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Ortsgruppe Aschaffenburg

Öko-Tipp der Woche 49: Fair und ökologisch schenken

An Weihnachten sollte man auch an die Natur und Umwelt denken. Beim Gabentisch am Hl. Abend will man ja viel Freude bereiten und nicht ungewollt die Umwelt belasten oder sogar die Gesundheit durch Schadstoffe gefährden. Der BUND Naturschutz (BN) hat Geschenk-Tipps und Empfehlungen für eine umweltverträgliche Advents- und Weihnachtszeit zusammengetragen.

Im Naturkost- oder EineWelt-Laden gibt es viele hochwertige, umweltfreundliche Geschenke aus fairem Handel, die aus pestizidfreier und /oder ökologischer Produktion stammen und soziale Kriterien wie z. B. angemessene Löhne berücksichtigen und Kinderarbeit ausschließen.

Falls Sie Kleidung zu Weihnachten verschenken: Der Markt für ökologische Kleidung boomt. Es gibt zunehmend Firmen, die recycelbare, wiederverwendbare Naturmaterialien und ökologische Farbstoffe für die Produktion ihrer Kleidungsstücke einsetzen. Vor allem Artikel aus Bio-Baumwolle, Holz oder Kokos. Der BUND Naturschutz (BN) empfiehlt, Produkte dieser Art umweltschädlichen Materialien wie Kunststoffen vorzuziehen.

Zum Verpacken der Geschenke statt Klarsicht-­ oder Metallfolie lieber Recycling-­Geschenkpapier nutzen.

Haben sie keine Geschenkidee? Dann Selbstgemachtes oder einen Gutschein verschenken. Ein selbst gemachtes Geschenk, das von Her­zen kommt, ist mehr wert als teuer gekaufte Dinge, die früher oder später auf dem Müll landen. Selbstgemachte Geschenke aus der Küche sind dazu noch sehr lecker. Oder wie wäre es mit einer einem Konzertabo, einer Monatskarte für den öffentlichen Nahverkehr oder einem Wartungsgutschein fürs Fahrrad?

Wer die Umwelt- u. Naturschutzbewegung unterstützten möchte, verschenkt eine BN-Mitgliedschaft, einen Anteilschein am Grünen Band (https://www.bund.net/gruenes-band/), oder schaut sich bei beim BUND-Laden (www.bundladen.de) um.

Spielzeug: Immer wieder lassen Untersuchungen zur Chemikalienbelastung von Spielsachen und kindernahen Produkten aufschrecken: Teddy, Schnuller & Co. sind häufig hoch mit Schadstoffen belastet. Der BUND hat konkrete Tipps für Eltern, etwa auf bestimmte Gütesiegel zu achten und Unternehmen aufzufordern, gesundheitsgefährdende Stoffe durch sichere Alternativen zu ersetzen. Mit der kostenlosen ToxFox-App (www.bund.net/chemie/toxfox/) lassen sich jetzt Schadstoffe nicht nur in Kosmetika sondern auch in Kinderprodukten wie Malutensilien oder Spielzeugen aufspüren.

Mehr Infos:  www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/einkaufen/oeko-geschenke                                                                                                                     

Öko-Tipp der Woche 46 - 2023 Heckenpflege – bitte naturverträglich!

In der Zeit von Oktober bis Februar ist eine ordnungsgemäße, den Bestand erhaltende Nutzung und Pflege von Hecken, Feldgehölzen oder -gebüschen erlaubt. Leider wird dabei immer wieder auch übers Ziel hinausgeschossen, so der BUND Naturschutz. Für den Artenschutz ist der Heckenbeschnitt grundsätzlich problematisch. Hecken erfüllen vielfältige Funktionen. So dienen sie der Gliederung der Landschaft, als Erosionsschutz, haben einen positiven Einfluss auf den Wasserhaushalt oder sind wichtige Bestandteile für eine Biotopvernetzung. Dank ihres mehrschichtigen Aufbaus beherbergen sie eine große Artenvielfalt und sind für viele Tierarten Lebensraum; etwa als Winterquartier, Versteck, Nahrungsraum oder Revier. Gerade in Wohngebieten ist es aber manchmal unerlässlich, Hecken zurückzuschneiden. Bei diesem „Auf den Stock setzen“ muss behutsames Vorgehen aber oberste Priorität haben.

