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Ortsgruppe Aschaffenburg

Frühlingszeit ist Jungtierzeit – auch bei der Europäischen Wildkatze. Der BUND Naturschutz (BN) warnt in dem Zusammenhang vor der Verwechslungsgefahr zwischen Haus- und Wildkatze. Immer wieder kommt es zu folgenschweren Verwechslungen, weil wohlmeinende Spaziergänger junge Wildkatzen aus dem Wald mitnehmen. Jetzt im Mai werden die jungen Wildkatzen mobil und spielen gern vor ihrem Versteck. Diese Tiere sind nicht hilflos und verlassen – ihre Mutter ist nur auf Mäusejagd und kommt bald zurück. Stoßen Wanderer auf graugetigerte Kätzchen im Wald, sollten sie die Jungtiere in Ruhe lassen und sich zügig entfernen. Wildkatzen sind streng geschützte Wildtiere, nicht zähmbar, ausgesprochen scheu, wild und heimlich. Im Wald aufgesammelte Jungkatzen werden schnell sehr kratzbürstig. Und verboten ist die Haltung von Wildkatzen ohnehin. Deshalb appelliert der BUND Wildkätzchen bitte im Wald zu lassen. Nur in seltenen Ausnahmefällen sind die jungen Wildkätzchen im Wald tatsächlich in Not. Bei Unsicherheiten sollte man zu einem späteren Zeitpunkt nochmal zurückkehren, um die Situation erneut zu bewerten. Im Notfall kann man die Untere Naturschutzbehörde im Landkreis oder den jeweiligen BUND-Landesverband kontaktieren.

Wildkatzenmütter brauchen naturnahe, vielfältige Wälder mit viel Totholz, um ihre Jungen sicher verstecken zu können. Finden sie keine natürlichen Verstecke, werfen sie ihre Jungen auch oft in Holzstapeln am Wegesrand. Werden die aufgeschichteten Baumstämme dann abtransportiert, kommen die Jungtiere oft um. Auch sollte vermieden werden, Flächen mit umgestürzten Bäumen im Frühling und Sommer mit schwerem Gerät zu räumen, da Wildkatzen hier besonders gerne ihre Jungen verstecken. Aufpassen sollte man vor allem in ihren Hauptverbreitungsgebieten. Dazu gehören auch Spessart und Odenwald. Graugetigerte Hauskatzen sehen Europäischen Wildkatzen oft sehr ähnlich. Unsere Hauskatzen stammen aber von der Afrikanischen Falbkatze ab, die erst die Römer zu uns brachten. Zu diesem Zeitpunkt lebte die Wildkatze schon lange in unseren Wäldern. Hauptmerkmale der erwachsenen Wildkatzen sind ihr sehr buschiger Schwanz mit klar abgesetzten dunklen Ringen und die verwaschene Zeichnung auf cremefarbenem Fell. Nachdem sie vor hundert Jahren bei uns fast ausgerottet war, kehrt die Wildkatze mittlerweile in viele ihrer ursprünglichen Lebensräume zurück.

Als besonderes Highlight im Rahmen des Gartenschläfer-Projekts ist dem BUND Naturschutz Aschaffenburg im letzten Jahr eine scheue Wildkatze in zwei Fotofallen im Forst Hain getappt. Eine riesige Überraschung für Sandra Knöppel, die eigentlich dem Gartenschläfer auf der Spur war und weil ein Vorkommen hier bisher nicht bekannt war. Ein Videozusammenschnitt ist zu sehen unter: https://www.youtube.com/watch?v=Ctq68lp7Ekc

Weitere Infos: www.bund-naturschutz.de/tiere-in-bayern/wildkatze


Öko-Tipp der Woche Nr.18: Moore und Klima schützen – torffrei gärtnern

Moore dienen dem Hoch- und Grundwasserschutz, sind wichtige Klimaschützer, Refugien für viele seltene Tiere und Pflanzen und tragen so zum Erhalt der biologischen Vielfalt bei, unterstreicht der BUND Naturschutz (BN).

