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Ortsgruppe Aschaffenburg

Öko-Tipp der Woche 27 Igel wieder unterwegs - Mähroboter leider auch

Igel sind wieder unterwegs. Um satt zu werden, müssen die Stachelritter manchmal mehrere Kilometer zurücklegen. Dabei begegnen ihnen viele Gefahren. Eine davon kommt sehr leise daher: Mähroboter!

05.07.2021

Sie sind eine Gefahr für Kleintiere im Garten, verhindern die Entwicklung blühender Artenvielfalt und fördern den Ordnungswahn vieler Gartenbesitzer. Der BUND Naturschutz bittet deshalb um mehr Mut zur Wildnis: Je vielfältiger der Garten gestaltet ist und je mehr insektenfreundliche Pflanzen darin wachsen, umso wohler fühlt sich der Igel. Wer bereits einen Mähroboter besitzt, sollte die Geräte nur tagsüber arbeiten lassen und längere Zeitintervalle für den Einsatz wählen.

Sobald es dämmert, sind jetzt wieder unsere Igel unterwegs und gehen auf Nahrungssuche. Als Insektenfresser frisst er im Frühjahr und Spätherbst aber auch gerne Regenwürmer, am liebsten aber nachtaktive Laufkäfer – doch die werden immer weniger. „Manchmal müssen Igel weit laufen um satt zu werden. Da kommen pro Nacht schnell mal drei Kilometer und mehr zusammen“, erklärt Dagmar Förster vom BUND Naturschutz Aschaffenburg. Die unglaublich feine Igelnase findet jeden Leckerbissen. Durchqueren Igel einen von Robotern gepflegten Rasen oder gehen dort auf Beutefang, kann das gefährlich werden. „Igel sind keine Fluchttiere – sie harren sie aus und warten ab, oder rollen sich zusammen - doch auch diese Strategie hilft nur großen kräftigen Tieren, die von den Sensoren der Mäher erkannt werden“, sagt D. Förster. Kleinere Igel, Lurche und Reptilien werden nicht erkannt und deshalb überrollt, verletzt oder getötet. Auch, wenn viele Hersteller die Sicherheitsstandards ihrer Roboter-Modelle in den höchsten Tönen loben, bleiben die automatischen Mäher ein großes Risiko für unsere Wildtiere. Der BUND bittet deshalb alle Igelfreunde: Wer nicht auf den Mähroboter verzichten kann, sollte die Mähzeiten unbedingt auf den Tag verlegen und vorab gründlich kontrollieren, ob Tiere gefährdet sein könnten. Das gilt auch für den Einsatz anderer motorisierter Gartengeräte wie Fadenmäher oder Motorsensen in unübersichtlichen Ecken des Gartens.

Durch häufiges Mähen verschwinden Kräuter, Wildgräser oder Moose. Knospen werden weggemäht, bevor sie entstehen. Für viele kleine Lebewesen wie Bienen, Hummeln, Grillen oder Schmetterlinge bleibt der „Rasen“ eine grüne Wüste.

Haben Sie mehr Mut zur Wildnis!

Info: www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/tieren-helfen/igel


Ökotipp Nr. 24: Klimafreundlich frisch bleiben - Energie sparen!

Mit der Energieverschwendung ist nun Schluss! Denn jetzt wird's klimafreundlich. Gehen Sie neue Wege beim Energiesparen – auch in Badezimmer. Bleiben Sie klima-freundlich frisch!

14.06.2021

Das Klima steckt in der Krise. Höchste Zeit zum Handeln. Die Politik ist gefragt und kann - und muss - jede Menge für das Klima tun. Sie gestaltet den großen Rahmen. Gleichzeitig sind wir alle gefragt mit anzupacken.

Und das können Sie tun: Probieren Sie immer wieder was Neues aus, um das Klima zu schützen. Zum Beispiel beim Energiesparen. Die beste Kilowattstunde ist die, die wir gar nicht erst verbrauchen. Einfach loslegen. Wollen Sie im Badezimmer Energie sparen? Mit den Tipps des BUND Naturschutz geht das ganz leicht und klima-freundlich!

HIER STECKT ENERGIE DRIN

Ohne Energie läuft gar nichts. Jeder Haushalt verbraucht im Durchschnitt 14 % davon für warmes Wasser!

 

LÄNGER SCHLAFEN

und dafür kürzer duschen. Denn für jede Minute pro Tag unter der Dusche rauschen jährlich Wasser und Energie im Wert von bis zu 60 Euro durch die Leitungen.

PAUSE FÜR DIE BRAUSE

Beim Einseifen: Wasser aus. Vielleicht mal waschen statt duschen?

DUSCHKOPF TAUSCHEN

Nutzen Sie eine wassersparende Brause. Sie verbraucht nur rund sechs Liter Wasser pro Minute. Und Ihre? Wasserdurchfluss messen:

1. Füllen Sie einen 10-Liter-Eimer mit voll aufgedrehter  Brause mit Warmwasser.

2. Messen Sie die Sekunden bis der Eimer voll ist.

3. Wasserdurchfluss (Liter) pro Minute = 60 x 10  ÷ gemessene Sekunden.

SCHONEND FRISCH

Jedes Grad weniger heißes Wasser schont Umwelt, Geldbeutel und Ihre Haut.

MAL ABSCHALTEN

Sie nutzen einen Boiler? Lassen Sie ihn nur dann arbeiten, wenn Sie  warmes Wasser brauchen. Also: Stecker raus im Urlaub – und  für den Alltag lohnt sich eine Zeitschaltuhr.

WEITERSAGEN UND WEITERMACHEN

Erzählen Sie anderen Menschen davon. Denn gemeinsam macht Klimaschutz mehr Spaß – und zeigt mehr Wirkung. Mehr Möglichkeiten, sich zu engagieren, finden Sie unter www.bund-naturschutz.de/spenden-helfen/mitmachen oder www.bund.net/energiespartipps


Öko-Tipp der Woche 20: Gartenschläfer gesehen? - Eine Schlafmaus in Not

Mit seiner unverwechselbaren Zeichnung, in Form einer schwarzen Zorro-Maske im Gesicht, ist der Gartenschläfer gut vom Siebenschläfer zu unterscheiden. Da die Tiere nachtaktiv sind, bekommt man sie äußerst selten zu Gesicht. Der kleine Verwandte des Siebenschläfers fühlt sich in Gärten, Weinbergen und Obstplantagen, aber auch in Hochlagen der Mittelgebirge wohl.

18.05.2021

Leider schrumpfen die Bestände des Gartenschläfers deutschlandweit. Mit dem Großprojekt „Spurensuche Gartenschläfer“ geht der BUND Naturschutz den noch unbekannten Ursachen auf den Grund. Mit Hilfe dieser Erkenntnisse will man anschließend ein wirkungsvolles Schutzkonzept für die Schlafmaus entwickeln und umsetzen.

Haben Sie einen Gartenschläfer gesehen? Dann melden Sie Ihre Sichtung bitte direkt auf der Online-Meldestelle „www.gartenschlaefer.de“ oder per Mail an “jacqueline.kuhn@bn-miltenberg.de“, die das Projekt in den Landkreisen Miltenberg, Main-Spessart, Aschaffenburg und der Stadt Aschaffenburg für den BUND koordiniert.

Was kann man jetzt schon für den Gartenschläfer tun:

    • Erhalten oder schaffen Sie Versteckmöglichkeiten mit Höhlenbäumen, Wild-   sträuchern und Steinhaufen.

    • Helfen Sie Lebensräume wie Streuobstwiesen zu erhalten.

    • Decken Sie Regentonnen ab um Gartenschläfer vor dem Ertrinken zu schützen.

    • Verzichten Sie auf Rattengift in Gärten.

    • Schlafmauskästen aufhängen: www.bund.net/gartenschlaefer/nistkasten

Weitere Infos:

 https://www.bund.net/themen/tiere-pflanzen/tiere/saeugetiere/gartenschlaefer/


Öko-Tipp der Woche 19 Welttag des Zugvogels | Der Steinschmätzer: Leben im Extremen

Im Mai ist der Welttag des Zugvogels, den unser Nachbar, der BUND Hessen, dem Steinschmätzer widmet. Um den kleinen Singvogel steht es schlecht.

12.05.2021

Die Art ist heute „vom Aussterben bedroht“ und in Bayern gibt es nur noch gut 50 Brutpaare, in Hessen 20. Das Leben des kleinen und bei uns seltenen Singvogels findet zwischen Extremen statt. Kein anderer Kleinvogel legt einen so weiten Weg zwischen Sommer- und Winterquartier im tropischen Afrika zurück. Dabei legen die nur 25 Gramm schweren Zugvögel jedes Jahr Strecken zwischen 4.000 Kilometern nach Mitteleuropa und bis zu 30.000 Kilometern nach Alaska zurück. Das ist Weltrekord unter den Singvögeln. Der gut getarnte Vogel hat auch extreme Ansprüche an geeignete Brutgebiete: kurzrasige, oft mit Steinen, kleinen Felsen oder Mauern durchsetzte trockene Wiesen, die ein Angebot an Höhlen und Spalten zur Nestanlage sowie ausreichende Ansitzwarten aufweisen. Die hauptsächlichen Gefährdungs-ursachen sind in einer teilweise massiven Lebensraumveränderung und -zerstörung zu suchen, beklagt der BUND. Durch eine intensivere Nutzung der Kulturlandschaft, wie z. B. Umwandlung von Ödland, Veränderungen in der Grünlandwirtschaft, Aufforstung von Heide- und Moorflächen, Ausräumen von Kleinstrukturen (Büsche, Lesesteinhaufen, Natursteinmauern) und Flurbereinigung. Durch Biozideinsatz auch außerhalb von Kulturanbauflächen wie z. B. an Bahndämmen und Wegrändern. Verwaist sind deshalb die ehemaligen Vorkommen in der Untermainebene. Nur im  Naturschutzgebiet des ehemaligen Standortübungsplatz Aschaffenburg, das der BUND Naturschutz 2007 mit einem Unterschutzstellungantrag angestoßen hat, konnten sich Restbestände halten. Dort sind die Bodenbrüter auch vor freilaufenden Hunden und vor Störungen durch den Menschen geschützt. Mit der Erhaltung von Ödland- und Brachflächen mit Lesesteinhaufen, können wir alle zum Schutz des bedrohten Singvogels beitragen.



