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Biosphärenregion Spessart

Ortsgruppe Aschaffenburg

Öko-Tipp der Woche 9 : Amphibien wandern – Vorsicht auf den Straßen!

Besonders in Nächten mit leichtem Regen und milder Witterung sind jetzt die Kröten, Frösche und Molche wieder auf Achse. Sie machen sich nach der Winterstarre auf den Weg zu den Laichgewässern um dort ihre Eier abzulegen, so der BUND Naturschutz (BN). Dies kann sich je nach Wetterlage bis Mitte April hinziehen. Dabei legen sie über mehrere Tage verteilt Strecken von bis zu 2 km zurück. Eine gefahrvolle Reise, denn sie müssen auf ihrer Wanderung oft einige Straßen überqueren und kommen dabei leicht buchstäblich unter die Räder. Für den Amphibienbestand sind diese Verluste erheblich. Bis zu 70 % der Tiere sterben bei der Überquerung einer einzigen Straße. Zum Schutz der Tiere bauen die Naturschutzbehörden mit der Straßenmeisterei und ehrenamtlichen Helfern der Naturschutzverbände Krötenschutzzäune auf, um die Tiere aufzufangen. Die geretteten Amphibien werden gezählt und über die Straße gesetzt. Z. B. in Aschaffenburg im Bereich Lufthofweg/Röderbach, an der St 2308 am Heimbuchenthaler Höllhammer, Mömbris  St 2307 zwischen Schimborn und Feldkahl, Kreisstraße MIL 25 zwischen Elsenfeld und Hofstetten am Industriegebiet Dommerich. Neu, noch ungesichert, ist die B26 zwischen Hain und Sieben Wege.

Der BUND bittet Sie, liebe Autofahrer, fahren Sie während dieser Zeit auf den entsprechenden Strecken vorsichtig und langsam, um die Tiere zu schützen und die Helfer am Straßenrand nicht zu gefährden. Vielen Dank!

Langfristig aber kämpft der BUND für den Erhalt wertvoller Amphibienbiotope wie  strukturreiche Landschaften und Feuchtgebiete. Viele Naturfreunde schaffen Lebensräume für Amphibien durch einen naturnahen und chemiefreien Garten

Weitere Infos: www.amphibien.bund-naturschutz.de

Öko-Tipp der Woche 8: Zigarettenkippen sind Gift für die Umwelt!

Nicotin ist die am schnellsten süchtig machende Droge überhaupt, noch vor Heroin. Der ehemalige Gesundheitsminister Joseph Califano (USA) sagte dazu Zigarettenrauchen sei ein »Selbstmord in Zeitlupe« und Rüdiger Krech, von der WHO meinte: Ich kenne keine andere Branche, die ein Produkt verkauft, das jeden zweiten ihrer langjährigen Konsumenten tötet. Doch mit dem Rauchen schadet man nicht nur sich selbst und seinen Mitmenschen, sondern auch ganz erheblich der Umwelt, so der BUND Naturschutz (BN). Schon der Tabakanbau ist eine der Umwelt schädlichsten Monokulturen überhaupt. Viel Wald wird dabei vernichtet und der Boden mit hoch giftigen Spritzmitteln belastet. Ein großes Problem sind auch die Zigarettenstummel. Sie sind vielerorts der am häufigsten achtlos in die Umwelt geworfene Müll und liegen an Stränden und in Wäldern, in Innenstädten und an Bushaltestellen, vor Gastronomien und an touristischen Sehenswürdigkeiten. Dabei gehört dieser Müll in die Tonne und nicht auf die Straße. Eigentlich gebietet dies der Anstand. So bestehen über 53 % des Mülls der Ostsee aus Zigarettenstummeln! Die Folgen für die Umwelt sind verheerend. Den sich zersetzenden Kippen entweichen Hunderte toxische Substanzen und hoch Krebs erregende Stoffe wie Benzol, Benzopyren und Schwermetalle. Die Giftmenge eines Zigarettenfilters hätte für ein Kleinkind tödliche Folgen. Vor allem für Tiere sind herumliegende Kippen extrem schädlich. Viele Tiere fressen diesen Plastikmüll, da sie ihn mit Nahrung verwechseln, was letztendlich zum Verhungern mit gefülltem Magen führen kann. Zudem nehmen sie dadurch auch Gifte auf, die dann in ihren Körpern eingelagert werden und somit in die  Nahrungskette gelangen. Das Celluloseacetat des Filters zerfällt nach sehr langer Zeit zu lästigem Mikroplastik und wabert durch Flüsse, Seen und Ozeane. Es dringt in die Mägen von Fischen und Vögeln vor und so in den Nahrungskreislauf von uns Menschen.