Doch Moore wurden bis vor wenigen Jahrzehnten als wertlos angesehen. Seit Generationen werden sie für landwirtschaftliche Zwecke trockengelegt, mit Drainagen und Gräben entwässert. So wurden in Bayern 95 % der Moore vernichtet. Diese Moorzerstörung dauert bis heute an. Auch heute noch wird in Deutschland Torf abgebaut, wenn auch zu einem deutlich geringeren Anteil als in anderen Ländern. Obwohl es längst bessere Alternativen gibt, landet so der in Jahrtausenden gewachsene Moorboden als Blumenerde in unseren Gärten und Balkonkästen. Torffreies Gärtnern ist also gelebter Moorschutz!

Die Moore als Klimaschützer speichern enorme Mengen CO2, weltweit etwa doppelt so viel wie alle Wälder zusammen. Intakte Moore sind die einzigen Ökosysteme, die kontinuierlich und dauerhaft schädlichen Kohlenstoff in großen Mengen aufnehmen. Sie speichern bis zu sechsmal so viel wie ein Wald gleicher Fläche. Weltweit sind bis zu 30 % des gesamten Bodenkohlenstoffs in Mooren gebunden. Zudem sind Moore Rückhaltesysteme bei Hochwasser. Wie riesige Schwämme können sie gigantische Mengen Wasser speichern und langsam abgeben.

Viele Tiere und Pflanzen der „Roten Liste“ finden in den Mooren eine Heimat, wie Kreuzotter, Birkhuhn, seltene Libellen und Schmetterlinge, Torfmoose, Sonnentau, Fettkraut und das Wollgras.

Moore sind landschaftsprägende Juwele unserer Heimat: Wasser, Tiere, Pflanzen – und der Kontrast zur Kulturlandschaft – machen den Reiz der Moore aus.

Moore trockenzulegen erzeugt Treibhausgase und schadet Klima, Umwelt, Pflanzen und Tieren. Drainierte Moore sind nicht nur ihrer Schutzfunktion für das Klima beraubt, sondern sind die größte Einzelquelle für Treibhausgase nach den Öl- und Kohlekraftwerken.

Deshalb stopp der Moorvernichtung! Wir brauchen das Moor, um atmen zu können. Seit Jahrzehnten setzt sich der BUND daher für den Schutz und die Renaturierung der Moore ein. Und auch Sie können zum Moorschutz beitragen. Kaufen Sie für Garten und Balkon nur torffreie Erde, denn Torf, das ist der Stoff, aus dem die Moore sind! Unterstützen Sie den BUND beim Schutz der Moore.

Weitere Infos: www.bund-naturschutz.de/natur-und-landschaft/moore-in-bayern

www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/naturgarten/torffreie-erde


Öko-Tipp der Woche 15: Die Hummeln sind los - Frag die Hummel-Hotline!

Hummeln sind beliebt. Auch beim derzeit nasskalten Wetter kann man sie vielerorts bereits durch die Luft brummen hören. Die zum Fliegen notwendige Temperatur erzeugen die Tiere dabei durch die Vibration ihrer Brustmuskulatur. So können Hummeln schon im April auf Nahrungssuche gehen. Dank ihrer Wetterbeständigkeit gehören sie zu den wichtigsten Bestäubern des Tierreiches. In Deutschland gibt es 41 Arten von ihnen - aber welche habe ich gerade vor mir? Wir verraten es Ihnen! Einfach die Hummel fotografieren und uns das Bild per WhatsApp schicken. Unser Expertenteam vom BUND Naturschutz (BN) und Institut für Biodiversitätsinfor-mation (IFBI) antwortet mit dem Namen der Hummel-Art und Informationen rund um Ihre Hummel:

  1. Telefonnummer der Hummel-Hotline zu Ihren Kontakten hinzufügen:  01 51 / 18 46 01 63
  2. Hummel mit WhatsApp fotografieren und Foto mit Postleitzahl und Datum an  die Hummel- Hotline senden.
  3. Unsere Experten antworten und sagen Ihnen, welchen Hummel-Art Sie entdeckt haben.