Wichtig ist, dass mit dem Beginn der Vegetationszeit ein dichtes Astwerk mit Blättern und Blüten für Vögel und Insekten zur Verfügung steht – sei es zur Fortpflanzung, zum Brüten oder für die Nahrungssuche. Auch für bodenlebende Tiere wie Amphibien oder Igel ist ein schützendes Gehölz erforderlich. Zentral ist daher, dass Hecken bzw. Feldgehölzstrukturen nicht komplett entfernt werden, sondern abschnittsweise auf den Stock gesetzt werden. Nicht selten orientieren sich die Pflegemaßnahmen aber eher an pragmatischeren Aspekten, denn flächiges auf den Stock setzen spart Arbeit und somit Kosten. Auch bei uns sehen wir immer wieder viel zu radikale Pflegemaßnahmen, bei denen der gesamte Strauchbestand und somit der komplette Lebensraum zerstört wird. Aus diesem Grund weist der BUND Naturschutz auf einige wichtige Aspekte bei der Gehölzpflege hin:

  • Grundsatz bei der Heckenpflege „so wenig wie möglich, so viel wie nötig“
  • Noch schonender als das behutsame „auf den Stock setzen“ ist die Entnahme von Einzelgehölzen oder ein Zurückschneiden von Rändern und Kronen
  • Wertvolle große Bäume und Sträucher sollten stehen bleiben
  • Stellenweise Totholzstrukturen erhalten, z.B. als Nistgelegenheiten für Wildbienen und andere Insekten, Fledermäuse und Vögel
  • Ein Teil des Schnittgutes sollte als Reisighaufen am Standort verbleiben und kann so gleich ein Winterquartier für Arten wie Igel oder Amphibien bilden

Vor dem Schnitt muss immer geklärt werden, ob die Hecke als Biotop ausgewiesen ist oder in einem Schutzgebiet liegt und besonderen Schutzbestimmungen unterliegt. Bei Privathecken ist dies normalerweise nicht der Fall, auf öffentlichem Grund muss dies die Kommune aber zwingend beachten.

Wenn diese Hinweise berücksichtigt werden und die Heckenpflege nur abschnittsweise oder an Einzelgehölzen erfolgt, kann sie auch naturschutzfachliche Kriterien erfüllen. Der Lebensraum Hecke erfüllt eine Vielzahl an Aufgaben und ist ein häufig unterschätzter Lebensraum. Elementar für einen artenreichen Fortbestand der Hecke ist aber eine sachgemäße Pflege.

www.bund-rso.de/themen-und-projekte/natur-landschaft/info-heckenschnitt

Öko-Tipp der Woche 43: Herbstzeit ist Pflanzzeit

Die beste Zeit, um Sträucher oder Bäume im Garten zu pflanzen, ist der Herbst. Zuerst stehen Gärtner vor der Wahl: Welcher Baum oder welche Sträucher könnten passen? Entscheidend ist der Standort: Jede Art ist auf bestimmte Bedingungen wie Lichtverhältnisse, Bodenart und Bodenfeuchtigkeit angepasst. Außerdem sollte man den Platzbedarf der nächsten Jahre und Jahrzehnte im Blick haben. Bei der Auswahl empfiehlt der BUND Naturschutz einheimische Arten. Diese sind anspruchsloser, widerstandsfähiger und bieten heimischen Insekten und anderen Tierarten Nahrung und Nistmöglichkeiten. Auch hier gibt es eine große Bandbreite: von alten Apfelsorten über Beerensträucher bis hin zur Eiche.

Bäume und Sträucher sind für jeden Garten eine Bereicherung. Sie bieten Schatten und entwickeln ein günstiges Kleinklima vor Ort. Obstbäume und Beeren erfreuen mit ihrer Ernte. Und als Hecken gepflanzt, sind Sträucher wirkungsvolle Filter von Staub, Abgasen und Lärm. Gleichzeitig bieten sie zahlreichen Tieren wertvolle Nistplätze, Nahrung und Verstecke, wie etwa dem Wildtier des Jahres 2023, dem Gartenschläfer. Besonders beliebt bei ihm, aber auch bei Insekten und Vögeln, sind Wild-sträucher wie Eberesche, Holunder oder Wildrose. 