Was Sie dagegen tun können:

  • Kippen sind giftig, gehören in den Restmüll und nicht in die Natur.
  • Benutzen Sie einen Taschenaschenbecher (Mitnehm-Ascher).
  • Nehmen Sie an Müllsammelaktionen teil u. motivieren Sie andere dazu.
  • Klären Sie darüber auf, wie viel Schaden rauchen anrichtet.
  • Hilfe zur Rauchentwöhnung anfordern:  Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) Hotline 0 800 8 31 31 31 oder https://www.rauchfrei-info.de/   

Der BUND fordert:

  • Konsequente Umsetzung der EU-Einwegplastik-Richtlinie: Kennzeichnungspflicht, erweiterte Herstellerverantwortung.
  • Ordnungsgelder für das Wegwerfen von Kippen in die Umwelt überall.
  • Beteiligung der Industrie an Kosten für Reinigung und Umweltschäden.

Infos: https://www.bund-bremen.net/meer/stoppt-kippen-in-der-umwelt/

Öko-Tipp der Woche 4 - 2024 Beim Essen auf Umwelt- und Klimaschutz achten

Unser Essen hat etwas mit der Umwelt und dem Klima zu tun, weil auch die Herstellung von Lebensmitteln viel damit zu tun hat. Die genauen Folgen können sich aber stark unterscheiden. Es kommt auf die Art der Lebensmittel an, auf die Herstellung und Verarbeitung, den Transport, die Aufbewahrung und Zubereitung.

Nach der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) soll nachhaltige Ernährung

    • geringe Auswirkungen auf die Umwelt haben,

    • biologische Vielfalt und Ökosysteme schützen,

    • zur Lebensmittel- und Ernährungssicherung für alle beitragen und

    • ein gesundes Leben für heutige und künftige Generationen ermöglichen.

 

Es gibt viele Möglichkeiten, beim Essen auf Umwelt- und Klimaschutz zu achten, so der BUND Naturschutz (BN). Dazu gehören folgende Grundsätze:

    • Ein hoher Anteil pflanzlicher Lebensmittel,

    • ökologisch erzeugte Lebensmittel (Bio-Lebensmittel, auf Gütesiegel achten),

    • regionale und saisonale Erzeugnisse - nur das kaufen, was gerade geerntet wird,

    • möglichst gering verarbeitete Lebensmittel (wenig Fertiggerichte).

    • Außerdem gehört dazu, Abfälle und Verschwendung zu vermeiden.

Auf dem Weg vom Feld auf den Esstisch geht schätzungsweise ein Drittel aller Lebensmittel verloren. Große Mengen werden weggeworfen, obwohl sie noch genießbar sind. Oder sie verderben unnötig, zum Beispiel, weil zu große Mengen eingekauft wurden. Auch die schonende Zubereitung ist ein wichtiger Aspekt von Nachhaltigkeit, denn so kann Energie gespart werden.

Eine nachhaltige und überwiegend pflanzliche Ernährung schützt die Artenvielfalt, unsere Ökosysteme, das Klima und schont die natürlichen Ressourcen.