Die Angabe von Postleitzahl und Datum ist wichtig, weil wir nur so mehr über die Verbreitung bestimmter Hummelarten und ihre Flugzeiten erfahren können - Informationen, die wichtig für den Schutz der Hummeln sind. Die Daten tragen wir in eine Karte ein. Diese Karte mit den Fundorten und weitere Informationen über Hummeln und ihrem Schutz finden sie unter: www.bund-naturschutz.de/aktionen/welche-hummel-ist-das

Die Hummel-Hotline läuft  noch bis 18. April 2022. Sie ist ein Gemeinschaftsprojekt des BUND und des Institut für Biodiversitätsinformation (IFBI): www.ifbi.net

 


Öko-Tipp der Woche 13: Vogelstimmen kennenlernen mit dem Vogelphilipp

Am 1. April startet der BUND Naturschutz (BN) mit seiner Vogelstimmen-Hotline. Wer wissen will, welche Vögel in seiner Umgebung singen, kann den Gesang mit dem Handy aufnehmen und über WhatsApp an den Vogelphilipp schicken. Der BN gibt zudem Tipps, wie man mehr Vogelarten in den Garten locken kann. Über 250 Vogelarten sind in Deutschland als Brutvögel zu Hause, davon sind mehr als die Hälfte sogenannte Singvögel. Gerade im Frühling melden sich Singvögel lautstark zu Wort, um ihr Revier abzugrenzen und einen Partner anzulocken. Doch wer singt da genau? Das und mehr beantwortet im April der „Vogelphilipp“. Der Landshuter Ornithologe Philipp Herrmann kennt die Vogelstimmen wie kein Zweiter. Jeder kann mitmachen: Einfach den Vogelgesang mit dem Smartphone über die Sprachnachrichtenfunktion von WhatsApp aufnehmen und an die Nummer +49 160 4424450 schicken. Der „Vogelphilipp“ hört sich jede einzelne Aufnahme genau an und gibt persönlich Bescheid, welcher Vogel singt. Oft gibt es sogar noch ein paar Zusatzinformationen über die Art und ihren Gesang als Dreingabe dazu.

Die häufigsten dreizehn Vogelstimmen kann man sich auf der Homepage des BN anhören. Das rhythmische Tschilpen von Haus- und Feldsperlingen lässt sich leicht aus den anderen Stimmen heraushören, auch das typische zizizidä, zizizidä der Blaumeise. Schwierig dagegen sind die verschiedenen Nachahmungen der Stare. Die Vogelstimmen zum Nachhören und weitere Infos zu den häufigsten Vögeln gibt es hier: www.bund-naturschutz.de/gefiederte-freunde

Im letzten April haben bei dem Projekt über 2000 Menschen mitgemacht und 4500 Vogelstimmen an die Vogelstimmenhotline gesandt. Darunter waren 89 unterschiedliche Vogelarten und auch seltene Arten wie Schwarzstorch, Wiedehopf oder Doppelschnepfe. Besonders häufig wurden gehört (in dieser Reihenfolge): Kohlmeise, Amsel, Buchfink, Mönchsgrasmücke und Kleiber.
Naturschutz beginnt vor der Haustüre.

Vögel in den Garten zu locken ist nicht schwer. Sie brauchen Nahrung, Wasser, Nistmöglichkeiten, Schutz und Deckung. Werden diese Grundbedürfnisse erfüllt, ist es ein Leichtes im eigenen Garten den Gesängen unserer gefiederten Freunde zu lauschen. Wer sich für eine naturnahe Gartengestaltung mit vielen Strukturen wie zum Beispiel beerentragende Gehölze, heimische Blühpflanzen oder auch Totholz entscheidet, leistet einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz. Infos: www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/naturgarten/natuerlich-gaertnern

Dem Heimatsound lauschen: Dawn Chorus

Machen Sie auch mit beim Citizen Science Projekt Dawn Chorus im Mai, welches der BN unterstützt: Menschen aus aller Welt sind aufgerufen, an einem beliebigen Tag im Mai zwischen Morgendämmerung und Sonnenaufgang die Vogelstimmen vor der eigenen Haustür eine Minute lang mit der kostenlos verfügbaren Dawn Chorus – App aufzunehmen. Die Aufnahmen werden weltweit kartiert und ergänzen eine wissenschaftliche Datenbank zur Biodiversitätsforschung.

