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Erster Grundwassertag in der Region Untermain

Der Erste Grundwassertag wurde von der Initiative Grundwasser Untermain (IGU) am 25.04.2026 in Niedernberg veranstaltet.

28.04.2026

Josef Scheuring, der Sprecher der Initiative stellte zu Beginn die IGU vor und betonte die Notwendigkeit zum Grundwasserschutz und sorgsamen Umgang mit unserem Lebensmittel Nr.1, dem Wasser. Ein großes Problem ist der große Flächenverbrauch in der Region für Siedlungen, Straßen u. Gewerke. In den letzten Jahrzehnten seien viele Hektar landwirtschaftliche Fläche in der Region verloren gegangen. Dadurch versichert weniger Regenwasser, insgesamt verdunstet mehr Wasser und im Endeffekt ist die Grundwasserneubildung geringer.  

Joshua Proksch, Sachgebietsleiter Wasserversorgung u. Grundwasserschutz, LRA Miltenberg sprach in seinem Vortrag über das „Klima und Wasser - Grundwassersituation am Bayerischen Untermain“. Er beleuchtete die Auswirkungen der Klimaerwärmung auf die Grundwasserneubildung: seit 2003 gab es in weiten Teilen Bayerns oft geringe Winterniederschläge, welche dafür besonders wichtig wären. Verstärkt trat dafür mehr Starkregen auf, wobei die Niederschläge zu oft schnell abfließen ohne ins Grundwasser zu versickern.

Dr. Renate Palloks, Leiterin Grundwasserschutz bei den Stadtwerken Aschaffenburg sprach im Anschluss über den  „Grundwasserschutz im Rahmen des Klimawandels“.   

Das Aschaffenburger Wasserwerk gewinnt das Wasser, so die Fachfrau, aus dem Großostheimer Becken (Fassung ca. 200 Mio m³ ), welches bis 60m tief mit Grundwasser gefüllt ist. Aktuelle wichtige Themen sind für die Leiterin für Grundwasserschutz u.a. sinkende Grundwasserstände. Die Gesamt-Niederschlagsmenge hat sich zwar nicht so stark verändert und ist im Sommerhalbjahr fast gleich geblieben, aber die für die Grundwasserneubildung wichtigen Winterniederschläge und der Schnee haben abgenommen. Hinzu kommt die große Flächenversieglung.

Ein weiteres Problem sind die Nitratgehalte über dem Grenzwert (1986 von 90 mg/L auf 50 mg/L abgesenkt). Im Wasserwerk Aschaffenburg wird in einer Denitrifikationsanlage wird das Nitrat abgebaut. Durch Verträge mit Landwirten 1996 konnte zudem der Nitratgehalt des Grundwassers, nach vorherigem kontinuierlichen Anstieg, fast bis auf den Grenzwert von 50 mg/L gemindert werden. Für die Gesundheit und Umwelt gefährliche Spurenstoffe wie z.B. Pestizide werden im Wasserwerk mittels einer Aktivkohlefiltration entfernt. 

Sie plädierte auch dafür, weniger Fläche zu versiegeln, im Sommer die Wasserentnahme auf das Notwendige zu beschränken und die Verluste im Wassernetz gering zu halten, ein Appell vor allem an Politik, Verwaltungen und Behörden.

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung wurde dann noch der erste Grundwasserpreises der Region Untermain für vorbildliche Maßnahmen im Bereich des Grundwasserschutzes durch Bürgermeister Ralf Herbst, Großostheim vergeben. Er ging an den Verein Maschinen- und Betriebshilfe Untermain. Mutig hatten acht Landwirte aus Gemeinden rund um das Großostheimer Becken Anfang der neunziger Jahre in einer Kooperation mit dem Maschinenring und den Stadtwerken Aschaffenburg den Eintrag von Dünger auf den landwirtschaftlichen Flächen mit einer Reihe technischer Maßnahmen verringert . Damit haben sie entscheidend dazu beigetragen, dass die Nitratbelastung im Grundwasser in diesem Bereich reduziert wurde und zusammen mit weiteren Maßnahmen heute und in Zukunft bestes Trinkwasser zur Verfügung gestellt werden kann. Die Maßnahme wurde in den folgenden Jahren in der Region noch ausgeweitet. Das Verfahren entwickelte sich vorbildlich und wird heute auch in anderen Regionen in Deutschland und in Europa angewandt.

Bei der Veranstaltung war neben Organisationen, wie dem bayerischen Bauernverband und der Regierung von Unterfranken auch unser Verein mit einem Infostand vertreten. Vertreter der Kreisgruppen Aschaffenburg und Miltenberg informierten interessierte Teilnehmer über den Verein und seine Projekte. Außerdem ergaben sich immer wieder spannende Gespräche mit Vertretern von anderen Institutionen zum Thema Wasser und insbesondere der Wichtigkeit des Grundwassers in unserer Region.