Öko-Tipp der Woche 17 Mach mit: Eichhörnchen beobachten und melden!

Ob im Garten, im Stadtpark oder im Wald: Wo es Bäume gibt, trifft man meist auf Eichhörnchen. Es macht Spaß, den kleinen Gesellen zuzusehen. Dennoch weiß man erstaunlich wenig darüber, wie und wo genau in Bayern Eichhörnchen leben und wie sich ihr Bestand entwickelt. Das will der BUND Naturschutz (BN) gemeinsam mit Ihnen ändern!

29.04.2021

Je mehr wir über die kleinen Hörnchen wissen, umso besser können wir sie und ihre Lebensräume schützen. Gemeinsam mit Ihnen wollen wir deshalb herausfinden, wo es Eichhörnchen gibt, wie viele es sind und bei welchen Aktivitäten man sie beobachten kann. Eichhörnchen sind glücklicherweise laut Roter Liste nicht gefährdet, sie zählen jedoch zu den besonders geschützten Wildtieren und ihr Bestand ist rückläufig, beklagt der BN. Durch immer sterilere Gärten, Flächenversiegelung und Baumfällungen verlieren die Eichhörnchen in den Dörfern und Städten zunehmend an Lebensraum. Darum setzt sich der BN für einen besseren Schutz von Bäumen im Siedlungsraum ein. Dafür brauchen wir Ihre Unterstützung. Jeder kann mitmachen und Eichhörnchen-Forscher werden. Helfen Sie mit und melden Sie uns, wann und wo Sie Eichhörnchen gesehen haben – schnell und einfach auf der BN-Website:

www.bund-naturschutz.de/aktionen/eichhoernchen-beobachten-und-melden.html

oder mit unserer App, die ganz einfach heruntergeladen werden kann:

Google Play Store: www.bund-naturschutz.de/index.php

Apple App Store: www.bund-naturschutz.de/index.php


Öko-Tipp der Woche 15: Lebensgrundlage Wasser - ein Schatz braucht Schutz

Wasser ist Leben – doch vielerorts ist das Leben in Flüssen und Bächen und ihren

Auen infolge zahlreicher Belastungen stark zurückgegangen, bilanziert der BUND Naturschutz (BN).

12.04.2021

Wo sie renaturiert werden, kehrt das Leben zurück. Doch das passiert noch an viel zu wenigen Stellen und scheitert oft an fehlender Flächenverfügbarkeit. Flüsse brauchen einen Entwicklungskorridor und breite Auen, von denen nicht nur die Natur profitiert, sondern auch der Hochwasser- und Grundwasserschutz, das Klima, die Erholungsqualität und bei extensiver Nutzung auch die Landnutzer. Renaturierung muss einen höheren Wert bekommen und darf nicht an Einzelinteressen scheitern, damit sie endlich in die Fläche kommt. Der BN fordert deutlich mehr Anstrengungen im Wasserschutz auch in Bayern, denn 2021 werden zentrale Weichen für das Wasser gestellt. Heuer müssen zum dritten Mal sogenannte Bewirtschaftungspläne und Maßnahmenprogramme zur Erfüllung der Ziele der EU-Wasserrahmenrichtlinie aufgestellt werden. Gerade vor dem Hintergrund der massiven Auswirkungen der Klimakrise auf den Wasserhaushalt ist es dringend nötig, die Belastungen des Wassers und der Gewässer insbesondere durch zu hohe Düngeeinträge, Entwässerungen, zu hohe Wasserentnahmen, Begradigung und Aufstau sowie Flächenverluste deutlich zu reduzieren. Doch gerade in Bayern sind wir von einem guten Zustand und gesunden Gewässern noch weit entfernt kritisiert der BN. Wasser ist die Grundlage allen Lebens und ein unverzichtbares Gut und eine begrenzte Ressource, deren Wert es zunächst zu erkennen gilt, um es schätzen und schützen zu können.

Zentrale Forderungen des BUND Naturschutz zum Gewässerschutz:

 Vorsorge- und Verursacherprinzip durchsetzen

 Flüssen und Bächen mehr Raum geben - Dynamik zulassen

 Versiegelung stoppen - Rückbaumöglichkeiten prüfen

 Abbau von Querbauwerken und Uferversteinungen

 Wasser dezentral und naturverträglich in der Fläche halten

 Nähr- und Schadstoff- sowie Feinsedimentbelastungen reduzieren

 Wasserentnahmen reduzieren - Entwässerungen rückgängig machen

 Binnenschifffahrt den Flüssen anpassen

Viele Menschen tragen schon jetzt durch ein verantwortliches ökologisches Verhalten beim Einkauf, im Haushalt und Garten zum Gewässerschutz bei und benutzen des-halb nur umweltfreundliche Stoffe zur Reinigung, zum Spülen und Waschen, oder zur Renovierung. Verzichten im Garten auf Düngemittel und Pestizide. Geben Medikamente und Chemikalien ordnungsgemäß bei dafür vorgesehenen Sammel-stellen ab - denn ein Großteil davon gelangt sonst in das Abwasser und kann unsere Gesundheit gefährden.

Weitere Infos: www.bund.net/fluesse-gewaesser/wasserrahmenrichtlinie/


Öko-Tipp Nr. 14 Brut- & Setzzeit – Rücksicht auf Wildtiere nehmen

Wildtiere sollten während der Brut- und Setzzeit von März bis September nicht gestört werden. Deshalb: Hunde an die Leine nehmen und auf den Wegen bleiben – so werden die Jungtiere nicht gestört.

06.04.2021

Mit dem Beginn des Frühlings kündigt sich auch der Nachwuchs unserer heimischen Wildtiere an! Während der sogenannten Brut- und Setzzeit zwischen März und September reagieren sie besonders empfindlich auf Störungen. Wir Menschen können ohne großen Aufwand Rücksicht nehmen: Wer beim Spaziergang auf den befestigten Wegen bleibt und seinen Hund an die Leine nimmt, vermeidet es, junge Feldhasen, Rehkitze sowie bodenbrütende Vögel z.B. Ente, Rebhuhn, Kiebitz oder Feldlerche aufzuschrecken, und erspart ihnen eine Menge Stress. Manchmal kann so eine Begegnung sogar tödlich für die Jundtiere enden. Die Tiere befinden sich insbe-sondere auf Feldern, Wiesen und Grünflächen, aber auch im Unterholz im Wald.

Viele Kommunen haben deshalb während der Brut- und Setzzeit eine Leinenpflicht festgesetzt. Bei Missachtung drohen teilweise hohe Bußgelder.


Öko-Tipp der Woche 13: Hoffnung für den Osterhasen

Der Legende nach versteckt „Meister Lampe“ an Ostern die bunten Eier. Noch. Schwindende Lebensräume, Mangel an Kräutern und zunehmender Verkehr machen dem Feldhasen zu schaffen, warnt der BUND Naturschutz (BN).

30.03.2021

„Der Feldhase ist ein Kräuterspezialist. Doch die sind in der intensiven Landwirtschaft selten geworden.“, so Dagmar Förster, Kreisvorsitzende des BN Aschaffenburg. Mehr Blütenreichtum, weniger Pestizide, mehr Ökolandbau und Biotopverbund helfen auch Meister Lampe. Kritik übt der BN auch nach wie vor am hohen Flächenverbrauch im Landkreis, der die Lebensräume nicht nur des Feldhasen laufend einschränkt.

Der Feldhase ist eine Art der Agrarlandschaft und war früher ein „Allerweltstier“. Heute ist er wie viele andere Arten der Feldflur ein seltener Anblick geworden und steht in der sogenannten „Roten Liste“ der gefährdeten Arten. Er braucht artenreiche Kräuternahrung sowie Verstecke vor Fressfeinden und für die Jungenaufzucht. In der intensiv genutzten Agrarlandschaft ist beides selten geworden. Dazu kommen noch die Gefahren durch Straßen und zunehmenden Verkehr sowie generell abnehmender Lebensraum durch Siedlungen und Gewerbegebiete.

Der Feldhase ist bekannt als Kräuterspezialist. Margeriten, Wilde Möhre, Fenchel, Kamille, Rotschwingel, Klee und viele andere Kräuter stehen auf dem Speiseplan- Diese „Kräuter-Apotheke“ ist gerade im Frühjahr besonders wichtig, wenn die Hasenjungen fette und gesunde Milch brauchen. 

„Um einen weiteren Rückgang der Hasenbestände zu vermeiden, brauchen wir den Erhalt und die Aufwertung der Landschaft mit blütenreichen Wiesen, Rainen, Säumen, Versteckmöglichkeiten wie alten Heckenbeständen und Brachflächen sowie einen Biotopverbund zur Vernetzung der Lebensräume“, fordert Dagmar Förster. Das heißt Aufbau und Verbesserung dieser „grünen Infrastruktur“ und Verminderung der negativen Wirkung der „grauen Infrastruktur“ wie Zerschneidung der Lebensräume durch Straßen und Ausbau des landwirtschaftlichen Kernwegenetzes. Davon würden auch viele andere Arten der Agrarlandschaft wie Goldammer, Kiebitz, Grasfrosch oder viele Insektenarten profitieren.

Meister Lampe profitiert auch vom ökologischen Landbau. Dieser verzichtet auf Mineraldünger und chemische Spritzmittel, baut viele verschiedene Kulturen an und sieht Wildkräuter nicht nur als Unkraut an. Deshalb kann jeder durch den Kauf von Bio-Lebensmitteln dem „Hasen in Not“ helfen.