Mehr Informationen darüber finden Sie unter: www.dawn-chorus.org.


Ökotipp der Woche 11: Wenn Garten und Balkon rufen

 

Frühlingszeit heißt Gartenzeit. Im eigenen Garten, im Kleingarten oder auch auf Balkon oder Terrasse – es gibt es viel zu tun, so der BUND Naturschutz (BN). Denken sie daran insektenfreundlich zu gärtnern. Verblühte Stängel vom Vorjahr sollten so lange wie möglich stehen bleiben, denn hier haben vielleicht Insekten überwintert. Idealerweise entfernt man sie auf den Beeten erst, wenn Zeit für die neue Saat ist. Egal ob Garten oder Balkon: chemisch-synthetische Pestizide haben hier nichts zu suchen. Wildkräuter werden gejätet, gegen ungewollte Insekten helfen Nützlinge wie Marienkäfer und Schlupfwespen. Kleingärten, Privatgärten und kommunale Grünflächen sind mit ihrer Biodiversität Teil des deutschen Kulturerbes und haben enormes Potential für Lebensräume für Insekten, sofern sie pestizidfrei und naturnah bewirtschaftet werden. Rund 4.600 Tonnen Pestizid-Zubereitungen kaufen Hobbygärtner jährlich.

Insektenfreundliches Gärtnern ist auch für Hobbygärtner ein wichtiges Thema. Jeder Lebensraum, ja Schutzraum, für Insekten zählt, so der BUND. Die Alternativen zum Gifteinsatz sind vielen bekannt und oft viel günstiger. Schon aufgrund der Fehlanwendungen und der Nähe zu Kindern verbietet sich der Einsatz von chemisch-synthetischen Pestiziden im Haus- und Kleingarten.

Im März und April ist es außerdem Zeit zum Vorziehen von Pflanzen auf der warmen Fensterbank: Sommerblumen, Paprika, Auberginen und Tomaten brauchen viel Sonne und mehr als nur frühlingshafte Temperaturen. Pflanztöpfe lassen sich aus alten Zeitungen oder Kartons ganz leicht selbst basteln und müssen nicht zugekauft werden. Überwinternde Pflanzen und Kübelpflanzen können umgetopft und zurückgeschnitten werden. Verzichten Sie auf Torf beim Umpflanzen und kaufen Sie nur torffreie Blumenerde. Beim Torfabbau verschwinden einzigartige Ökosysteme und der im Torf gespeicherte Kohlenstoff gelangt als klimaschädliches CO2 in die Atmosphäre.

Weitere BUND-Tipps:

  •  Rupfen, jäten, mulchen und pflanzliche Stärkungsmittel einsetzen – chemische   Gifte haben im Garten nichts zu suchen
  •  Achten Sie bei Neupflanzungen auf heimische Pflanzen und heimisches Saatgut – greifen sie öfters zu Bio-Zierpflanzen
  • Mähen Sie weniger und lassen Sie Randstreifen stehen. Probieren Sie doch mal einen Kräuterrasen aus
  • Wilde Ecken und weniger Aufräumen sind gut für jeden Garten. Totholz als Lebensraum, Wasserstellen oder auch Nisthilfen für Wildbienen und Vögel runden den Garten ab

Kleingärten und Balkone haben riesiges Potential für die Biodiversität, sofern sie ohne Pestizide, Torf und Mineraldünger bewirtschaftet werden. Machen Sie mit, damit sich Insekten und andere Tiere und Pflanzen wieder wohlfühlen und ausbreiten. Schaffen Sie Lebensräume im Garten! Weitere Informationen:  www.bund.net/umweltgifte/pestizide/insektenfreundlicher-garten/

