Neues Waldschutzkonzept für den Spessart

Nach der Ankündigung der Bayerischen Staatsregierung eines geplanten dritten Nationalparks in Bayern im August 2016, stand die Nationalpark-Debatte ein Jahr lang für die BN-Kreisgruppe Aschaffenburg im Fokus. 

Mit der Entscheidung des Kabinetts am 18.7.2017 zum Nationalparksuchprozess in Bayern beschloss die Regierung nur die Rhön und die Donau-Auen in die Konzeptionsphase zu übernehmen. Für uns Kreisgruppen im Spessart war das Thema aber damit nicht abgeschlossen. Die Bayerische Staatsregierung hatte nämlich am 18.07.2017 zugleich angekündigt, im Spessart „weitere substanzielle Maßnahmen zur Förderung des Natur- und Artenschutzes sowie für den Naturtourismus" zu ergreifen. Dazu sollen im Rahmen der Initiative „Natur.Heimat.Bayern" der Staatsministerin Scharf Vorschläge auch aus der Spessartregion vertieft geprüft werden, die die Zustimmung der gesamten Region finden sollen.

Daraufhin schlugen die Naturschutzorganisationen in einer Pressekonferenz am 14.12.2017 ein landkreisübergreifendes, differenziertes Naturwaldverbund-Konzept für den gesamten Spessart vor.

Die Naturschutzverbände BUND Naturschutz (BN), Landesbund für Vogelschutz (LBV), Greenpeace Bayern, WWF Deutschland, Zoologische Gesellschaft Frankfurt und die "Freunde des Spessarts" werben für ein 3 Säulen-Konzept, das aus einem großen Kerngebiet, mehreren mittelgroßen Spenderflächen und etlichen kleinen Naturwaldflächen bzw. Trittsteinen besteht. Diese über den gesamten Spessart verteilten Gebiete sollen im Biotopverbund dauerhaft als Naturschutzgebiete geschützt werden, insgesamt knapp 9.000 Hektar an Staatswäldern.

In diesen Wäldern soll kein Holz genutzt werden, damit sich langfristig „Urwälder von morgen" entwickeln können, in denen Bäume alt und dick werden und bedrohte Waldarten dauerhaft überleben können. „Wir werben für ein Konzept, das Schützen und Nutzen verbindet und von dem Mensch und Natur im Spessart landkreisübergreifend profitiert. Dabei werden die Befürchtungen aus der Nationalparkdebatte berücksichtigt und zugleich mehr staatliche Spessartwälder konsequent geschützt. Dies entspricht auch dem Mehrheitswillen der Bevölkerung im Spessart",  so die Naturschutzorganisationen.

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