Der Feldhase ist ein Tier mit beeindruckenden Fähigkeiten: Er ist ein Meister der Tarnung mit hervorragendem Gehör. Durch seine langen, kräftigen Hinterbeine ist der Feldhase sehr flink: Auf der Flucht erreicht er Geschwindigkeiten von etwa 50 km/h, kurzzeitig sogar bis zu 70 km/h – das ist schneller als ein Rennpferd im Galopp! Dabei schlägt er 90-Grad-Haken und kann bis zu drei Meter hoch und sieben Meter weit springen. Um die Damen zu beeindrucken, liefern sich die männlichen Hasen in der Paarungszeit spektakuläre Boxkämpfe und Wettrennen. Übrigens: Vom Wildkaninchen kann man den Feldhasen durch seine deutlich größeren Ohren unterscheiden.


Ökotipp Nr.8 - 2021: Amphibien wandern – Vorsicht auf den Straßen!

Bald schon sind die Kröten, Frösche und Molche wieder auf Achse. Die ersten Amphibien – überwiegend Grasfrösche, Erdkröten und Bergmolche – erwachen mit Beginn der milden Witterung aus ihrer Winterstarre und machen sich auf den Weg zu den Laichgewässern um dort ihre Eier abzulegen. Sie suchen jedes Jahr wieder jene Gewässer auf, in denen sie sich selbst von der Kaulquappe zum Frosch, Molch oder zur Kröte gewandelt haben, so der BUND Naturschutz (BN).

24.02.2021

Besonders in Nächten mit leichtem Regen – die Temperaturen sollten in den Abendstunden über 5°C und nachts über dem Gefrierpunkt liegen – machen sich die Tiere auf den Weg. Dabei legen sie über mehrere Tage verteilt Strecken von bis zu 2 km zurück. Eine gefahrvolle Reise, denn sie müssen auf ihrer Wanderung einige Straßen überqueren und kommen dabei leicht buchstäblich unter die Räder. Für den Amphibienbestand sind diese Verluste erheblich. An manchen Orten sterben bis zu 70 % der Tiere bei der Überquerung einer einzigen Straße. 

Zum Schutz der Tiere wird die Untere Naturschutzbehörde gemeinsam mit der Straßenmeisterei und ehrenamtlichen Helfern der Naturschutzverbände Krötenschutzzäune aufbauen. Entlang der Schutzzäune werden Eimer im Boden eingegraben, um die Tiere aufzufangen. Im Zeitraum der Krötenwanderung werden die Eimer täglich geleert, die geretteten Tiere gezählt und über die Straße gesetzt. Die Amphibienwanderung kann sich je nach Wetterlage bis Mitte April hinziehen.

Der BUND bittet Sie, liebe Autofahrer, fahren Sie während dieser Zeit auf den entsprechenden Strecken vorsichtig und langsam, um die Tiere zu schützen und die Helfer am Straßenrand nicht zu gefährden. Vielen Dank!

Langfristig kämpft der BUND für den Erhalt wertvoller Amphibienbiotope. Amphibienschutz bedeutet vor allem strukturreiche Landschaften und Feuchtgebiete als Lebensraum für sie zu bewahren oder wiederherzustellen und ihre Wege dorthin abzusichern. Viele Naturfreunde gestalten deshalb ihren Garten entsprechend um. Sie pflanzen heimische Stauden, Gehölze und Wildblumenwiesen als Nahrungsgrundlage an, verwenden keine Spritzmittel, legen Kompost- und Totholzhaufen als Verstecke, sowie Tümpel, Gräben und Gartenteiche als Laichplätze an.

Weitere Infos: www.bund-naturschutz.de/tiere-in-bayern/amphibien

 und www.bund-naturschutz.de/tiere-in-bayern/amphibien/amphibienschutz-in-bayern/amphibienwanderung

 

Öko-Tipp der Woche 5 – 2021: Jetzt Nistkästen für Vögel und Schlafmäuse bauen!

Schon jetzt sollte man an die Kinderstuben der heimischen Tiere denken, empfiehlt der BUND Naturschutz. Nicht nur viele Vogelarten, sondern auch Schlafmäuse wie der gefährdete Gartenschläfer und der Siebenschläfer sind auf geschützte Orte wie Nistkästen für ihren Nachwuchs angewiesen.

01.02.2021

Ältere Bäume mit Baumhöhlen oder dichte Hecken von Schlehen, Brombeeren oder Wildrosen bieten optimale Nistplätze, so der BUND. Doch wenn diese Bäume noch zu klein sind oder ein Anpflanzen nicht möglich ist, kann man jetzt Nistkästen selbst bauen oder kaufen.

Je nach Vogelart gibt es verschiedene Nistkastenformen und Größen der Einfluglöcher. Der BUND empfiehlt, nicht nur die typischen Meisenkästen zu wählen, sondern auch speziellere Nisthilfen für andere Vogelarten – oder auch für Gartenschläfer. Bei Schlafmaus-Nistkästen befindet sich das Einstiegsloch auf der  dem Baum zugewandten Rückseite. So können die kleinen Bewohner am Baumstamm in die Kästen hineinklettern. Besonders für Arten wie den Gartenrotschwanz oder den gefährdeten Gartenschläfer sind Nistkästen eine gute Unterstützung. So kann man einen kleinen Beitrag zum Schutz der Artenvielfalt leisten.

Mit etwas handwerklichem Geschick lassen sich Nistkästen einfach selbst bauen. Dafür bietet der BUND verschiedene Bauanleitungen auf seiner Website. Alternativ können sie in Baumärkten oder dem BUND-Laden erworben werden.

Beim Anbringen der Nisthilfe und weiterer Gartenarbeit empfiehlt der BUND bis zum März zu warten um überwinternde Tiere nicht zu stören. Die Kästen sollten dann vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt und nach Osten oder Südosten angebracht werden. Sie sollten außerdem möglichst sicher vor Katzen, Mardern und Eichhörnchen hängen. Je nach Art des Nistkastens sollte er in mindestens zwei Metern Höhe angebracht werden.

Bauanleitungen für Schlafmauskasten: www.bund.net/gartenschlaefer/nistkasten

Vogelnistkasten: www.bund-rvso.de/nistkasten-meise-hoehlenbrueter.html


Öko-Tipp der Woche 4 – 2021: Wetterkleidung ohne giftige Chemikalien!

In der kalten und nassen Jahreszeit brauchen wir wetterfeste Kleidung. Winter-jacken, Gummistiefel und Matsch¬hosen gehören in diesen Tagen dazu, wenn die Kinder vor die Tür gehen. Diese Bekleidung kann jedoch der Gesundheit und der Umwelt schaden, wenn sie giftige Stoffe enthält, warnt der BUND Naturschutz.

25.01.2021

Er empfiehlt bei Wetterkleidung Produkte aus gewachster Baumwolle. Bei Kunst-stoffmaterialien sind Polyethylen oder Polyester die besseren Alternativen. Leider gilt für viele Stoffe: unsichtbar, aber gefährlich. Viele Alltagsprodukte enthalten Schadstoffe, die mit Erkrankungen wie Krebs oder Unfruchtbarkeit in Verbindung gebracht werden. Bei Tests enthielten einige Regenjacken so viele Chemikalien, dass sie eigentlich als Sondermüll gekennzeichnet werden müssten. Sehr verbreitet sind zinnorganische Verbindungen, die eine hormonelle Wirkung haben. Regenbekleidung aus PVC enthält oft Weichmacher. Diese dünsten aus, werden vom Körper aufgenommen und können schon in geringen Mengen den Hormonhaushalt und die Fortpflanzung stören. Hormonelle Wirkstoffe haben in Kinderkleidung nichts verloren. Deshalb fordert der BUND ein generelles Verbot von hormonell schädlichen Stoffen in allen verbrauchernahen Produkten.

Bei der Müllver­bren­nung von PVC-Produkten werden sowohl stark ätzender Chlor­was­serstoff als auch giftige Dioxine und Furane freigesetzt. Auch polyaromatische Kohlen­was­serstoffe (PAK) verstecken sich häufig in Regensachen und werden durch Schwitzen und Reibung freigesetzt. PAK sind sehr langlebig, reichern sich in Lebewesen an und sind deshalb ein großes Umweltproblem.

Der BUND rät einen großen Bogen um diese Stoffe zu machen. Bei Gummi-stiefeln sind Verbraucherinnen und Verbraucher mit Produkten aus Naturkautschuk auf der sicheren Seite.

Unbedenkliche Kleidung gibt es im Fachhandel sowie in Öko-Versandhäusern. Aber auch in anderen Geschäften können Sie fündig werden und ökologisch unbedenkliche Kleidung kaufen. Hier hilft der BUND-Produktcheck mit der „ToxFox-App“  Alltagsprodukte auf Schadstoffe zu überprüfen. Scannen, fragen, giftfrei einkaufen – so einfach geht schadstofffreies Einkaufen.

Weitere Informationen:

Hormonelle Schadstoffe: www.bund.net/themen/chemie/hormonelle-schadstoffe/

ToxFox: www.bund.net/toxfox


Öko-Tipp der Woche 2 – 2021: Agrar- und Ernährungswende jetzt!

Höfe, Tiere und Umwelt brauchen eine Zukunft!

Corona zeigt uns noch deutlicher, wie wichtig eine bäuerliche, nachhaltige Landwirtschaft ist.

Mit tagtäglicher harter Arbeit sichert sie unsere Ernährung. Die Pandemie veranschaulicht aber auch die Probleme: Am Beispiel Tönnies sehen wir, wie die Industrie gewaltige Profite auf Kosten von Menschen, Tieren und Natur einfährt. Das macht uns sauer! Wir fordern eine zukunftsfähige Landwirtschaft, die gute Lebensmittel für alle herstellt. Ernährungswende jetzt!