Torffrei gärtnern: www.bund.net/service/publikationen/detail/publication/bund-einkaufsfuehrer-fuer-torffreie-erden/


Öko-Tipp der Woche 8 – 2022 Frösche schützen

Kaum ist der Frost vorüber, kriechen Frösche, Kröten und Unken (die Froschlurche), sowie Molche und Salamander (die Schwanzlurche) aus ihren Winterplätzen und steuern Wasserstellen an, um dort zu laichen. Doch auf dem Weg dorthin und später lauern viele Gefahren. Autoverkehr, Kellerschächte, Landwirtschaft und sogar Hobbygärtner bedrohen ihr Überleben. Als sehr ernst stuft der BUND Naturschutz (BN) die Lage ein: Zehn der 19 in Bayern heimischen Amphibienarten sind bedroht.

Hauptsächlich leiden die Amphibien unter dem Verlust von Lebensräumen. Der fortschreitende Flächenverbrauch durch Industrie und Landwirtschaft, die Zerschneidung der Landschaft durch Siedlungen und Straßen erschweren ihnen das Überleben. Laichgewässer werden vernichtet oder verschmutzt. Tausende Frösche und Kröten sterben jedes Frühjahr auf Straßen bei ihren Wanderungen zu den Laichgewässern. Zunehmend bereiten auch der Klimawandel und diverse eingeschleppte Krankheiten den Amphibien Schwierigkeiten.

Der BUND will mit einigen Tipps helfen, die Amphibien im Alltag zu schützen.

  • Fallen verschließen: Retten Sie Amphibien, die durch Roste, in Löcher und Schächte gefallen sind. Verschließen Sie derartige Zugänge oder schaffen Sie Ausstiegshilfen für Kleintiere.
  • Lebensräume im Garten schaffen: Halten Sie Ihren Garten naturnah und chemiefrei. Legen Sie einen strukturreichen, unbedingt fischfreien Gartenteich an, denn Fische sind Nahrungskonkurrenten und fressen oft den Laich der Lurche. In Kompost- und Totholzhaufen können sich Frösche verstecken und überwintern. Heimische Stauden und Gehölze sowie Wildblumenwiesen bieten ihnen einen idealen Lebensraum und Nahrung.
  • Amphibienfreundlich einkaufen: Wer "Bio" kauft, trägt dazu bei, dass in der Landwirtschaft weniger chemische Spritzmittel eingesetzt werden, die für Amphibien eine der Hauptrückgangsursachen sind. Außerdem erhalten Biobetriebe wichtige Lebensraumstrukturen, wie Kleingewässer und Hecken.
  • Holzprodukte aus FSC zertifiziertem Holz kaufen. Dies trägt zur verträglicheren Bewirtschaftung unserer Wälder bei – wichtiger Lebensraum für viele Amphibienarten.
  • Schützen Sie Amphibienlebensräume: Wehren Sie sich gegen Landschaftszerschneidung durch Straßen und Versiegelung von freier Landschaft.
  • Mehr naturnahe Lebensräume: SetzenSie sich vor Ort aktiv dafür ein und helfen Sie mit, die Landschaft naturnäher zu gestalten.
  • Fuß vom Gas für Kröten: Achten Sie als AutofahrerIn auf Straßenabschnitte mit Amphibienwechsel. Wenn möglich: Meiden Sie im ausgehenden Winter und Frühling Straßenabschnitte mit Amphibienwanderung.

