürliche Lebensräume wieder entwickeln und gefährdeten Arten eine neue Heimstätte geben. Andere seltene Arten benötigen Lebensräume, die durch die menschliche Nutzung entstanden sind. Diese können in den Pflege- und Entwicklungszonen, die den Großteil einer BSR ausmachen, vielfältig gefördert werden.

09 VERNETZUNG MIT DER RHEIN-MAIN-METROPOLE UND SANFTER ÖKOTOURISMUS:

Der Spessart hat durch seine Nachbarschaft zur Rhein-Main-Metropolregion einen (bisher noch wenig genutzten) Standortvorteil. Eine Biosphärenregion schafft neue Möglichkeiten zur Einrichtung optimierter und neuer Nahverkehrssysteme anstelle einer immer größeren Autoflut. Sanfter Ökotourismus macht den Spessart als Naherholungsgebiet attraktiver und trägt zur Wertschöpfung bei. Auch mancher Pendler aus dem Spessart nach Frankfurt hat dann ggf. die Chance seine stressige Autoanfahrt gegen ein entspanntes Fahren im Zug / S-Bahn zu tauschen.

10 ZUZUG VON FACHKRÄFTEN:

Überalterung und Abwanderung in den ländlicheren Regionen des Spessarts sind leider heute deutlich sichtbar. In einer Biosphärenregion wird erfahrungsgemäß Tourismus, Gastronomie und Hotellerie weiter aufleben. Die damit verbundene Lebensqualität und die Vernetzung mit dem Rhein-Main-Gebiet macht die Region für Fachkräfte attraktiver.