12.01.2021

Wegen der Pandemie findet dieses Jahr keine Großdemo wie üblich zur „Grünen Woche“ statt. Dafür wird der Protest vom BUND Naturschutz mit über 50 weiteren Organisatoren Corona gerecht am 16. Januar in Berlin veranstaltet. 

Wir wollen:

- die Klimakrise bekämpfen – Fleischkonsum senken & gesunde Böden sichern!

Der immense Fleischhunger schadet dem Klima und unserer Gesundheit. Obwohl die Erde immer mehr überhitzt, wird nicht gehandelt. Schluss damit: Ernährungswende jetzt – Klimaschutz braucht zukunftsfähige Agrar- & Ernährungspolitik!

- das Höfesterben beenden – Bauern beim Umbau der Landwirtschaft unterstützen!

Der Ausverkauf von landwirtschaftlichen Flächen an Finanzinvestoren muss gestoppt werden! Agrarsubventionen nur noch für Höfe, die Tiere gut halten, Umwelt und Klima schützen und gesundes Essen für alle herstellen!

- die Tierfabriken stoppen – Stallumbau fördern & Tierzahlen reduzieren!

Billigfleisch-System beenden und artgerechte Tierhaltung fördern! Mehr Platz, Tageslicht und frische Luft für Hühner, Kühe, Schweine & Co.! Wir brauchen Qualität statt Quantität. Also: Nur so viele Tiere pro Fläche wie Boden und Wasser zulassen. Faire Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten und bessere Preise für die Bauern! Wir fordern: Schluss mit Tierfabriken, Billigfleisch und Futter von Regenwaldflächen – Bauern beim Umbau der Tierhaltung unterstützen!  

- den Pestizidausstieg angehen  – Gesundheit & Insekten schützen!

Die Chemiemultis  machen Milliardengewinne auf Kosten von Artenvielfalt, Klima und der Gesundheit von Menschen weltweit.

Menschen aus ganz Deutschland können sich mit individuell gestalteten Fußabdrücken virtuell an der Demo am 16.01. beteiligen: https://www.wir-haben-es-satt.de/mitmachen/fussabdruck/

Machen Sie mit! 

 

 


Öko-Tipp der Woche 52 – 2020 Neujahr ohne Böllerei

Anlässlich des Verkaufsverbotes für Silvesterfeuerwerk erklärt Olaf Bandt, Vorsitzender des BUND: „Wir begrüßen, dass sich die Kanzlerin sowie die Ministerpräsidenen für ein stilles Silvester entschieden haben. Das Verbot für den Verkauf von Pyrotechnik und das Abbrennen von Feuerwerk ist richtig und wird auch von einer großen Mehrheit der Bevölkerung mitgetragen“.

21.12.2020

Der BUND appelliert an die Vernunft jedes Einzelnen, böllerfrei ins neue Jahr zu starten. Die Verletzungsgefahr im Umgang mit Böllern und Raketen ist groß und viele Kliniken arbeiten wegen der vielen Covid-19-Patienten ohnehin schon am Limit. Vielerorts werden durch das Abbrennen von Feuerwerk die Grenzwerte für Feinstaub weit überschritten und Menschen, die an  Atemwegserkrankungen leiden, werden unnötig gefährdet. Der Qualm enthält gesundheitsschädigende Stoffe wie Schwermetalle, die Atemwegserkrankungen und sogar Krebs auslösen können. Und nicht zuletzt: Die alljährliche Silvesterknallerei löst bei Haus- und Wildtieren Panik und massiven Stress aus. Unseren Mitgeschöpfen diese Quälerei zu ersparen ist also auch ein Stück aktiver Tierschutz.

Der zurückgebliebene Müll enthält diverse Chemikalien, die mit dem Schmelz- oder Regenwasser fortgespült werden und Boden und Grundwasser verschmutzen.

Generell sollte auch das Silvesterfeuerwerk verpflichtender Bestandteil der Luftreinhaltepläne werden. Der BUND hat entsprechende Änderungen der Verordnung zum Bundesimmissionsschutzgesetz gefordert, ebenso effektive gesetzliche Maßnahmen, um Feuerwerkskörper mit schädlichen Inhaltsstoffen und hoher Staubentwicklung aus dem Verkehr zu ziehen.

www.bund.net/bund-tipps/detail-tipps/tip/neujahr-ohne-boellerei/


Öko-Tipp der Woche 51 – 2020: Zu Weihnachten natürlich schmücken

Ob am Weihnachtsbaum oder rund ums Haus – zur Adventszeit soll es für viele Menschen weihnachtlich und gemütlich aussehen. Das erreicht man vor allem mit Weihnachtsdekoration und allerlei Verzierungen.

18.12.2020

Silberbeschichtete Christbaum-kugeln, mit Acryl glasierte Schneemänner oder Lametta aus Stanniol – die Liste weihnachtlicher Deko­ra­tionen, die als Sondermüll entsorgt werden müssen, ist lang. Daher rät der BUND Naturschutz (BN) zu natürlichen und recyclebaren Materialien.

Weihnachtsdeko selber basteln:

Zum Dekorieren eignen sich kleine Äpfel aus dem heimischen ökologischen Anbau und selbst­ge­backene Biolebkuchen oder -plätzchen hervorragend als duftende, leckere und umweltfreundliche Verzierung an Adventskranz oder Weihnachtsbaum. Christbaumkugeln aus mundgeblasenem Glas oder aus Pappe sehen schön aus und können, wenn sie Schaden nehmen, einfach im Glas- oder Papiercontainer entsorgt werden. Auch selbst gebastelte Figuren aus natürlichen Materialien wie Stroh, Tannenzapfen, Nussschalen, Holz oder Bienenwachs schonen die Umwelt und verbreiten eine heimelige Atmosphäre. Verzichtet werden sollte auf Schnee-, Gold-, Kupfer- oder Silbersprays. Sie können laut BUND schädliche Substanzen enthalten. Als Schneeersatz eignet sich sauerstoff-gebleichte Watte besser. Statt glänzender Bindfäden, die das Schwermetall Kupfer enthalten, sollten Stoffbänder oder Garn aus Bast benutzt werden. Dies ist genauso dekorativ und aus Umweltsicht besser geeignet. Auf Lametta sollte man ganz verzichten.

Grundsätzlich gilt, dass man Dekorationen und Verpackungen so oft wie möglich recyceln sollte, denn immens viele Materialien können wiederverwendet oder zum Basteln genutzt werden und sollten deshalb nicht gleich im Müll landen. Das "Upcycling" ist ein Trend, bei dem aus Müll Neues gebastelt wird. Im Internet finden sich hierzu unzählige Tipps und Ideen.

aschaffenburg.bund-naturschutz.de



Öko-Tipp der Woche 48 – 2020: Mobilitätswende - Bedürfnisse der Menschen im Mittelpunkt

Der BUND Naturschutz (BN) fordert gemeinsam mit Ver.di Bayern eine Mobilitätswende, die die Bedürfnisse der Menschen und nicht den Autoverkehr in den Mittelpunkt der Verkehrspolitik stellt. Das Ziel muss es sein, mit einer besseren und neu geregelten Finanzierung des ÖPNV die Verkehrswende in Städten, Kommunen und Landkreisen durch den Ausbau klimafreundlicher Mobilität nachhaltig in Angriff nehmen zu können.

23.11.2020

„Der attraktive Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs ist von zentraler Bedeutung für Mobilitätswende und Klimaschutz“, erklärte Martin Geilhufe vom BN. Zur besseren Finanzierung des ÖPNV müssten zudem zukünftig Gelder aus dem überflüssigen Fernstraßenneubau verwendet werden. Klimaschutz sei eine globale Herausforderung, die Verantwortung dafür könne nicht auf der kommunalen Ebene abgeladen werden. Bund und Länder müssen endlich Verantwortung übernehmen.
Eine Verkehrswende ist leider auch bei uns am Untermain bisher nicht zu erkennen. So ignoriert die dem Geist des letzten Jahrhunderts entsprungene Planung zur B 469 die Klimakrise und das Artensterben. Grundwasser soll abgesenkt werden, als hätten wir keine Dürresommer und sinkende Grundwasserspiegel. Über 14 ha Wald, davon sogar mehr als 10 ha Bannwald, sollen dafür vernichtet werden, wo wir uns doch inzwischen um jeden Baum sorgen. Eine Fläche von knapp 23 ha soll dauerhaft versiegelt werden und dabei auch wertvolle Biotope unter Asphalt und Beton begraben werden. Die veranschlagten Kosten von über 102 Mio. Euro stehen in keinem Verhältnis zum Nutzen des Bauvorhabens. Alternativen wurden nicht geprüft. Deshalb lehnt der BN mit zahlreichen anderen Verbänden den autobahnähnlichen Ausbau ab und wird sich weiterhin dagegen einsetzen.
Wir bitten deshalb um Ihre Unterstützung, auch durch Spenden an
BUND Naturschutz Kreisgruppe Aschaffenburg:
Raiffeisenbank, Aschaffenburg e G
IBAN: DE29 7956 2514 0006 7035 00
Verwendungszweck: Klima & Wald statt Asphalt                            
Ihre Zuwendung an den Bund Naturschutz ist steuerlich absetzbar.
 


Öko-Tipp der Woche 46 – 2020 Lebensraum Garten statt Schottergärten

...oder das Grauen hinterm Gartenzaun.

Aus dem Wunsch nach einem pflegeleichten Garten entstehen derzeit vermehrt „Schottergärten“. Vorgärten und ganze Gartenbereiche werden mit Folie oder Vlies abgedeckt, worauf Kies, Steine, Splitt oder Schotter verteilt werden.

