Atomanlagen - wohin?

VAK-Rückbau Kahl
Rückbau des Versuchsatomkraftwerks Kahl
Bildquelle: Spessartprojekt.de

In die Diskussion um die radioaktiven Abfälle der Siemens AG auf ihrem Werksgelände in Karlstein und den geplanten Schmelzofen  der Fa. Duesmann und Hensel in der Nachbarschaft hat sich auch die Aschaffenburger Kreisgruppe des Bund Naturschutz in Bayern eingeschaltet.

 In einem Schreiben des für die Entsorgung radioaktiver Abfälle  zuständigen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz an den Verband hatte die Behörde Angaben der Karlsteiner Feuerwehr zur Lagerung radioaktiver Abfälle in zwei Siemens-Hallen bestätigt. Sorgen bereitet den Naturschützern allerdings, wie sie dem Staatsministerium in einem Schreiben mitteilen, nicht der Schmelzofen, sondern die Abfälle selbst.

 Grund dafür ist nicht zuletzt das Verfahren beim Abriss des Versuchsatomkraftwerks Kahl in den Jahren von 1988 bis 2010. Die hierbei zur Anwendung gekommene „Dekontamination“ der Gebäudeteile bedeutete für die damit Beschäftigten ein unverhältnismäßiges und auch unnötiges Strahlenrisiko, und die Freigabe der dekontaminierten Teile als verwertbarer Bauschutt kann kein Vorbild sein. Im AKW Niederaichbach z.B. ist dieser Bauschutt zum Verfüllen von Baugruben und zur Befestigung von Waldwegen verwendet worden, und das Landsratsamt Aschaffenburg konnte auf die Nachfrage, wo die Reste der abgerissenen Gebäudeteile des VAK Kahl verblieben seien, keine Antwort geben. Von einer Wiederholung dieser Vorgänge könne niemand begeistert sein: Sie würde bedeuten, dass 97% der abgerissenen Atomkraftwerke als "ganz normaler" Bauschutt wiederverwertet würden.

Unbehagen bereitet auch die Tatsache, dass brennbare Abfälle aus Karlstein erst in Karlsruhe verbrannt, die Reste aber wieder nach Karlstein  zurück gebracht werden sollten. Bei der Verbrennung und auch bei anderen Arten einer thermischen Behandlung könnten radioaktive Gase freigesetzt werden und Karlstein bliebe noch auf Jahre hinaus auf den radioaktiven Abfällen sitzen. 

Wie ein Atomkaftwerk verschwindet - Antworten von Landrat Reuter und des damaligen bay. Umweltministers Söders auf eine Anfrage von MdL Thomas Mütze zum Verbleib des Bauschutts vom Versuchsatomkraftwerk  Kahl