An einem sonnigen Tag im Oktober oder November können die neuen Pflanzen dann in die Erde. Dann ist der Boden weder gefroren, noch zu feucht. Die Pflanzgrube sollte etwa eineinhalb Mal so groß sein wie der Wurzelballen. Die Wurzeln sollten nicht bis zum Grubenrand reichen. Nach dem Eingraben die Erde wieder gut festtreten und die Baumscheibe, also der Bereich rund um den Stamm, mulchen. Mit Rasenschnitt bleibt die Erde feucht, locker und nährstoffreich. Zum Schluss muss mit etwa 20 bis 30 Litern Wasser noch großzügig angegossen werden. Ein Gießrand in Höhe von etwa fünf Zentimetern rund um den Baum hilft, das Gießwasser zu halten. Bei Bäumen sollte noch an Stützen gedacht werden. Mineraldünger ist nicht notwendig, Gießen nur bei lange ausbleibendem Regen in der Anwuchszeit und beim Laubaustrieb im Frühjahr.

Für den Schutz vor Schädlingen appelliert der BUND, auf Pestizide mit ihren Risiken für Mensch und Natur zu verzichten. Stattdessen können gezielt Nützlinge durch Nistkästen oder Winterhäuschen angelockt werden, um Schadinsekten zu dezimieren. Vögel, Igel, Eidechsen und auch Gartenschläfer sind auf Insekten als Nahrung angewiesen und stehen mit ihrem Hunger den Gärtnern gern zur Seite. Ein luftiger Baumschnitt verbessert das Mikroklima in der Baumkrone und macht den Baum weniger pilzanfällig, so dass auch auf Fungizide verzichtet werden kann.

 

Öko-Tipp der Woche 41: Deutschland sucht den 10.000sten Gartenschläfer

Im Projekt „Spurensuche Gartenschläfer“ geht der BUND Naturschutz gemeinsam mit der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung seit 2018 der Frage nach, warum der Gartenschläfer aus immer mehr Regionen in kürzester Zeit verschwindet und wie man der Art helfen kann. Der Gartenschläfer hat in den letzten 30 Jahren etwa die Hälfte seines Verbreitungsgebiets eingebüßt. Er steht hierzulande auf der Roten Liste. Warum seine Bestände derart drastisch zurückgehen, war bis zum Beginn des Projekts noch völlig unklar. Inzwischen wird immer deutlicher, dass die intensive Forstwirtschaft, das Insektensterben, aber auch der Einsatz von Rattengiften und Pestiziden der Art stark zusetzen. Das Ziel des Projekts ist das Aussterben der Art in Deutschland zu verhindern. Das Wissen, wo der Gartenschläfer in Deutschland noch vorkommt, ist die Grundlage für alle weiteren Forschungen und Schutzaktionen für diese gefährdete Art. Jede Meldung hilft uns, der Art weiter auf die Spur zu kommen. Mehr als 9300 Hinweise auf den Gartenschläfer sind bereits aus der Bevölkerung zusammengekommen. Damit konnten wir eine erste Verbreitungskarte dieser heimischen Schlafmaus erstellen. Ohne die Meldungen aus der Bevölkerung wären wir heute noch lange nicht so weit. Mit etwas Glück könnten wir in diesem Jahr noch den 10.000sten Hinweis in Deutschland erfassen. So kann der BUND schon jetzt zielgenau Schutzaktionen umsetzen. Mit Wildkameras, Spurtunneln und Nistkästen ausgestattet, begeben wir uns im Landkreis Miltenberg und Aschaffenburg auf die Suche nach der kleinen Schlafmaus! Wenn Sie einen Gartenschläfer gesehen haben, weitere Vorkommen wissen, oder uns unterstützen möchten, dann melden Sie sich bitte bei bei Dr. Jacqueline Kuhn vom BUND Naturschutz Miltenberg: Jacqueline.Kuhn@bn-miltenberg.de

und unter Tel: 06022-710939 oder Mobil: 0177-7202581

oder der Gartenschläfer Meldestelle: www.gartenschlaefer.de

 