 

10.11.2020

Für Tiere und Pflanzen ist ein Schottergarten in etwa so attraktiv wie der asphaltierte Parkplatz vor dem Aldi. Diese Steinwüsten schaden der Natur und dem Stadtklima. Im Sommer speichern sie die Sonnenwärme und tragen so zur Überhitzung der Städte bei, anstatt als grüne Lunge die Folgen des Klimawandels abzumildern und temperaturausgleichend zu wirken. Die erzeugte Wirkung ist leblos, steril, spannungsarm und kalt. Es wird weniger Staub gebunden und Lärm gedämpft. Und stürzt ein heftiger Gewitterregen vom Himmel, steigt die Überschwemmungsgefahr, denn der mit Folie verschlossene Boden kann das Wasser nicht aufnehmen. Ein Schottergarten ist nicht zum Aufenthalt von Menschen gemacht, zeigt keinerlei Willkommenskultur und verändert sich nicht im Jahresverlauf. Er ist ökologisch wertlos und wenig nachhaltig. Kein Baum, kein Strauch, keine Blüte und auch kein Insekt und kein Vogel: Wo sich Schottergärten breitmachen, klaffen plötzlich Löcher im Netz der Naturflächen, die Tiere und Pflanzen für ihre Existenz brauchen. Manche bezeichnen sie etwas provokant als Gärten des Grauens.
Und auch die Hoffnung auf Arbeitserleichterung erfüllt sich nicht, im Gegenteil. Schotterflächen verursachen einen hohen Pflegeaufwand. Organisches Material wie Pollen, Blüten, Samen und Blätter fallen zwischen die Steine und verrotten. Es bildet sich eine Humusschicht und erste Wildkräuter keimen. Algen, Moose und Flechten siedeln sich an. Eine Verfärbung tritt ein. Der Garten wird unansehnlich. Ein notwendiges Reinigen und Jäten birgt Probleme, da es sehr mühsam ist, jedes Wildkraut zwischen den einzelnen Steinen zu entfernen. Der BUND Naturschutz (BN) hat ermittelt, dass ein naturnah angelegtes Garten-paradies wesentlich mehr Nutzen und Freude bringt als ein „Schottergarten“. Für viele Menschen bietet ein naturnaher Garten Lebensraum, Erholung, Naturerfahrung, Aufenthaltsqualität und Raum für körperliche Aktivität und mentale Entspannung, so der BN. Urbanes Grün ist prägendes Element unserer Städte und Gemeinden. Es übernimmt vielfältige soziale, gesundheitliche, wirtschaftliche, ökologische und klimatische Funktionen und leistet insgesamt einen zentralen Beitrag zur Sicherung und Verbesserung der Lebensqualität. Auch unsere Kommunalbehörden sind aufgerufen zu reagieren. Schottergärten sind nämlich sowieso lt. Bayerischer Bauordnung verboten!
Siehe dazu: schwandorf.bund-naturschutz.de/brennpunkte/alptraum-schottergarten
aschaffenburg.bund-naturschutz.de


Öko-Tipp der Woche 43 – 2020 Ökologische Grabpflege

Friedhöfe verbessern das Stadtklima und bieten Rückzugsräume für viele Pflanzen- und Tierarten. Deshalb sollten bei der Bepflanzung von Gräbern nur heimische Sorten eingesetzt werden.

21.10.2020

Die früher in erster Linie für die Grabbepflanzung verwendeten Pflanzen mit Symbolcharakter  sowie  Heilpflanzen  sind  heute  weitgehend  in  Vergessenheit  geraten. Für Töpfe, Gestecke und anderes Schmuckwerk wird viel zu oft Plastik verwendet, in den hinteren Ecken von Friedhöfen befinden sich dann wahre „Sondermülldeponien“. Plastik gehört nicht auf den Friedhof. Der BUND Naturschutz (BN) empfiehlt beim Blumenhändler nach kompostierbaren Materialien zu fragen.

Auch bei herkömmlichen Grabkerzen bleibt nach Abbrennen der Kerze der Kunststoffbehälter als Abfall zurück. Als Alternative gibt es im Handel und in einigen Friedhöfen nachfüllbare Kerzen.

Auch der vielfach auf Gräbern ausgebrachte Torf hat erhebliche ökologische Nachteile. Er versauert den Boden, sein Abbau vernichtet die letzten Moore und schädigt so die Artenvielfalt. Leider bestehen herkömmliche Grab- und Blumenerden im Handel zu einem erheblichen Anteil aus Torf. Aber in allen Gärtnereien und Gartenmärkten sind inzwischen torffreie Produkte erhältlich.

Eine Gefahr für die ökologische Bedeutung der Friedhöfe stellen grababdeckende Steinplatten und das Belegen der Grabstätten mit Kies dar. Ihre Ausbreitung würde nicht nur bedeuten, dass die Leistungsfähigkeit der Friedhöfe für die Verbesserung von Klima, Luft, Boden und Wasser verringert und der Lebensraum für Pflanzen und Tiere eingeschränkt wird, sie verwandeln darüber hinaus den Friedhof in eine kalte und triste Totenstätte. Auf das Ausbringen von Herbiziden zur Bekämpfung von „Unkräutern“ und auch auf den Einsatz von Schädlingsbe-kämpfungsmitteln sollte unbedingt verzichtet werden.

     Tipps des BUND Naturschutz für eine ökologische Grabpflege:

  • Achten Sie auf torffreie Grab- oder Blumenerde um die Moore zu schützen.
  • Nutzen Sie heimische Pflanzen, die auf neutralen, heimischen Böden gedeihen.
  • Mit nachfüllbaren Grablichtern sparen Sie viel Plastikmüll.
  • Elektrische Grablichter sollten möglichst mit einem Akku, einem Lichtsensor und Solar-Modul ausgestattet sein.
  • Achten Sie bei Grabgestecken auf die Verwendung natürlicher Materialien.
  • Ziehen Sie mehrjährige Pflanzen Schnittblumen vor.

Infos:https://www.bund-niedersachsen.de/ueber-uns/bund-projekte/aktuelle-projekte/oekologische-nische-friedhof/


Öko-Tipp der Woche 42 – 2020: Gartenpflege im Herbst

Nach einer Umfrage des BUND Naturschutz entdecken immer mehr Gartenbesitzer ein Herz für Tiere und räumen im Herbst ihren Garten nicht blitzblank auf.

13.10.2020

So sollten Laubreste, Reisighaufen und verblühte Blumen nicht vollständig entsorgt werden. Sie können im Winter verschiedenen Tieren Unterschlupf und Futter bieten.

Stauden, Sträucher und Blumenreste liefern bestes Vogelfutter: Körnerfresser wie Finken, Ammern und Zeisige bedienen sich an den Samenständen von Blumen. Heimische Sträucher wie Schneeball und Heckenrosen bieten ebenfalls Nahrung für hungrige Vögel.

Alte Blüten und Pflanzenstängel bieten außerdem vielen Insekten Möglichkeiten zur Überwinterung. Wildbienen etwa legen ihre Eier in hohle, trockene Pflanzenstängel. Dort überwintern dann die Larven und schlüpfen im kommenden Jahr.

Ebenso hilfreich ist es, ein Stück der Blumenwiese nicht zu mähen und über den Winter stehen zu lassen. Auch das bietet Insekten Überwinterungsquartiere.

 

Reisighaufen – der ideale Platz für einen Winterschlaf

Äste und Zweige, die beim Zurückschneiden von Bäumen und Stauden entstehen, können in einer Gartenecke zu einem Reisighaufen aufgerichtet werden. Darauf kann zusätzlich altes Laub geschichtet werden. Das ist ein idealer Platz für den Winterschlaf der Igel. Aber auch Kröten oder Eidechsen finden zwischen den Zweigen Schutz und Nahrung, so der BUND.

 

Mulch schützt Boden und Wurzeln

Auch weitere organische Abfälle die bei der Gartenpflege anfallen können dem BUND zufolge umweltfreundlich entsorgt werden. Rasenschnitt, Laub und zerkleinerte Zweige ergeben Mulch. Eine circa 3 -5 cm dicke Mulchschicht verteilt auf die Beete schützt Boden und Pflanzenwurzeln. Mulch verhindert auch das Nachwachsen von Wildkäutern und bewahrt den Boden vor dem Austrocknen. Das organische Material bietet außerdem Regenwürmern und Bodenlebewesen reichlich Nahrung, die es so in wertvollen Humus und letztlich wieder in Pflanzennährstoffe umsetzen.


Öko-Tipp der Woche 41 – 2020 30 Jahre Wiedervereinigung – 31 Jahre Grünes Band!

Fast 40 Jahre lang war Deutschland geteilt, 30 Jahre lang sind die ehemalige DDR und die BRD nun wiedervereint. Das Grüne Band ist lebendiges Zeugnis dieser Geschichte. Die frühere innerdeutsche Grenze ist nicht nur eine „Arche Noah“ für Flora und Fauna, sondern auch ein Kultur- und Erinnerungsort, der an Demokratie, Freiheit und Frieden in unserem Land und in ganz Europa erinnert.

07.10.2020

Als „Vater des Grünen Bandes“ gilt Prof. Dr. Kai Frobel, der Leiter des Artenschutzreferates beim BUND Naturschutz (BN). Gleich nach dem Fall der Mauer organisierte er 1989 ein erstes Treffen von Naturschützern aus Ost und West. Sie verabschiedeten damals eine Resolution, das grüne Band des Grenzstreifens als zusammenhängendes Naturschutzgebiet umgehend zu sichern. Inzwischen hat sich daraus eine Naturschutzinitiative „Das Grüne Band Europa“ (European Green Belt) entwickelt, welche den weitgehend naturnah belassenen Grenzstreifen des Eisernen Vorhanges quer durch Europa erhalten will. Dieser hat eine Gesamtlänge von über 12.500 km und reicht vom Eismeer im Norden Norwegens bis zum Schwarzen Meer an der Grenze zur Türkei. Zudem gibt es eine gemeinsame Absichtserklärung der Bundesländer am Grünen Band zur Ausweisung als „Nationales Naturmonument“, so wie es Sachsen-Anhalt und Thüringen bereits getan haben.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat Frobel für seine außerordentlichen Leistungen für den Erhalt der wertvollen Lebensräume entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze am 1. Oktober mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Anlässlich des 30. Jahrestages der deutschen Wiedervereinigung bekräftigen der Deutsche Kulturrat und der BUND ihre Unterstützung der Nominierung des Grünen Bandes als UNESCO-Welterbe in den Kategorien Natur und Kultur.

