„Der Wald, die Flechten und das Alter – wie gehört das zusammen?“

Flechten sind eine Lebensgemeinschaft von verschiedenen Pilzarten mit unterschiedlichen Algen. Zusammen bilden sie eine vollkommen neue Gestalt aus, die so weder der Pilz noch die Alge hat. Die größten heimischen Flechten können bis zu 50 cm groß werden. In Wäldern wie dem Spessart wachsen sie am häufigsten auf dem Boden und auf lebenden Bäumen, Baumstümpfen und Totholz.

Datum
28.01.2019 19:00 - 20:30

Ort
VHS, Aschaffenburg, Luitpoldstraße

Oft sind sie von bizarrer Gestalt meist bunt gefärbt. Sie wurden bis in die frühe Neuzeit hinein durch den Menschen in vielfältiger Weise genutzt (Färbemittel, Medizin etc.). Noch 1957 wurden im Spessart 445 Arten gefunden, davon ca. 190 im Wald, der Rest in offenen Landschaften. Flechten sind hervorragende Indikatoren der Luftgüte, aber auch der Waldbewirtschaftung. Viele gegen Störungen empfindliche Arten - das sind insbesondere die großen Flechten - sind aus dem Spessart schon seit Jahren verschwunden und eine Rückkehr ist nicht mehr zu erwarten, da es im gesamten Spessart und in den benachbarten Mittelgebirgen wie Rhön und Odenwald die entsprechenden Arten auch nicht mehr gibt. Viel spricht dafür, dass insbesondere die Bewirtschaftungsform der vergangenen Jahrzehnte einen Großteil für das Verschwinden zu verantworten hat. Allerdings darf man dabei die z.T. schwere Schadstoffbelastung der Luft in den 70er- und 80er-Jahren nicht vergessen. In dem Vortrag soll auf die Einzigartigkeit, Schönheit aber auch den Erhalt dieser besonderen Organismen eingegangen werden.

 

Referent:  Prof. Dr. Büdel