Öko-Tipp der Woche 37: Schadstofffrei und nachhaltig in die Schule starten

Beginn des neuen Schuljahres ist nicht nur für die Kinder eine aufregende Zeit. Der Alltag muss nach den Ferien wieder neu strukturiert werden, Schulsachen müssen vorbereitet und der Schulweg mit den ABC-Schützen geübt werden. Setzen Sie als Eltern, wann immer es geht, auf langlebige Produkte. Achten Sie bei Heften oder anderen Papiermaterialien auf das Umweltsiegel "Blauer Engel". Qualitative Abstriche bei Öko-Papier gibt es mittlerweile nicht mehr, da sich die Herstellungsverfahren von recyceltem Papier stark verbessert haben.                                                            

Sieben wichtige Tipps des BUND Naturschutz für eine nachhaltige und umweltfreundliche Schulzeit:

  •  gebrauchte Schulranzen in Betracht ziehen   
  •  Schulmaterialien sollten langlebig oder nachfüllbar sein
  •  Recycling-Papier nutzen
  •  Alles was duftet, glitzert und leuchtet, verbraucht Ressourcen und enthält   potenziell Schadstoffe 
  •  Edelstahl-Produkte für Essen und Trinken sind nachhaltig, aber auch schwer. Der Behälter, der schon im Haushalt vorhanden ist, ist immer der bessere – dieser kann auch aus Plastik sein
  •  Schulweg auf Alternativen zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen  Verkehrsmitteln prüfen

 Weitere Infos: https://www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/schulanfang-oekologisch-und-nachhaltig


Öko-Tipp der Woche 27: Natur im Klimastress

Die Auswirkungen der Klimakrise sind nach mehreren Wochen Trockenheit bei uns deutlich sichtbar. Hitze und Trockenheit machen Pflanzen und Tieren zu schaffen.  Den BUND Naturschutz (BN) erreichen besorgniserregende Meldungen von verendeten Tieren und ausgetrockneten Gewässern. Trotz der ausgiebigen Regenfälle im Frühjahr nimmt die Austrocknung derzeit erschreckend schnell zu. Das zeigt, wie dramatisch die Situation inzwischen ist, erklärt der BUND. Derzeit erreichen den BN über die Kreis- und Ortsgruppen viele beunruhigende Nachrichten: Etwa von Maulwürfen, die aus verdorrten Wiesen fliehen und verenden, von dehydrierten Igeln, austrocknenden Tümpeln und versiegenden Bächen, in denen die Salamanderlarven sterben. Laichgewässer von Unken oder Laubfröschen trocknen aus, noch bevor die Entwicklung der Kaulquappen beendet ist. Magerwiesen dörren aus, ehe die Samen der Blumen ausreifen können und Moorböden sind strohtrocken. Wetterschwankungen und Extreme gab es immer wieder, aber die Häufung derartiger Trockensommer, Dürrezeiten und Rekord-Temperaturen lässt der Natur und den klimageschädigten Arten keine Zeit mehr für Erholung. Umso wichtiger ist, dass Lebensräume möglichst naturnah und großflächig sind, betont der BUND. Wiedervernässte Moore, renaturierte Flüsse und Auen und eine strukturreiche Landschaft ohne Entwässerungen trocknen wesentlich später aus und bieten viel länger Rückzugsräume. Daher ist die Initiative der EU für ein Renaturierungsgesetz so wichtig. Eine Ablehnung dieses Gesetzes ist wirklich verantwortungslos! Auch in Bayern muss alles getan werden, um die Klimaziele zu erreichen. Gleichzeitig müssen wir aber lokal mögliche Maßnahmen gegen die Austrocknung der Natur umsetzen.                                                                                                        

Wichtige Maßnahmen wären:                                                                                               

  •    Konsequenter Wasserrückhalt in der Landschaft: Renaturierung und Entgradigung der Bäche, Flüsse und Auen, Beendigung flächiger Drainagen, Renaturierung und Wiedervernässung der Feuchtgebiete                                                     

   •  Biber arbeiten lassen und verrohrte Fließgewässer öffnen, damit sie als feuchte Achsen Rückzugsgebiete für die Tierwelt bilden                                                                         