Das Grüne Band ist heute ein lebendiges Symbol für die europäische Verständigung.  Dieser Biotopverbund ist ein europäischer Schatz mit herausragenden Naturwerten. Der BUND Naturschutz hat mit dem Grünen Band seit dem Fall der Mauer eines der größten und bedeutendsten Naturschutzprojekte Deutschlands geschaffen. Entlang des ehemaligen Todesstreifens ist das Grüne Band heute eine Lebenslinie. Es ist ein unersetzliches Rückzugsgebiet und Wanderkorridor für viele bedrohte Tiere und Pflanzen. Nach dem Mauerfall ist aus der innerdeutschen Grenze ein Symbol der Verbindung geworden, das Grüne Band. Die Artenvielfalt, die es in dieser Zeit hervorgebracht hat, ist bemerkenswert. Mit über 1.200 gefährdeten Tier- und Pflanzenspezies ist es eine Schatzkammer der Arten und zeigt mit Orchideenwiesen, Binnendünen, Heideflächen, naturnahen Wäldern, Mooren und Bächen einen Querschnitt durch deutsche Landschaften. Die Faszination des Grünen Bandes lässt sich am besten bei einem Besuch erleben. So können Sie umweltfreundlich dort ihren Urlaub verbringen und Natur und Kultur genießen.

Infos: www.bund.net/themen/gruenes-band


Öko-Tipp der Woche 38 – 2020 Nicht Kinder brauchen Grenzen – sondern der Verkehr!

Die KIDICAL MASS, eine Fahrrad-Veranstaltung, bringt ganz Deutschland ins Rollen. Am 19. September ab um 15:00 Uhr auch in Aschaffenburg auf dem Theaterplatz.

15.09.2020

Wir sind jetzt an einem Punkt, wo vieles in den Städten und Gemeinden nicht mehr zu ertragen ist. Luftschadstoffe, Feinstaub, Lärm, Platz, Umwelt, Klima, Flächenfraß – ein ‘Weiter So’ geht nicht. Wobei das Auto auf diesen Gebieten zu den Hauptschuldigen zählt. Viel zu wenig wurde bisher für den Nahverkehr und andere umweltfreundliche Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger oder Fahrradfahrer getan und einseitig der motorisierte Autoverkehr hofiert. Fakt ist, dass der öffentliche Raum – wie er aktuell ausgestaltet ist – eine absolut ungeeignete Umgebung für die Entwicklung von Kindern ist. Den Erwachsenen tun die Strukturen übrigens auch nicht gut.

Als Nahverkehrsmittel ist das Fahrrad unschlagbar und es ist das umweltfreundlichste Verkehrsmittel. Es fährt ohne Abgase - im Gegensatz zum Auto, das einen erheblichen Teil unserer Umweltbelastung produziert. Dass es auch anders geht zeigen uns die fahrradfreundlichen Städte in Europa: Amsterdam, Bordeaux, Kopenhagen, Malmö, Nantes, Sevilla, Strassburg, Utrecht und Karlsruhe in Deutschland.

Deshalb findet deutschlandweit am 19./20. September in über 100 Städten und Gemeinden die Kinder-Fahrraddemo „KIDICAL MASS“ statt, welche auch vom BUND Naturschutz (BN) unterstützt wird. Menschen jeder Altersklasse demons-trieren für lebenswerte, kinder- und fahrradfreundliche Gemeinden. Wir wollen, dass sich auch Kinder sicher und selbständig mit dem Fahrrad in unseren Städten bewegen können. Unter dem Motto "Platz da für die nächste Generation!" erobern wir mit unseren bunten Fahrradrundfahrten die Straßen in ganz Deutschland. Die Organisatoren fordern, dass für alle angstfreies Radfahren möglich sein muss. Der Focus liegt dabei auf Kindern und Jugendlichen, für die wir u.a. ein Schulradwege-Netz fordern. Aber auch die Eltern, Großeltern, Freunde, überhaupt alle, sind aufgefordert, mitzufahren.

KIDICAL MASS

Samstag, 19. September 2020

Treffpunkt ist um 15:00 Uhr auf dem Theaterplatz in Aschaffenburg.

Veranstaltet von: ADFC, BUND Naturschutz, Gesta, VCD

Näheres zur Kinderfahrraddemo:  www.adfc-aschaffenburg.de/menue-links/kidical-mass-190920-aschaffenburg-1/


Öko-Tipp der Woche 37 – 2020 Waldwende statt Waldsterben!

Unser Wald ist durch Dürre, Luftschadstoffe und eine vielerorts zu intensive Forstwirtschaft im Dauerstress. Angesichts absterbender und geschwächter Waldbestände fordert der BUND Naturschutz (BN) den Klimaschutz ernstzunehmen, Schadstoffe einzudämmen und eine ökologische Waldwende einzuleiten.

08.09.2020

Dem deutschen Wald geht es so schlecht wie seit Jahrzehnten nicht. Nur noch jeder fünfte Baum ist gesund. Der Wald muss dringend behutsamer bewirtschaftet werden, so dass er den Folgen der Klimakrise besser standhalten kann. Mehr Naturwälder sollen frei von menschlichen Eingriffen ihr volles Potential an biologischer Vielfalt entfalten dürfen. Weg von naturfernen Fichten‐ und Kiefernforsten hin zu naturnahen Laubmischwäldern mit heimischen Baumarten. Beim Umbau der Wälder müssen einheimische Laubbäume und Naturverjüngung die zentrale Rolle spielen. Sie bieten ein breites Spektrum an Arten und genetischer Vielfalt, die besonders in Mischung mit den unterschiedlichsten Bedingungen zurechtkommen. Laubwälder bilden zudem mehr Grundwasser – und damit Trinkwasser – als Nadelforsten. In Wäldern mit hohem Nadelbaumanteil verdunstet unter anderem wegen ihrer ganzjährig vorhandenen Nadeln mehr Wasser als in Laubwäldern. Das verstärkt den Stress durch Hitze und Trockenheit. Laubwälder sind zudem weniger anfällig für Waldbrände. Nadelhölzer wie Kiefer oder Fichte dürfen nur noch gruppenweise oder in geringer Beimischung angebaut werden. Dafür braucht es auch einen Paradigmenwechsel beim Wildtiermanagement. Deutschlands Wälder sollen besser zum Wasserrückhalt und zur Grundwasserneubildung beitragen können und ihre Funktion als Klimaschützer weiterhin wahrnehmen können. Wir müssen den Klimaschutz endlich ernst nehmen, auch zum Schutz der Wälder. Dafür sind erforderlich effektive Maßnahmen zur absoluten Energieeinsparung, die Steigerung der Energieeffizienz, ein schneller Ausstieg aus fossilen Energien, allen voran aus der Kohleverstromung und eine schnellstmögliche Umstellung des Energiesystems auf erneuerbare Energien. Ziel muss in Anbetracht von durch die Klimakrise bedingtem Trockenstress, Hitze und Stürmen sein, dass mehr Feuchtigkeit im Wald verbleibt, der Wald seine Wasserspeicherkapazität erhöhen und sich selbst stabilisieren kann: Konkret bedeutet dies weniger drastische Eingriffe bei Durchforstung und Holzernte, ein Stopp der Entwässerung von Wäldern und die Vermeidung der Verdichtung von Waldböden durch zu intensive Befahrung. So ist ausreichend starkes Totholz im Wald zu belassen, da dieses die Feuchtigkeit im Wald hält, um Wälder besser gegen Trockenstress und Brände zu wappnen. Für den Erhalt der biologischen Vielfalt unserer Wälder ist es unabdingbar, dass sich langfristig mindestens 10 % der Wälder dauerhaft als Naturwälder entwickeln dürfen. Hier werden nicht nur seltene Tiere, Pflanzen und Pilze besonders geschützt, sondern auch der Ablauf natürlicher Prozesse. Mit welchen Argument sollen etwa Menschen in Afrika, Asien oder Südamerika motiviert werden, die letzten noch weitgehend intakten Regenwälder am Amazonas, im Kongobecken oder in Indonesien und Malaysia zu schützen, wenn unsere wohlstandsgesättigte Gesellschaft nicht bereit ist, nur ein paar Prozent unserer Wälder der Natur zu überlassen?

Infos: https://www.bund.net/service/publikationen/detail/publication/waldwende-statt-waldsterben-neun-bund-forderungen-zu-deutschlands-waeldern-in-der-klimakrise/

In memoriam Rudi Schlosser, Förster und Freund des Waldes und der Natur, dem wir viel verdanken!


Öko-Tipp der Woche 36 – 2020 Gesundes Wohnklima bei Hitze und Trockenheit

Es ist heiß. In den Städten u. Gemeinden sind die durch den Klimawandel auftretenden Hitzetage und sogenannten Tropennächte besonders stark spürbar und haben negative Auswirkungen auf Bewohner und die Natur. Ein Grund für die extreme Hitze ist der hohe Versiegelungsgrad in unseren Städten.

01.09.2020

Durchgrünte Siedlungen sind widerstandsfähiger gegen die Folgen der Erderhitzung. Aus Sicht des BUND Naturschutz (BN) müssen die Kommunen angesichts der Klimakrise dringend umdenken und den Stadtumbau hin zu mehr Grün vorantreiben, denn die Versiegelung hat ein bedenkliches Ausmaß angenommen, immer mehr Grünflächen verschwinden, Hitzetage werden unerträglich. Es fehlt Schatten, Verdunstungskälte und die Abkühlung der Luft. Unsere Städte und Gemeinden u. die Menschen, die in ihnen leben, stehen vor dem Hitzekoller.

