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HandsoffNature: Streuobstwiesen bewahren!

Im FFH-Gebiet Streuobstwiesen zwischen Erbig und Bischberg haben wir für den Schutz der Natur und den Erhalt der dafür nötigen Regeln auf EU-Ebene geworben.

30.07.2026

Die Lebensgrundlagen im Landkreis Aschaffenburg werden auch durch EU-Gesetze geschützt. Doch auch bayerische Politiker*innen greifen diese massiv an. Wir fordern  mit der Kampagne #HandsOffNature von ihnen Erhalt von Naturschutz und entsprechender Richtlinien. 

Mit großen magenta-farbenen Händen signalisierten die Aktiven der Ortsgruppe Aschaffenburg daher im Rahmen dieser europaweiten Kampagne „Hände weg von der Natur!“ auf den Streuobstwiesen im FFH-Gebiet zwischen Erbig und Bischberg.


„Das Biotop der Streuobstwiesen zwischen Erbig und Bischberg ist ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig es für den Schutz unserer Natur in Bayern ist, dass er starke Regeln auf europäischer Ebene hat“, erklärt Andreas Schulz, Vorsitzender der Ortsgruppe Aschaffenburg. „Die Wiesen, Hecken und Obstbäume werden zwar durch die Arbeit vor Ort gepflegt, aber rechtlich geschützt werden sie durch die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie. Ohne diesen Schutz hätte es hier wohl nicht die vielen Maßnahmen der Stadt Aschaffenburg und der lokalen Akteure gegeben, durch die das Biotop sich so gut entwickelt hat. Es ist für die Artenvielfalt und das Landschaftsbild in Aschaffenburg so wichtig. 

Unserer Region ist geprägt von Streuobstwiesen. Apfelwein und Äpfel gehören zu unserer Region und machen den Charakter rund um die Stadt Aschaffenburg aus. Hier kann man nicht nur alte Obstbäume bewundern, sondern auch intakte Wiesen mit einer großen Vielfalt an Insekten, darunter den Ameisenbläuling und dem in Bayern insbesondere bei uns verbreiteten Steinkauz. Insbesondere die kleine Eule ist auf das Miteinander von Mensch und Natur angewiesen. In den alten lange gepflegten, Obstbäumen findet der Vogel Höhlen um seine Eier abzulegen und seine Junge aufzuziehen.“

Doch die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie und weitere wichtige Naturschutzgesetze wie die Wasserrahmenrichtlinie, die EU-Waldschutzverordnung, die Vogelschutzrichtlinie, die und die Richtlinie über die Umweltverträglichkeitsprüfung sollen derzeit zugunsten kurzfristiger Wirtschaftsinteressen einzelner Branchen massiv beschnitten werden – auch auf Betreiben deutscher und nicht zuletzt bayerischer EU-Politiker*innen. 

Damit riskieren politische Entscheidungsträger:innen unsere Gesundheit und unsere Zukunft. Denn diese Gesetze schützen, was für unser Leben unverzichtbar ist: sauberes Trinkwasser, gesunde Lebensmittel, gute Luft und eine intakte Natur.

„Dass die Schutzregeln wirken, sehen wir hier sehr schön. Aber es gibt noch viel zu tun bei uns im Landkreis und der Stadt Aschaffenburg, noch viele Streuobstwiesen sollten angelegt werden, viele Flächen ökologisch genutzt werden im Sinne der traditionellen Landbewirtschaftung für das Arbeiten mit und nicht gegen die Natur, noch viele Arten sind gefährdet und viele Gefährdungen bedrohen unsere Natur. Dafür sind die EU-Schutzregeln wichtiger und dringender denn je“, so Dagmar Förster, unsere Kreisvorsitzende des BUND Naturschutz.