•    Stärkung des Biotopverbunds mit Zielvorgaben auf Landkreisebene                                   

  •    Keine Mahd öffentlichen und privaten Grüns in Trockenperioden                                         

  •    Verzicht auf Mahd der Uferrandstreifen von Gewässern in Trockenperioden                       

  •    Sanierung aller seit 1950 verfüllten Kleingewässer und Feuchtflächen                                  

•    Anlage von Tümpeln in Garten und Flur                                                                                   

  •    Erhalt und Umbau der Wälder zu mehr Naturnähe, Heckenpflanzungen für ein feuchteres Lokalklima                                                                                                                               

 •    Überschüssiges Regenwasser aus dem Siedlungsbereich zu Anlage neuer Feuchtlebensräume nutzen                                                                                                            

•    Durchgrünung der Siedlungsbereiche und Wasserrückhalt in Schwammstädten


Öko-Tipp der Woche 19: Mehr Schutz für Insekten

Insekten sind existentiell für das Ökosystem und für uns. Zwei Dritteln unserer Nahrungspflanzen dienen sie als Bestäuber. Der ökonomische Wert dieser Bestäubungsleistung wird weltweit auf über 250 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt. Zudem sind Insekten Nahrungsgrundlage tausender Tierarten, allem voran für Vögel. Alle Singvögel ernähren ihre Brut mit Insekten, auch viele Fledermäuse und Fische leben von ihnen. Insekten helfen zudem bei der Müllbeseitigung. Sie zersetzen organisches Material und halten die Böden fruchtbar.

In den letzten Jahrzehnten ist die Anzahl und Vielfalt der Insekten drastisch geschrumpft. Flächendeckende Untersuchungen fehlen. In einigen Regionen hat die Insektenbiomasse bis zu 75% in den letzten 30 Jahren abgenommen. Das hat die viel diskutierte Krefelder Studie herausgefunden. Auch weltweit bestätigt sich dieser dramatische Abwärtstrend. Das Insektensterben hat viele Gründe. Hauptsächlich verantwortlich sind der Verlust der Lebensräume und der großflächige Pestizid-Einsatz in der Landwirtschaft. Hier muss die Politik gegensteuern und eine Landwirtschaft fördern, die unsere Lebensgrundlagen erhält, die Artenvielfalt fördert und den Einsatz von Pestiziden massiv reduziert.

Auch sie können zum Schutz von Insekten beitragen: Beim Einkaufen, beim Haus renovieren oder durch politisches Engagement und vor ihrer eigenen Haustür, im Garten. Legen sie ihn naturnah an mit Wildblumen und Elementen wie Tümpeln, Vogelschutzhecken, Trockenmauern oder Reisighaufen. So schaffen sie Schlupfwinkel, Nistplätze, Nahrungsquellen und Jagdreviere für eine Vielfalt heimischer Kleintiere, Insekten und Vögel, die Nützlinge für den Obst- und Gemüsegarten sind. www.bund.net/service/publikationen/detail/publication/insekten-schuetzen- leicht-gemacht/

Auf einer Broschüre zeigen wir Ihnen ganz konkret, was Sie für Bienen, Käfer und Schmetterlinge alles tun können: www.bund.net/service/publikationen/detail/publication/insekten-schuetzen- leicht-gemacht/


Öko-Tipp der Woche 16: Torffrei gärtnern – Moore und Klima schützen

Der BUND Naturschutz (BN) appelliert an alle Hobbygärtner nur Erden ohne Torf zu nutzen. Denn damit können sie wertvolle Moore vor weiterer Zerstörung bewahren und zu Natur- und Klimaschutz beitragen.

Moore und ihre dicken Torfschichten sind über Jahrtausende gewachsen und speichern viel Kohlenstoff. Werden sie für die Gewinnung von Torf abgebaggert, gehen wichtige Lebensräume für seltene Arten verloren und es gelangen große Mengen des Treibhausgases CO2 in die Atmosphäre. Moore sind einzigartige Ökosysteme und bedeutende Klimaschützer, die wir bewahren müssen. Torf gehört deshalb auf keinen Fall in den Garten oder in Blumenkübel, sagt der BUND. Doch um die Nachfrage an Billigblumenerde zu befriedigen, ist – nachdem ein Großteil der hiesigen Moore bereits zerstört ist – der Ausverkauf osteuropäischer Moore in vollem Gange. Es ist eine Katastrophe, wenn diese noch weitgehend intakten Lebensräume abgebaggert und unwiederbringlich zerstört werden.