Etwa 46 % der Siedlungs- und Verkehrsfläche Deutschlands ist versiegelt und täglich werden es 56 Hektar mehr. Um den Hitzewellen langfristig zu begegnen, braucht es Maßnahmen, die Städte grüner und resilienter machen, so der BN. Das kann eine Kombination aus Wasserrückhalt durch stärkere Begrünung, Entsiegelung und das Anlegen von Versickerungsmulden sein. Übergreifende Ansätze wie Schwammstadt-Konzepte schaffen langfristige Klimawandelanpassungen und sorgen für ein gesundes Klima für alle. Für den Wasserhaushalt in Städten u. Gemeinden gibt es durch die Versiegelung vorrangig zwei unmittelbare Auswirkungen: Einerseits kann Regenwasser weniger gut versickern und die Grundwasservorräte auffüllen, zum anderen steigt das Risiko, dass es bei starken Regenereignissen zu örtlichen Überschwemmungen kommt, da die Kanalisation die Wassermassen nicht fassen kann. Wir brauchen mehr natürlichen Speicherraum für Wasser, das wertvolle Regenwasser einfach in die Kanalisation abzuleiten ist nicht mehr zeitgemäß. Durch die Anreicherung des Grundwassers mit Regenwasser wird der natürliche Wasserhaushalt unterstützt und das anfallende Wasser kann von den Stadtbäumen genutzt werden. Auch fallen siedlungsnahe Erholungslandschaften, wie Grünanlagen, aber auch Kleingärten der Versiegelung zum Opfer. Urbane grüne und blaue Infrastruktur, wie Grünanlagen oder Gewässer sind  zwingend notwendig für den Menschen, besonders in Zeiten des Klimawandels. Wir brauchen mehr grüne Freiräume. Wasser, Natur, Plätze und Parks sind eine notwendige Infrastruktur in den Gemeinden der Zukunft, um ein lebenswertes Umfeld zu sichern. Der BN kritisiert weiter, dass mit der Versiegelung die Lebensraumfunktion und die Fruchtbarkeit des Bodens verloren gehen. Das hat wiederum negative Effekte auf die Bodenfauna und die Artenvielfalt im Allgemeinen. Das Motto muss lauten: Grünfläche statt Parkplatz.

Der erste Ansatzpunkt ist daher, eine nachhaltige Siedlungsentwicklung zu betreiben, um eine Neuversiegelung zu vermeiden. Dabei muss das Konzept der ‚Doppelten Innenentwicklung‘ angewendet werden. Das heißt, Flächenreserven im Siedlungsbestand nicht nur baulich, sondern auch mit Blick auf urbanes Grün zu entwickeln. Stadtnatur muss integrativer Bestandteil von Stadtplanung werden.

Mehr Infos: www.bund.net/themen/naturschutz/stadtnatur-gruene-freiraeume-schaffen/


Öko-Tipp der Woche 35 – 2020 Raus aus dem Verkehrskollaps

Raus aus dem Verkehrskollaps – rein in eine entspannte und klimafreundliche Mobilität für alle!

Der Verkehr heute schadet den Menschen, so der BUND Naturschutz (BN). Die autofixierte Verkehrspolitik ist nicht nur schlecht für unser Klima, sondern für alle Verkehrsteilnehmer:

25.08.2020

Schlecht für Autofahrer im Stau, für Radfahrer beim Spießrutenfahren zwischen Lkw und SUV in der Stadt, für ältere Menschen auf dem Land mit schlechter Bus- oder Bahnanbindung und für Fußgänger, die an lauten und stinkenden Straßen ewig auf  Busse und lang auf Grün warten müssen.

Dazu kommt die schlechte Luft in den Städten durch zu hohe Stickoxidwerte und das noch gefährlichere Feinstaubproblem. Auch die Lärmbelastung in Städten und Dörfern ist zu hoch. Drei Viertel aller Menschen in Deutschland fühlen sich in ihrem Wohnumfeld durch Straßenverkehrslärm gestört oder belästigt. Das menschliche Ohr nimmt Verkehr bei Tempo 50 doppelt so laut wahr wie bei 30 km/h. Tempo 30 innerorts hätte einen weiteren wichtigen Vorteil: Die Verkehrssicherheit würde sich dadurch deutlich erhöhen, denn die Wahrscheinlichkeit durch den Aufprall getötet zu werden, sinkt bei Tempo 30 sogar um zwei Drittel. Deutschland ist das einzige Industrieland der Welt ohne eine generelle Höchstgeschwindigkeit auf den Autobahnen. Dabei könnten viele Verkehrstote und teils schwer Verletzte vermieden werden, wenn ein Tempolimit auf Autobahnen und Landstraßen eingeführt würde.

Immer mehr Menschen haben deshalb die autofixierte Verkehrspolitik satt. Sie fordern eine sichere, gesunde und klimafreundliche Mobilität in unseren Städten und Gemeinden. Eine Mobilitätswende hin zu mehr Bus und Bahn, zu mehr Rad- und Fußverkehr und deutlich weniger Pkw-Verkehr steigert die Lebensqualität von uns allen. Legen Sie einfach selbst damit los!

Lassen Sie das eigene Auto einfach mal öfter stehen, schwingen Sie sich häufiger aufs Rad, nutzen Sie die Bahn und probieren Sie Sharing-Angebote aus! Und: Engagieren Sie sich beim BUND für die Verkehrswende!

Mehr Informationen zur Mobilität von morgen finden Sie unter: www.bund.net/mobilitaet und


Ökotipp der Woche 30 - Klimakrise beschleunigt Wasserkrise

Unsere Gewässer sind nicht gegen die Auswirkungen des Klimawandels gerüstet. Angesichts der verheerenden Zustände vieler Gewässer in Deutschland fordert der BUND Naturschutz (BN) einen Paradigmenwechsel im Umgang mit unseren Gewässern: Oberstes Prinzip muss sein, Wasser in der Landschaft zu halten und Bächen und Flüssen ihre natürliche Dynamik innerhalb ihrer Auen zurück zu geben. Knapp 40 % der oberirdischen Gewässer sind europaweit durch vielfältige Stressoren wie Klimawandel, Nährstoffeinträge durch die Landwirtschaft oder Begradigungen belastet. „Wir heizen die Erde weiter auf, gleichzeitig entwässern wir die Landschaft.

20.07.2020

Deshalb ist es keine Überraschung, dass es unseren heimischen Gewässern so schlecht geht“, betont Olaf Bandt, Vorsitzender des BUND. Werden Moore und Auen trockengelegt werden zudem riesige Mengen an Treibhausgasen wie CO2 und Methan freigesetzt, die wiederum die globale Erwärmung anheizen.

Die Jahre 2014, 2018 und 2019 waren die drei wärmsten seit Beginn der Wetter-aufzeichnung. Darunter leiden Gewässer, Wälder, Tiere und auch die Landwirtschaft. Sinkende Grundwasserstände sowie steigende Wassertemperaturen haben fatale Folgen für Mensch und Umwelt. Deshalb ist es zentral, der Klimakrise und dem Artensterben entschlossen zu begegnen. Damit Flüsse und Bäche, Teiche und Seen die Hitze und Trockenheit gut verkraften, braucht es Landschaften, die Wasser speichern können. Dies gelingt nur, wenn der Gewässerschutz überall mitgedacht wird. Dazu gehört ein verbessertes Wassermanagement. Die Landschaft darf mit Drainagen nicht immer weiter entwässert werden. Versiegelte Flächen in Siedlungen leiten Regenwasser lediglich in die Kanalisation ab. Wasser muss aber in der Fläche bleiben, um in trockenen und heißen Zeiten dort zur Verfügung zu stehen, wo es gebraucht wird. Gesunde Gewässer sind resistenter und können mit den Folgen der Klimakrise besser umgehen. Wo möglich, müssen Auen renaturiert werden, denn nur naturnahe, lebendige Auen nehmen Wasser wie ein Schwamm auf und geben es bei niedrigeren Wasserständen langsam an den Fluss zurück.

Um die Gewässerkrise nachhaltig zu lösen, fordert der BUND:

  • Den Flüssen mehr Raum geben statt sie einzudeichen.
  • Die Auen müssen renaturiert werden.
  • Wasser in der Landschaft halten statt es direkt abzuleiten, so dass sich die Grundwasserspeicher wieder auffüllen können.
  • Flächenversiegelung stoppen, denn besonders in Siedlungen wird das Wasser schnellstmöglich abgeführt und kann nicht versickern.
  • Abbau von Querbauwerken, denn das Aufstauen der Flüsse erhitzt das Wasser, verschlechtert die Wasserqualität und versperrt Fischen den Weg.
  • Zum Schutz des Grund- und Trinkwassers müssen Vorsorge- und Verursacher-prinzip umgesetzt werden um die Gewässerqualität zu verbessern.
  • Die Gewässer vor Einträgen von Nähr- und Schadstoffen schützen.
  • Wassernutzungskonflikte müssen gerecht und nachhaltig gelöst werden.
  • In der Landwirtschaft ist ein nachhaltiges Wassermanagement notwendig.

Mehr Informationen: www.bund.net/fluesse-gewaesser/

Das BUND-Gewässerpapier: www.bund.net/gewaesserpapier


Öko-Tipp der Woche 26 –2020 Eichhörnchen schützen und erforschen

Kaum ein heimisches Wildtier ist so beliebt wie das Eichhörnchen. Sie sind schwindelfreie Kletterer, fleißige Nusssammler und zudem äußerst anpassungsfähig. Durch ihre geringe Scheu vor dem Menschen und ihre Vorliebe für den urbanen Raum sind die possierlichen Nager in den letzten Jahren zum Symboltier für die Natur in unseren Städten geworden und zählen zu den bekanntesten Tieren unserer Heimat.

