Wildbienen - unverzichtbare Bestäuber und Bereicherung unserer heimischen Fauna

Herr Dr. Mandery, Leiter des Institus für Biodiversitätsinformation und Artenschutzbeauftragter des BUND zeigte im voll besetzten Saal der VHS mit beeindruckenden Bildern und fachkundigen Kommentaren die Schönheit, die Bedeutung und unglaubliche Vielfalt der Wildbienen auf...

24.01.2019

Begonnen hat der Vortrag mit dem Bereich der Hummeln, die im Gegensatz zu den 95% solitär lebenden Bienen, ähnlich wie die Honigbiene, auch Brutpflege betreiben. Einen besonderen Augenmerk legte er auf die Spezialisten unter den solitär lebenden Bienen, die bei der Nahrungssuche oder beim Nestbau auf nur eine Pflanze spezialisiert sind, so z.B. die Mohnbiene, die ihr Nest aus Mohnblüten baut. Gleichzeitig ist sie auf den Nektar von Korbblütern z.B. Kornblume oder Ackerwinde als Nahrungsquelle und beim Nestbau auf lockeren Sandboden angewiesen. Aus all diesen Bedingungen, die in abgewandelter Form auch für andere Spezialisten nötig sind, wird deutlich, dass in ausgeräumten Landschaften solche Bienen verschwinden. In diesem Zusammenhang betonte Herr Mandery die besondere Bedeutung der Kahler Sande, die als „Einfallstor“ zum Spessart unbedingt wichtig sind, aber leider immer mehr verschwinden.

Kontrolliert werden Bestände der Wildbienen von den Schmarotzern, auch Kuckucksbienen genannt, die fremde Nester für die Aufzucht ihrer Nachkommen nutzen und so für ein biologisches Gleichgewicht sorgen.

Die Bestäubungsleistung der Wildbienen, die bereits im März, auch bei niedrigen Temperaturen und bei bedecktem Himmel unterwegs sind, ist mindestens so bedeutend wie die der Honigbienen. Auch Blüten sind teilweise so geformt, dass sie nur von einer Spezies befruchtet werden können.

Herr Mandery gab immer wieder Hinweise, was auch Gartenbesitzer für den Bestand der Wildbienen tun können. Es genügt nicht nur ein Insektenhotel anzubieten, sondern es müssen auch passende Nahrungsquellen vorhanden sein, weil die meisten Wildbienen einen extrem kleinen Flugradius haben.

Aufgrund der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung, des Einsatzes von Pestiziden stehen fast die Hälfte der über 500 Arten auf der „Roten Liste“, einige sind als „extrem selten“ eingestuft. Jedoch gibt es auch Arten, die sich aufgrund des Klimawandels weiter ausbreiten.

Zum Schluss verwies Frau Diehl vom Umweltamt Aschaffenburg auf die Aktion „Aschaffenburg summt“ und hofft auf weitere Mitstreiter.

R. Stürmer