Nationalpark Spessart - Gewinn für Mensch und Natur

Nach der Ankündigung der Bayerischen Staatsregierung eines geplanten dritten Nationalparks in Bayern im August 2016, stand die Nationalpark-Debatte ein Jahr lang für die BN-Kreisgruppe Aschaffenburg im Fokus. Die drei Kreisgruppen des BUND Naturschutz im Spessart (und allen voran Michael Kunkel) erkannten sofort die große Chance, die die Ankündigung der bayerischen Staatsregierung bot. Schnell formierte sich ein Arbeitskreis der Kreisgruppen Aschaffenburg, Miltenberg und Main-Spessart. Die erste offizielle Pressekonferenz des BN zum Nationalpark fand am 06.10.2016 in Aschaffenburg statt.

Mit der Entscheidung des Kabinetts am 18.7.2017 zum Nationalparksuchprozess in Bayern beschloss die Regierung nur die Rhön und die Donau-Auen in die Konzeptionsphase zu übernehmen. Für uns Kreisgruppen im Spessart ist das Thema aber damit nicht abgeschlossen. Der BN hatte von Anfang an betont, dass Bayern das landschaftliche Potential für mehr als nur drei Nationalparke hat. Bayerns größter Naturschutzverband fordert daher weiterhin eine "faire Chance" für die Top-Kandidaten Steigerwald und Spessart.

Ein Nationalpark im Spessart wäre mit einer Mindestfläche von 10.000 ha ein Bruchteil vom Naturpark Bayerischer Spessart mit ca. 171.000 ha, die gesamte Waldfläche darin beträgt 108.000 ha. Es gibt viele Argumente die für den Spessart sprechen. Der Spessart ist eines der größten zusammenhängenden und unzerschnittenen Waldgebiete Deutschlands. Mit etwa 42.000 ha zusammenhängendem Staatswald ist er prädestiniert für einen kompakten Nationalpark. Der Hochspessart beherbergt heute schon einige Schutzgebiete wie Offenland-Naturschutzgebiete, Naturwaldreservate und Waldnaturschutzgebiete. Nirgendwo in Bayern findet man mehr Wälder mit über 180 Jahre alten Buchen und über 300 Jahre alten Eichen. Die alten Laubwälder des Spessarts mit einem überwiegenden Anteil der Baumarten Rotbuche und Traubeneiche gelten heute bereits als „Hotspots“ der Artenvielfalt.

Der BUND Naturschutz appelliert daher an Horst Seehofer, den Weg zur Sicherung eines Weltnaturerbes "alte Buchenwälder" im Steigerwald und Spessart mit nutzungsfreien Großschutzgebieten weiterzugehen und damit die Nationalparkoption für beide Regionen nicht zu verbauen.

Mit der Entscheidung der Staatsregierung, dem Spessart für die weiteren Beratungen zu einem dritten Nationalpark in Bayern eine Absage zu erteilen, wurde nach Ansicht der Bürgerbewegung „Freunde des Spessarts“ der Region Spessart die Chance genommen, sich in einem transparenten, rechtsstaatlichen Verfahren umfassend über die ökologischen, aber vor allem auch über die ökonomischen Chancen als Nationalparkregion informieren zu können....mehr zu den Freunden des Spessarts

BN Folder Nationalpark im Spessart