Weitere Tipps: https://www.bund-naturschutz.de/tiere-in-bayern/amphibien


Öko-Tipp der Woche 7 - 2022 Heimat und Landschaft bewahren

Der Flächenfraß ist auch am bayerischen Untermain neben dem Klimawandel eines der größten regionalen Umweltprobleme, so der BUND Naturschutz (BN). Zwischen 1980 und 2016 hat die Siedlungs- und Verkehrsfläche in der Region Bayerischer Untermain um 42% zugenommen, während die Einwohnerzahl nur um 16% wuchs. Der Anteil an bebauter Fläche im Landkreis Aschaffenburg liegt trotz der großen Waldflächen mit fast 15% deutlich über dem bayerischen Durchschnitt und der Flächenverbrauch ist nach wie vor viel zu hoch. Der größte Siedlungsdruck herrscht insbesondere im Maintal und in den stadtnahen Gemeinden. Immer mehr unserer Heimat mit lebendigen Gemeinden und hohem Wohnwert, sowie die attraktive Kulturlandschaft verschwindet hektarweise unter Beton und Asphalt. Dabei ist der Boden  unsere Lebensgrundlage. Man kann ihn nicht mal eben herstellen, er braucht für seine Entstehung Jahrhunderte! Wir verschwenden unsere Flächen und geben unsere fruchtbarsten Äcker hin, die wir für unsere Nahrungsmittelproduktion brauchen, um Straßen, Siedlungen, Gewerbegebiete, Supermärkte und Parkplätze darauf zu bauen und für den Sand-, Kies- und Steinabbau. So nehmen wir Tieren und Pflanzen den Lebensraum und beschleunigen damit das immense Artensterben. Er verändert grundlegend das Gesicht unserer Heimat und raubt ihr Schönheit, Erholungswert und den Charakter. Das idyllische Maintal und die umgebende Landschaft verlieren langsam ihr Gesicht. Ein gewaltiger Kulturwandel findet statt. Unsere Region ist bereits heute dicht besiedelt. Immer mehr Baugebiete, Einkaufs- und Logistikzentren entstehen an Straßen und Ortsrändern. Parkplätze und Straßen werden gebaut. Die Innenstädte und Ortskerne veröden, der Verkehr nimmt zu und das soziale Zusammenleben verarmt. Verschiedene Planungen knabbern die verbliebenen Freiflächen von allen Seiten an, wie der Straßenbau und der überdimensionierte Ausbau von Straßen wie z.B. die Staatsstraße St2305 zwischen Niedersteinbach und Michelbach, die B469 und B26 zur Autobahn und die großflächige Ausweisung von Gewerbegebieten. Hinzu kommt der immer mehr Flächen verschlingende Kies-, Sand- und Steinabbau am Untermain, der langsam die Dimension eines Braunkohlentagebaus annimmt, der ganze Landstriche verwüstet und das Grundwasser für lange Zeit schädigt. Die Politik muss endlich die Trendwende beim Flächenverbrauch hinbekommen. Kein weiterer Verbrauch neuer Flächen ohne Renaturierung überbauter Fläche an anderer Stelle. Möglichkeiten der Innenentwicklung für Kommunen stärken. Recycling statt Ausbeutung von Bodenschätzen. Denn wenn Boden verloren geht, verlieren wir Nahrungsmittelsicherheit, biologische Vielfalt, Gesundheit und Wasserqualität! Wirksamer Flächenschutz hilft nicht nur der Natur, sondern erhöht auch die Lebensqualität.                                                                                                    

WOLLEN WIR DABEI ZUSEHEN? WIR MÜSSEN DIESEN AUSVERKAUF UNSERER LANDSCHAFT  STOPPEN!  MACHEN SIE MIT!                                             

Kaufen Sie im Ortskern ein und nicht bei Online-Händlern oder im Einkaufspark. Setzen Sie sich bei Unterschriftenaktionen, Petitionen oder der Gemeindeverwaltung gegen die Ausweisung neuer Gewerbe- und Baugebiete ein.                                                        

