Infos zur Kulturlandschaft am Schmiedsgrundweg

Die Wegböschungen werden von mir seit Frühjahr 2014 weitgehend in Eigenregie gepflegt, d.h. das Tiefbauamt hat den Weg aus dem regulären Mähplan herausgenommen und kümmert sich nur noch um den Graben auf der linken Wegseite, sowie Baumfällungen oder Abtransport abgebrochener Bäume, falls dies nötig wird. Die Grobarbeiten beim Lichthof werden ebenfalls vom Tiefbauamt durchgeführt, ansonsten bleiben sie der Pflegegruppe der OG Aschaffenburg vom BUND Naturschutz seit 2018 vorbehalten.

 

Der untere Hang

So nennen wir die Wegböschung nach der Biegung hinter der Pferdekoppel, wenn man von den Parkplätzen am Ortseingang von Goldbach beim Haselmühlweg kommt. Hier wird die rechte Böschungsseite von der Ortsgruppe geschnitten, entmulcht und von mir das Jahr über gepflegt, um die ursprüngliche Flora und Fauna wieder hervorzubringen und zu erhalten. 

Der auf ihn folgende Schattenbereich mit Weiden auf beiden Seiten, der im oberen Bereich eine Schichtquelle aufweist. 

An dieser Stelle wird auch die linke Seite mit den Weidenstümpfen von der BUND OG Aschaffenburg gepflegt. Der geteerte Weg macht oben eine Linksbiegung; der Weg auf den kl. Pfaffenberg geht jedoch geradeaus als Feldweg weiter.

 

Der obere Hang

Hier wird die linke Seite von der Ortsgruppe geschnitten und von mir das Jahr über gepflegt, um die besondere ursprüngliche Flora und Fauna zu erhalten. Die Wegauffahrt zu den Gärten am Ende des oberen Hangs auf der rechten Seite. 

Auch hier gibt es eine kleine Böschung mit Wiesenkräutern, Stauden und Gehölz, das überwiegend aus Schlehen besteht, die natürlich regelmäßig zurückgeschnitten werden müssen. Hinter dem Gehölz befindet sich eine für Insekten wichtige Skabiosenwiese (in privater Hand).

Der eigentliche Weg auf den kl. Pfaffenberg macht am Ende des oberen Hangs eine steile Linksbiegung nach oben. Im größten Steigungsbereich liegt der Weg wieder im Schatten. Hier haben sich in diesem Jahr Orchideen wie die breitblättrige Ständelwurz (Epipactis helleborine) angesiedelt. Danach kommen die Halbtrockenrasenwiesen und am Ende der Stall eines Bauern. 

Die Blütenpracht an diesem Erdaufwurf neben einer eingezäunten Weide war heuer bemerkenswert.

Das gelbe Labkraut, das ebenso gelb blühende Johanniskraut, die pinkfarbenen Blüten der Wicke, das Leim-Kropfkraut, die zartvioletten Blüten des wilden Majorans, sowie die weißen Blüten des Sommerziests (Stachys annua - links im Bild). Letzterer ist eine Rarität, die es in der ganzen Region nur an dieser Stelle und auf den gegenüberliegenden Wiesen gibt.

Auf der rechts hinter dem Erdaufwurf liegenden Wiese könnte es auch so aussehen. Doch wird diese seit einigen Jahren als Weide für die Rinder der Bauern Schäfer & Co. verwendet, wodurch Tierdung eingetragen wird, der eine Verarmung der Flora zur Folge hat. Hier wächst jetzt v.a. Schafgarbe und Rotklee.

Auf der gegenüberliegenden reinen Mähwiese finden sich dagegen neben den o.g. Kräutern (am Erdaufwurf) auch der Wiesensalbei, Hauhechel, Klappertopf sowie Tausendgüldenkraut (Centaurium erythraea), eine Enzianart. An Insekten habe ich heuer an besagtem Erdaufwurf einige Wildbienenarten, inkl. Hummeln, neben Schwebfliegen und Dickkopffliegen, sowie verschiedene Wanzen, Käfer und Schmetterlinge beobachten können. 

Am unteren Hang gab es heuer zum ersten Mal wieder eine größere Ansammlung des wilden Majorans (Origanum vulgare), der ein typischer Vertreter der Trockenrasenflora ist. Auch einige schöne Stauden der großen Klette (Arctium lappa) wuchsen am unteren Hang, in deren markhaltigen Stengeln einige Insektenarten gerne ihre Brut zum Überwintern legen. Es könnten in diesem Bericht noch viele Pflanzen, Insekten und andere Tiergattungen (Schnecken, Reptilien wie Eidechsen und Blindschleichen, Vögel und Kleinsäuger) aufgezählt und mit Bildern belegt werden, doch dazu reicht der Platz nicht aus.

 

Text: Ute Jachmann, 26. September 2019