Egal, ob für Blumen- oder Gemüsebeet, Balkonkasten, Kräutertopf, Anzucht oder Hochbeet: Es gibt Alternativen ohne Torf. Der BUND listet im aktualisierten „Einkaufsführer torffreie Erden“ Produkte, Hersteller und Verkaufsstellen auf und gibt Tipps, wie sich der Kauf von neuer Erde ganz vermeiden lässt. Viele Verbraucher wissen nicht, dass sich jede Menge Torf im Sack befindet, wenn sie Blumenerde kaufen. So leisten sie unbewusst der Zerstörung dieses so wichtigen Lebensraumes und der Freisetzung von CO2 weiter Vorschub. Rund zehn Millionen Kubikmeter Torf werden in Deutschland jedes Jahr verbraucht, etwa zweieinhalb Millionen von Hobbygärtnern.

Moore beheimaten zahlreiche bedrohte Tier- und Pflanzenarten wie Goldregenpfeifer, Hochmoorbläuling oder Sonnentau. Das sind Arten, die fast nur dort leben können. Zudem bedecken Moore weltweit nur drei Prozent der Landoberfläche, speichern jedoch doppelt so viel Kohlenstoff wie alle Wälder auf einer rund sieben Mal so großen Fläche. Moore sind deshalb wahre Klimaschützer, so der BUND.

Den aktualisierten BUND-Einkaufsführer für torffreie Erden finden Sie unter: www.bund.net/torffrei


Öko-Tipp der Woche 3: Salamander - gut versteckt im Winter

Naturschützer suchen Quartiere von Salamandern

Feuersalamander sind wechselwarm. Das bedeutet sie sind stets so warm wie ihre Um­gebung. Wird es im Spätherbst kühler, verlassen die nachtaktiven Tiere ihre Tages­verstecke unter Totholz, Moos oder in Mauerritzen, um frostfreie Winterquartiere aufzu­suchen.

„Feuersalamander teilen sich Höhlen oder stillgelegte Schächte häufig mit anderen Über­win­ter­­ungs­gästen wie Fledermäusen“, berichtet Biologin Dr. Jacqueline Kuhn vom BUND Natur­schutz der Kreisgruppe Miltenberg, die das Artenhilfsprogramm für den Feuersalamander im Spessart koordiniert. Beliebte Rückzug­s­orte für die Salamander im Winter sind auch nicht mehr ge­nutzte Was­ser­versorgungsanlagen, Wasserbehälter, alte Brunnen und Eis-, Ge­wölbe- oder Bier­­keller.

Ist das Winterquartier bezogen, gilt es in der Regel auszuharren und auf den Frühling zu warten. Immer wärmer werdende Winter bringen aber auch die Salamander durcheinander. So kann es zuweilen passieren, dass man plötzlich bei Regen und frühlingshaft milden Temperaturen mit­ten im Dezember auf Feuersalamander trifft. Andreas Schneider ist als Naturfotograf draußen viel unterwegs, oft auch bei Nacht und im Regen. Erst kürzlich ist er bei seinen nächtlichen Spaziergängen zufällig auf eine alte Mauer als Quartier von Sala­man­dern gestoßen. Bei einer gemeinsamen Ortsbegehung nahmen beide die alte Sand­steinmauer genauer unter die Lupe. Und tatsächlich, tief in den Ritzen versteckt lässt sich das gelb-schwarze Muster eines Salamanders erkennen und der Fund dokumentieren. Sind die Mauern in den Hang gebaut, und tief mit Löchern und Gängen von Kleinsäugern wie Mäusen durchzogen, bieten sie den Salamandern auch im Winter Schutz vor Kälte und Frost.

Bisher kennen wir nur wenige Winterquartiere von Feuersalamandern im Spessart, erzählt die Biologin. Im Rahmen des Artenhilfsprogramm sollen diese jedoch erfasst, geprüft und gege­benenfalls optimiert werden. Die Bevölkerung wird deshalb gebeten, zufällige Funde mit Foto und Koor­di­na­ten an feuersalamander@bn-miltenberg.de zu melden.Mehr Informationen zum Projekt:

https://www.bund-naturschutz.de/tiere-in-bayern/amphibien/schwanzlurche/feuersalamander