„Leben im Treibhaus“ - Vortrag von Steffen Scharrer zum Klimawandel
Seinen sehr anschaulichen Vortrag „Leben im Treibhaus“ begann der Biologe mit einem Überblick über die erdgeschichtlichen Zusammenhänge von CO2-Gehalt in der Luft, Temperatur und Klimaverhältnissen weltweit. Er zeigte damit zum Einen den natürlichen Erderwärmungseffekt der sogenannten Treibhausgase, welche die Grundlage des heutigen Lebens auf der Erde darstellen. Ohne sie wäre es schlicht und einfach zu kalt für das Leben auf unserem Erdball, was wir kennen.
Auf der anderen Seite zeigte er an Hand von vielen graphischen Darstellungen - Ergebnisse langer Forschungen, dass der heutige weltweite Temperaturanstieg deutlich den natürlichen Treibhauseffekt einschließlich seiner Schwankungen übersteigt. Aktuell, so der Referent, erwärmt sich die Erde 10mal so schnell im Vergleich zu jeglichem Temperaturanstieg in den vergangenen Warmzeiten auf der Erde.
Für die Natur hat dies laut S.Scharrer, vielerlei Effekte: das Vorkommen von bestimmten Arten ändert sich, es beginnen Wanderungen weltweit. Neue Tierarten auch jene, welche Krankheiten aus den trop. Gebieten übertragen können, wandern z.B. in unseren Breiten ein. Durch höhere Meereswassertemperaturen hat das Korallensterben begonnen, Waldbrände treten verstärkt auf, extreme Wetterereignisse treten häufiger auf. Süßwasser wird in verschiedenen Gebieten knapp, Grundwasserstände auch in unserer Region am Untermain sinken ab.
Weltweit vergrößern sich die Gebiete, wo kein menschliches Leben mehr möglich ist - in Afrika ist es schon deutlich, anderen Kontinenten wie z.B. Südamerika steht es laut Prognosen von Wissenschaftlern noch bevor.
Schwierig sei die genaue Prognose für die Zukunft, so S. Scharrer, da es mehrere sogenannte „Kipppunkte“ weltweit gibt. Beispielhaft ging er kurz auf die Permafrostböden ein, welche beim Auftauen große Mengen an bislang gespeichertem treibhausrelevantem Methan an die Atmosphäre abgeben können und damit den ganzen Treibhauseffekt noch beschleunigen können.
Zum Schluss ging der Biologe noch auf die Bedeutung des Naturschutzes beim Klimaschutz ein. Er verwies auf das Potential der CO2-Bindung von renaturierten Mooren, aber auch die Bedeutung von Feuchtwiesen, welche eine CO2-Ausgasung von Böden verhindern können. Alte Bäume seien auch sehr wichtig, denn Bäume nehmen im letzten Lebensteil einen höheren CO2-Anteil auf. Auch durch einen höheren Humusanteil in landwirtschaftlich genutzten Böden könne mehr CO2 gespeichert werden.
Unsere Kreisgruppe dankt dem Referenten für seinen überaus interessanten Vortrag.