23.06.2020

Als Kulturfolger bevorzugen sie die günstigen Lebensraumbedingungen der besiedelten Kulturlandschaft und profitieren von alten Baumschätzen. Doch trotz seines Bekanntheitsgrades und seiner Nähe zum Menschen weiß man erstaunlich wenig über die beliebten Tiere. Das will der BUND Naturschutz (BN) ändern, mit Ihrer Hilfe: Werden Sie Eichhörnchen-Forscher und melden Sie uns, wann und wo Sie ein Eichhörnchen gesehen haben – schnell und einfach mit unserer App "Eichhörnchen in Bayern"!

Info: www.bund-naturschutz.de/aktionen/eichhoernchen-beobachten-und-melden.html

Je mehr wir darüber wissen, umso besser können wir sie und ihre Lebensräume schützen. Dafür brauchen wir Ihre Unterstützung! Gemeinsam mit Ihnen wollen wir mehr über die kleinen Hörnchen herausfinden.

Ein Eichhörnchen braucht alte Bäume, die ihm ausreichend Nahrung, Schlafplatz und genügend Grundlage zur Aufzucht der Jungen bieten. Hierbei spielen alte Bäume eine entscheidende Rolle, denn Samen, die Hauptnahrungsquelle der Nager, produzieren die grünen Riesen erst nach einer gewissen Lebenszeit. Bei Nadelbäumen dauert dies ca. 20 Jahre, während Buchen beispielsweise erst mit 80 Jahren beginnen ausreichend Samen auszubilden.

Generell gilt das Eichhörnchen laut der Roten Liste als ungefährdet, aber über den stark schwankenden Bestand wissen wir eigentlich noch gar nicht so viel.

Bedrohung und Schutz

Eine besondere Bedrohung für das Eichhörnchen stellt der Verlust alter Baumbe-stände und der Rückgang an naturnahen Mischwäldern dar. 

Auch der Weg über die Straße wird vielen Eichhörnchen zum Verhängnis.

Eine häufige Todesursache von Eichhörnchen ist das Ertrinken in Regentonnen. Mit Hilfe einer guten Abdeckung sowie einer Ausstiegsmöglichkeit kann derartigen Unfällen vorgebeugt werden.

Die natürlichste Möglichkeit ein Eichhörnchen mit ausreichend Nahrung zu versorgen, ist das Anbauen nuss- und fruchttragender Gehölze. Geeignete Futterpflanzen sind neben Haselnussstrauch und Walnussbaum auch Buchen, Kastanien und verschiedene Obstbäume.

In naturnahen Gärten gibt es Nistmaterialien wie Laub, Baumnadeln und Geäst, die die Tiere benötigen um sich einen Unterschlupf zu bauen.

Weitere Infos: www.bund-naturschutz.de/tiere-in-bayern/eichhoernchen.html


Öko-Tipp der Woche 25 - Moore schützen

Zum in diesem Monat erstmalig stattfindenden World Peatlands Day (Moortag) ruft der BUND Naturschutz (BN) dazu auf, beim Gärtnern auf torfhaltige Erden zu verzichten. Moorschutz ist Naturschutz und Klimaschutz in einem, erklärt der BN. Moore sind einzigartige Lebensräume, die wir bewahren müssen. Torf gehört deshalb nicht in den Garten oder in Blumenkübel.

17.06.2020

Viele Hobby-gärtner greifen nach wie vor auf scheinbar bewährte Blumenerden zurück, wenn sie in Gärten neue Pflanzen setzen, Blumenkübel oder Balkonkästen bepflanzen und

Verbraucher wissen nicht, dass sich jede Menge Torf im Sack befindet, wenn sie Blumenerde kaufen. So leisten sie unbewusst der Zerstörung dieses so einzigartigen Lebensraumes weiter Vorschub.

Moore beheimaten zahlreiche bedrohte Tier- und Pflanzenarten wie Goldregenpfeifer, den Hochmoorbläuling oder Sonnentau und binden zudem große Mengen klima-schädliches Kohlendioxid. Moore bedecken nur drei Prozent der Erde, speichern jedoch doppelt so viel Kohlenstoff wie alle Wälder zusammengenommen, erläutert der BN die herausragende Bedeutung von Mooren gerade auch als CO2-Speicher. Moore sind wahre Klimaschützer.

Gartenfreunde, die Moore schützen und deshalb torffrei gärtnern wollen, können heute auf ein breites Sortiment an torffreien Erden zurückgreifen. So gibt es neben torffreien Universal-Erden auch solche für Anzucht, für Kräuter, für Gemüse, zum Pflanzen oder für Hochbeete. Der BN rät, beim Kauf auf die Kennzeichnung „torf-frei“ oder „ohne Torf“ zu achten. Im Zweifelsfall hilft der Blick auf die Inhaltsstoffe im Kleingedruckten. Der BN listet in seinem aktuellen „Einkaufsführer für torffreie Erden“ Anbieter und Produkte auf.

Weitere Informationen und den aktualisierten BUND-Einkaufsführer für torffreie Erden finden Sie unter: www.bund.net/torffrei


Öko-Tipp der Woche 21 - 2020 Eine Zukunft für Insekten

Auch in den schwierigen Zeiten der Corona-Pandemie brauchen Wildbienen, Schmetterlinge und Co. unsere Hilfe. Eine Welt ohne Insekten? Undenkbar! Ihr natürlicher Wert ist gar nicht hoch genug zu schätzen. Tiere, Pflanzen und wir Men-schen sind auf Insekten angewiesen. Deshalb müssen wir sie schützen!

19.05.2020

Das Schwirren, Summen und Brummen aus Büschen, Bäumen und Wiesen verschwindet immer mehr. Die vielen Tausend Insektenarten in Deutschland haben unseren Alltag schon immer begleitet – auf dem Land, aber auch mitten in der Stadt. Doch überall fällt auf – die Insekten und Vögel verschwinden. Das Insektensterben in Deutschland ist dramatisch. Die Politik muss endlich gegensteuern. Aber auch viele Menschen möchten etwas für den Naturschutz tun und beginnen damit vor ihrer eigenen Haustür, im Garten. Sie legen ihn naturnah an mit Wildblumen und Elementen wie Tümpeln, Vogelschutzhecken, Trockenmauern oder Reisighaufen.
So schaffen sie Schlupfwinkel, Nistplätze, Nahrungsquellen und Jagdreviere für eine Vielfalt heimischer Kleintiere, Insekten und Vögel, die Nützlinge für den Obst- und Gemüsegarten sind.
Fruchtstände von Zier- und Nutzpflanzen lässt man nach dem Verblühen stehen. Sie dienen als Nahrungsquelle für Vögel im Winter oder als Behausung für Wildbienen.

Zum „Weltbienentag“ am 20. Mai bitten wir Sie über die Sozialen Medien Unterschriften für die Europäische Bürgerinitiative "Bienen, Bauern und Bäuerinnen retten!" zu sammeln. Info: www.bund.net/themen/tiere-pflanzen/tiere/insekten/

Zum Tag der „Biologischen Vielfalt“ am 22. Mai können sich Natur- und Handarbeitsfreunde gerne an der Aktion beteiligen: #HäkelnFürDieArtenvielfalt.

 


Öko-Tipp der Woche 20 - 2020 - "Europ. Volksbegehren „Bienen und Bauern retten“

Das Insektensterben ist in vollem Gange. Die Folgen für das Ökosystem sind dramatisch und auch für uns Menschen gefährlich. Deshalb müssen wir das Insektensterben stoppen und die bäuerliche Landwirtschaft retten – europaweit. Nach dem erfolgreichen bayerischen Volksbegehren "Rettet die Bienen" wurde inzwischen auch ein europäisches Volksbegehren "Bienen und Bauern retten - Save Bees And Farmers" auf den Weg gebracht. Über eine Million Unterschriften aus mindestens 7 europäischen Staaten müssen bis September 2020 zusammenkommen, dann muss sich die Kommission damit auseinandersetzen und es behandeln. Machen Sie mit, unterschreiben Sie jetzt bei der Europäischen Bürgerinitiative!

11.05.2020

Infos und online eintragen unter: https://www.bund-naturschutz.de/aktionen/bienen-und-bauern-retten.html

Die Europäische Bürgerinitiative „ Bienen und Bauern retten“ wurde von Organisationen aus den Bereichen Umwelt, Gesundheit, Landwirtschaft und Imkerei gestartet. Dazu gehören die europäischen Netzwerke:

Friends of the Earth Europe,

GLOBAL 2000 in Österreich,

die französische Umweltorganisation Générations Futures,

das Umweltinstitut München

und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND).

Inzwischen hat das Bündnis über 90 weitere europäische Akteure.

Die Landwirtschaft in Europa befindet sich in der Sackgasse. Eine Agrarpolitik, die einseitig auf Ertragssteigerung setzt, hat das Ökosystem an den Rand des Kollaps geführt. Täglich schwindet die biologische Vielfalt, die unserem Ernährungssystem zugrunde liegt. Die Zukunft unserer Lebensmittelversorgung, unsere Gesundheit und unsere Umwelt sind ernsthaft gefährdet. Die Folgen für die Natur sind verheerend:

Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten verschwinden aus unserer Kulturlandschaft, der Gesang einstmals weit verbreiteter Vogelarten verstummt. Bäche und Flüsse werden verschmutzt und Verbraucher sehen sich täglich über ihre Nahrungsmittel einem Cocktail aus chemischen Pestiziden ausgesetzt.

Mit unserer Europäischen Bürgerinitiative (EBI) fordern wir einen EU-weiten Ausstieg aus der Anwendung chemisch-synthetischer Pestizide. Außerdem fordern wir Unterstützung für die BäuerInnen bei der Umstellung auf eine gesunde, kleinbäuerliche Landwirtschaft, die zum Erhalt der Artenvielfalt beiträgt.

Helfen Sie mit, die Agrarwende in Europa voranzutreiben und unterschreiben Sie jetzt!