Weitere Infos: https://www.bund.net/lebensraeume/flaechenverbrauch/                              

www.bund-naturschutz.de/flaechenschutz.html


Öko-Tipp der Woche 5 - 2022 Kosmetik ohne Mikroplastik

Mikroplastik ist überall. Die winzigen Partikel wurden in unseren Ozeanen, den Schweizer Alpen und im arktischen Eis nachgewiesen – und wahrscheinlich befindet sich auch Mikroplastik in Ihrem Badezimmer. Denn viele Kosmetik- und Pflegeprodukte, ob Duschgel, Peeling oder Lippenstift, enthalten die Kunststoffteilchen. Mikroplastik ist biologisch meist schwer bis gar nicht abbaubar. Im Abwasser gelangen diese Kunststoffe über die Kläranlagen direkt in unsere Flüsse und Meere oder im Klärschlamm auf die Felder und somit in den Naturkreislauf. Kleinstlebewesen im Meer nehmen es auf, bevor sie von Fischen gefressen werden. Von Fischen und Muscheln ernähren sich wiederum Meeressäuger, Vögel – und wir Menschen. Und das, obwohl längst nachgewiesen ist, dass die Kunststoffteilchen der Gesundheit schaden können. Sind wir Mikroplastik also hilflos ausgeliefert?   

Keineswegs! Denn es gibt Plastik freie Alternativen. Und die können Sie ab sofort mit der ToxFox-App des BUND Naturschutz (BN) ganz leicht aufspüren. Wenn Sie im Supermarkt oder der Drogerie einkaufen und nicht sicher sind, ob ein Produkt Mikroplastik enthält, hilft die App weiter. Scannen Sie einfach den Barcode auf der Verpackung. Die erfolgreiche App des BN zeigt auch an, ob das Produkt hormonelle Schadstoffe, Nanopartikel oder andere gesundheits- und umweltschädliche Chemikalien enthält. Darüber hinaus gibt sie Auskunft zu Schadstoffen in fast allen Alltagsprodukten. Auch bei Spielzeug, Möbeln, Teppichen, Sportschuhen, Textilien und elektronischen Geräten hilft die App weiter. Ist ein Produkt einmal noch nicht in unserer Datenbank erfasst, sendet die App automatisch eine Anfrage an den Hersteller. Dieser ist verpflichtet, binnen 45 Tagen zu antworten, wenn das Produkt gefährliche Stoffe enthält. Mit jedem Scan sorgen Sie für mehr Transparenz.                                                                           

Die ToxFox-App können Sie beim BUND Naturschutz für iOS und Android herunterladen: www.bund.net/themen/chemie/toxfox/


Öko-Tipp der Woche 4 - 2022 Feuersalamander – Bedrohter Spessartbewohner

Der Feuersalamander ist aufgrund des Verlustes seiner Lebensräume stark gefährdet. Außerdem ist er durch den eingeschleppten Hautpilz Batrachochytrium salamandrivorans (Bsal) bedroht, der sogar zum Aussterben der Art führen kann. Bsal ist seit 2020 auch in Bayern angekommen. Im Steigerwald wurde er erstmals an Feuersalamandern nachgewiesen. Sowohl unsere heimischen Molcharten als auch der Feuer- und Alpensalamander können von Bsal befallen und getötet werden. Unsere anderen Amphibien können als Träger des Pilzes fungieren. Sie sind jedoch glücklicherweise resistent.                                                                                            

Der Spessart, mit seinen zahlreichen Quellen und Quellbächen, zählt zu den Verbreitungsschwerpunkten des Feuersalamanders in ganz Deutschland. Diese Lebensräume sind sehr wertvoll, da Quellbereiche sehr artenreich sind. Hunderte von Tierarten leben in den im Idealfall nährstoffarmen, sauerstoffreichen, gleichbleibend kühlen Gewässern. Gerade diese Besonderheiten machen sie auch so verletzlich. Keinesfalls dürfen Müll oder Gartenabfälle dort abgelagert werden. Auch sollten Quellen nicht betreten werden.                                  

