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Aktuelle Schlossuferplanung in Aschaffenburg: Natur, Mensch und Klima haben das Nachsehen

Wir begrüßen die Absicht der Stadt Aschaffenburg, das Mainufer unterhalb des Schlosses für die Öffentlichkeit attraktiver zu gestalten, sind aber mit der Umsetzung in Bezug auf den Umgang mit der Natur nicht einverstanden. Auch erscheint uns, dass die Aschaffenburger und mit Ihnen auch das Stadtparlament nicht umfassend genug informiert wurden, wieviel unseres Stadtgrüns am Mainufer dabei entfernt werden soll. Zudem muss jede neue Planung und jede Konkretisierung der Planung auf Verträglichkeit mit der Klimaanpassungsstrategie der Stadt unabhängig überprüft werden.

08.11.2021

Wir sind in Bezug auf den Umgang mit der Natur und Versiegelung mit der geplanten Umsetzung der Schlossuferumgestaltung nicht einverstanden. Folgende Punkte möchten wir kritisch betrachten:
• Vorhandene vitale Bäume und Heckenstrukturen sollten in die neue Planung integriert, und bei der Baumaßnahme vor Beschädigung geschützt werden. Das gilt insbesondere für die Suicardusstraße, die Kranenmauer, den Radweg in Richtung Pompejanumsfelsen und dem früheren Parkplatz. Dies ist insbeson-dere unter dem Gesichtspunkt von Interesse, dass in der aktuell noch nicht veröffentlichten aber am Samstag bereits einsehbaren Vorentwurfsplanung die Rodung weiterer Bäume vorgesehen ist.
• Beim gläsernen Aufzug muss darauf geachtet werden, dass ein spezielles Glas verwendet wird, das Vögel vor Vogelschlag schützt.


Parkplätze:
Für neue Parkflächen dürfen keine Bestandsbäume gefällt werden. Es dürfen nur so viele Parkplätze gebaut werden wie absolut notwendig.
Im Schlossuferjournal wird beschrieben, dass aus dem derzeitigen, unbefestigten Parkplatz (mit viel Blech und Abgasen) ein schöner Platz im Park werden soll. Hier werden aber direkt am Schloss neue Parkplätze gebaut.
Ohne Parkplätze bieten sich bessere Gestaltungsmöglichkeiten dieses markanten Platzes. (z.B. Begrünung und Anordnung von Ruhebänken). Außerdem birgt der Durchfahrtverkehr am zentralen Kranichplatz (mit Blumenbeeten und Aufzug) eine neue Gefahrenquelle für Fußgänger, Kinder, Radfahrer. Aufgrund des zu erwartenden starken Besucherverkehrs sollte dieser Platz gar nicht von Fahrzeugen frequentiert werden.
• Das Freischneiden von Sichtachsen auf der Maininsel ist nach unserem Erach-ten kontraproduktiv: Die freie Sicht auf den Volkfestplatz ist nicht schöner als der Blick auf eine ungestörte Natur. Der Lärmpegel vom Main und vom gegen-überliegenden Ufer wird deshalb weniger gedämpft.
Der Bewuchs auf der Maininsel sollte wieder einer natürlichen Entwicklung überlassen werden.

Abschließend möchten wir noch herausstellen, dass es sicher schwierig ist alle Bedürfnisse bei einer Planung zu berücksichtigen. Dennoch steht für uns die Natur im Vordergrund. Von einer intakten Natur profitiert wiederum auch der Mensch.

Wir appellieren nochmals an die Entscheidungsträger der Stadt AB, die Natur im Angesicht der drohenden Klimaveränderung, bei der Mainufergestaltung stärker zu berücksichtigen

Hier unsere Forderungen:
• Den ernsthaften Schutz und Erhalt von so vielen Bäumen und Hecken wie möglich.
• Das wieder Zulassen der natürlichen Sukzession auf der Maininsel.
• Alles anfallende Regenwasser muss vor Ort versickern können und darf nicht direkt über die Grünflächen in den Main fließen. Es muss angefangen werden, die „Schwammstadt“ zu realisieren.
• Die sofortige Veranlassung einer unabhängigen Umweltbaubegleitung und die Veröffentlichung der Berichte.
• Die Veröffentlichung der Fachgutachten „Landschaftspflegerischer Begleit-plan“ und der „speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung“.
• Den flächenmäßigen 1:1-Ausgleich aller verlorenen Habitate und Strukturen. Den Erhalt der naturnahen Uferstrukturen.

Wir hoffen auf ein ökologisches Handeln und dass die aktuellen Planungen dahingehend geändert werden, so wenig „Grün“ wie möglich zu zerstören. Die Klimaanpassungsstrategie der Stadt muss hier berücksichtigt werden!