Ökologische Fahrradtour an Aschaff und Main – zwischen Streuobstwiesen und Wein

Die Ortsgruppe Aschaffenburg des BUND Naturschutz in Bayern lud im Rahmen der europäischen Mobilitätswoche am Sonntag, den 20.09.2020 zu einer gemütlichen ökologischen Fahrradtour ein.

30.09.2020

An verschiedenen Stationen wurden dabei, anhand greifbarer Beispiele, kulturhistorische und ökologische Aspekte sowie Besonderheiten in der Naturlandschaft Aschaffenburgs vorgestellt.

Die Tour startete an der alten Feuerwehr in Damm. Die 13 TeilnehmerInnen radelten bei bestem Fahrradwetter an der Aschaff entlang und gleich an der ersten Station konnte man bei genauem Hinsehen die Spuren eines Bibers entdecken. Da Biber eher in der Dämmerung und nachts aktiv sind, wurde die entdeckte „Biberrutsche“ in dem Moment leider nicht von eben jenem genutzt.

Vorbei am Aschaffenburger Klärwerk, bei dem kurz die Wasseraufbereitung und deren Bedeutung für die Umgebung erläutert wurden, folgten wir dem Main und der Aschaff weiter in Richtung Mainaschaff. Dabei konnte man anschaulich die Unterschiede zwischen der idyllischen, renaturierten Aschaff und dem begradigten Oberlauf der Aschaff erkennen. Der renaturierte, kurvenreichere und langsam fließende Teil bietet sichtbar mehr Lebensraum für Pflanzen, sowie für im und am Wasser lebende Tiere, wie Fische und Insekten.

Auch am Main haben wir einen Stopp eingelegt. Hier wurde erläutert, dass der Main als „Autobahn auf dem Wasser“ zwar weniger Lebensraum im Wasser bietet, allerdings gerade im Uferbereich einen naturnahen Lebensraum für eine Großzahl an Pflanzen und Insekten darstellt. Mehr Artenvielfalt im Wasser, so erklärten die FührerInnen der Ortsgruppe an der nächsten Station, halten die Altarme des Mains bereit. So sind diese ehemaligen Gerinne der Aschaff, dessen Mündung im 20. Jahrhundert häufig verlegt wurde, die Kinderstube für eine Vielzahl an Fischen. Hier finden sie Schutz bis sie groß genug sind, um ihr weiteres Leben im Main zu verbringen.

Auf dem Weg zur nächsten Station passierte die Gruppe ein großes Maisfeld. An dieser Stelle wurde den TeilnehmerInnen die Bedeutung von Hecken und Grünstreifen innerhalb des relativ eintönigen Ackerfeldes, als Rückzugsort für die Tiere und Insekten, verdeutlicht. Diese würden ansonsten nach der Ernte auf den öden Feldern kaum bis gar keinen Schutz und Nahrung mehr finden.

Letzter Stopp auf der Tour war der alte Weinberg zwischen Kleinostheim und Mainaschaff. Hier wurde der Weinbau nach dem Befall der Reblaus Ende des 19. Jahrhunderts aufgegeben, jedoch wird dieser seit einigen Jahren wieder mit neuen Reben bewirtschaftet. Deutlich erkennbar war an diesem historischen Weinberg die Mensch-Natur-Interaktion in Form der alten Terrassierung des Berges und der Rückeroberung der Natur nach Aufgabe des Weinbaus.

Nach 2,5 Stunden Radeln und einer Strecke von etwa 12 km ließ man die Tour bei einem entspannten Picknick unter Apfelbäumen einer Streuobstwiese im Strietwald gemeinsam ausklingen. Das Fazit der TeilnehmerInnen war eindeutig: Alle waren begeistert, neue und spannende Ecken unter dem ökologischen Aspekt im Raum Aschaffenburgs kennengelernt zu haben.