Holzmacher und Waldarbeiter bitten wir die Quellbereiche bei Fahrten und Fällarbeiten unbedingt zu schonen. Warten Sie Frost ab, um zu verhindern, dass in den Schuhsohlen und den Schlepperreifen Waldboden verfrachtet wird. Damit kann einer Verschleppung von Bsal-Sporen im Erdreich entgegengewirkt werden. Wechseln Sie bitte nicht mit dem Schlepper innerhalb verschiedener Waldquellen. Reinigen Sie die Reifen zumindest mit dem Dampfstrahler daheim auf der Hofstelle und waschen sie auch Ihre Schuhe aus. Noch besser ist eine Desinfektion der Schuhe. Dazu kann eine 70-prozentige Alkohollösung oder verdünnter Brennspiritus, im Verhältnis von ca. 3 Teilen Leitungswasser auf 7 Teile Spiritus, mit einer Einwirkzeit von 2 Minuten verwendet werden. Die Desinfektionsmaßnahme sollte auf festen Wegen und Plätzen vorgenommen werden, entfernt von Fließ- und Stillgewässern.                                                                                                         Seit März 2021 setzen sich die bayerischen Naturschutzverbände BUND Naturschutz (BN), Landesbund für Vogelschutz (LBV) und Landesverband für Amphibien- und Reptilienschutz in Bayern (LARS) in einem gemeinsamen Artenhilfsprogramm "Feuersalamander in Bayern" für die gefährdete Art ein.                                  

Feuersalamander-Vorkommen melden                                                            Wenn Sie Feuersalamander entdecken, bzw. Vorkommen kennen und melden wollen, dann wenden Sie sich bitte an unsere Regionalkoordinatorin für den Spessart: Dr. Jacqueline Kuhn (jacqueline.kuhn@bn-miltenberg.de)

Infos: miltenberg.bund-naturschutz.de/aktuelles/artikel/hilfe-fuer-den-feuersalamander


ÖKO-TIPP DER WOCHE 2 - 2022 RICHTIG HEIZEN UND LÜFTEN

Heizen ist nicht nur teuer, es verbraucht im Haushalt mit Abstand am meisten Energie und verursacht die größten Mengen an klimaschädlichem Kohlendioxid (CO2).  Der BUND Naturschutz (BN) zeigt, wie Sie mit richtigem Heizverhalten Geldbeutel und Klima erheblich schonen. So spart beispielsweise die Senkung der Raumtemperatur um nur 1°C  im Durchschnitt 6 % Energie. Als Richtwert im Wohnraum gelten 20 °C. In der Küche sind 18 und im Schlafzimmer 17 °C ausreichend. Das Badezimmer darf mit 22 °C etwas wärmer sein, gerade nach dem Duschen oder Baden sollte aber unbedingt stoßgelüftet werden, damit die feuchtwarme Luft nicht im Raum bleibt.

Nachts oder auch tagsüber, wenn niemand zuhause ist, kann die Temperatur um drei bis fünf Grad gesenkt werden. Die Heizkörper voll aufzudrehen ist nicht nötig, weil dabei die gewünschte Raumtemperatur schnell überschritten und unnötig viel Energie vergeudet wird.

Stoßlüften statt Kippfenster für Sauerstoff

Stoßlüften ist für ein gutes Raumklima unerlässlich, so der BUND. Es verringert Ausdünstungen und die Feuchtigkeit in Wohnräumen und führt frischen Sauerstoff zu. Richtiges Heizen und Lüften ist also notwendig, sonst kann sich in der Wohnung schnell Schimmel bilden. Mehrmals täglich die Fenster ganz zu öffnen und fünf Minuten kräftig durchzulüften (am besten Querlüften) sorgt für ein gutes Raumklima. Querlüften: Fenster in gegenüberliegenden Räumen sowie die Raumtüren öffnen. Dauerhaft gekippte Fenster sind nicht notwendig und erhöhen den Energieverbrauch unnötig.

Außerdem sollten Sie darauf achten, dass Heizkörper nicht durch Möbel und Vorhänge zugestellt oder verdeckt sind, da die erwärmte Luft sich sonst nicht im Raum verteilen kann. Zusätzlich können nachts die Wärmeverluste durch das Fenster durch Schließen der Rollläden um etwa 20 Prozent verringert werden. Geschlossene Vorhänge verstärken diesen Effekt zusätzlich.