Zur Startseite

Biosphärenregion Spessart

Ortsgruppe Aschaffenburg

  • Home  › 
  • Aktuelle Meldungen

FFH-Richtline bewahren: Unsere Umwelt muss geschützt werden – im Kahlgrund und auf EU-Ebene

Lebensgrundlagen im Landkreis Aschaffenburg werden auch durch EU-Gesetze geschützt. Doch auch bayerische Politiker*innen greifen diese massiv an. BN fordert mit Kampagne #HandsOffNature von ihnen Erhalt von Naturschutz und entsprechender Richtlinien.

08.06.2026

In der Kahlaue zwischen Schimborn und Königshofen hat die Kreisgruppe Aschaffenburg des BUND Naturschutz für den Schutz der Natur und den Erhalt der dafür nötigen Regeln auf EU-Ebene geworben. Mit großen magenta-farbenen Händen signalisierte sie im Rahmen der europaweiten Kampagne #HandsOffNatur: „Hände weg von der Natur!“ 

Die Wiesen entlang des Flüsschens Kahl sind ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig es für den Schutz unserer Natur in Bayern ist, dass er starke Regeln auf europäischer Ebene hat“, erklärt Dr. Ruth Radl, stellvertretende Vorsitzende der Kreisgruppe. „Diese artenreichen Mähwiesen sind Teil unseres europäischen Naturerbes und durch die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) besonders geschützt. Durch naturverträgliche Nutzung profitieren Arten wie die hier vorkommenden europaweit geschützten Wiesenknopf-Ameisenbläulinge.  Wegen der europäischen Regeln haben die Wiesen einen höheren Wert, es gibt spezielle Förderprogramme für Landwirte. Ohne diesen Schutz hätte es hier wohl nicht die vielen Maßnahmen gegeben, durch die das Biotop sich so gut entwickelt hat. Die Wiesen sind nicht nur artenreich, sondern wichtig für den Klimaschutz, den Wasserrückhalt, für die Landwirtschaft und als Naherholungsraum und damit für uns alle.“

Der streng geschützte dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling ist in seiner Entwicklung auf den großen Wiesenknopf in den extensiv genutzten Kahlwiesen angewiesen, erklärt BN Artenschutzfachmann Karlheinz Wissel. Die Kahlauen zwischen Mömbris und Schöllkrippen seien leider immer wieder in Gefahr durch geplante Gewerbeflächen oder Freizeitnutzungen. Das heißt die bestehenden lückenhaften FFH-Gebiete müssten erweitert und deren Schutz keinesfalls abgeschwächt werden.

Doch die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie und weitere wichtige Naturschutzgesetze wie die Wasserrahmenrichtlinie, die EU-Waldschutzverordnung, die Vogelschutzrichtlinie, die und die Richtlinie über die Umweltverträglichkeitsprüfung sollen derzeit zugunsten kurzfristiger Wirtschaftsinteressen einzelner Branchen massiv beschnitten werden – auch auf Betreiben deutscher und nicht zuletzt bayerischer EU-Politiker*innen. „Damit riskieren sie unsere Gesundheit und unsere Zukunft. Denn diese Gesetze schützen, was für unser Leben unverzichtbar ist: sauberes Trinkwasser, gesunde Lebensmittel, gute Luft und eine intakte Natur“, betont Dr. Ruth Radl.

 „Wir fordern von unseren europäischen Politiker:innen, die bestehenden Naturschutzgesetze zu verteidigen und umzusetzen, statt sie auszuhöhlen.  Eine halbe Million Menschen unterstützen diese Forderung bereits mit einer Unterschrift. Und es werden immer mehr. Denn wenn unsere Natur zerstört wird, trifft das uns alle: heute, morgen und kommende Generationen, in Europa und bei uns im Kahlgrund“

Möglichkeit zu unterschreiben und weitere Informationen zur Kampagne #HandsOffNature: https://www.bund-naturschutz.de/aktionen/hands-off-nature 

Pressemitteilung zum Download>>