Vortragsreihe Artenschutz in der vhs stößt auf großes Interesse

Biodiversität als eines der Menschheitsziele der UNO mag für viele der Zuhörer im Saal der VHS am 24.9. zunächst unbekannt gewesen sein. Verdeutlicht wurde im Vortrag besonders der Unterschied zwischen dem allgemein gebräuchlichen Begriff der biologischen Vielfalt und dem der Biodiversität. Prof. Rüdiger Wittig, als führender Ökologe und Geobotaniker, zeigte anhand von Beispielen auf, wieso es wichtig ist, von allen typischen Lebensräumen weltweit bestimmte Anteile unter Schutz zu stellen und zu bewahren.

Referent Prof. Wittig (Mitte) zusammen mit Reinhard Stürmer (BN) und Dr. Höcke (vhs)
22.10.2018

Da sei auch in unserer Region der Schutz der typischen Buchenwälder gefragt. In einem Resümee veranschaulichte er die Bedeutung der Erhaltung von Biodiversität, die letztlich zu einer Schicksalsfrage der Menschheit werden kann. Auswirkungen der Zerstörung von ehemals intakten Lebensräumen sind heute schon in vielen Regionen erkennbar und äußern sich z.B. in Flüchtlingsströmen. Die viel diskutierte Nachhaltigkeit steht auf den Füßen einer intakten Umwelt. Nur auf dieser Basis können wirtschaftliche und sozial stabile Entwicklungen stattfinden.

 

Detaillierter wurde es dann am 10.10., als PD Dr. Christian Habel über die langjährigen Veränderungen der Artengemeinschaften bei Schmetterlingen sprach. Im Verlauf der letzten 200 Jahre sei ein Großteil der Diversität bei Schmetterlingen verschwunden. Wenige Generalisten, wie Tagpfauenaugen, seien noch reichlich vorhanden, dafür leiden aber viele Spezialisten, wie zum Beispiel Bläulinge unter den Verlust von Magerflächen und dem enormen Stickstoffeintrag über die Luft. Der Kampf gegen das Insektensterben könne nicht durch blühende Blumenkästen in den Städten gewonnen werden, sondern auf den Agrarflächen durch weniger intensive Landnutzung oder besser vernetzte Biotope. Selbst in speziell für bestimmte Arten erhaltenen oder geschaffenen Schutzgebieten verschwinden Schmetterlinge oder Insekten, wenn die umgebende Landschaft intensiv genutzt wird. Durch den Eintrag von Pestiziden und die Isolation der Biotope sind viele Arten vom Aussterben bedroht.

 

Umweltverbände im Raum Aschaffenburg (Bund Naturschutz, Landesbund für Vogelschutz, Landesverband Bayerischer Imker) haben die Vortragsreihe zusammen mit der VHS organisiert. Die ersten beiden Veranstaltungen waren gut besucht und stießen auf sehr interessiertes Publikum. Weiter geht es im neuen Jahr mit zwei Vorträgen zu Flechten und Wildbienen. Im kommenden Jahr finden zudem Exkursionen mit unterschiedlichen Schwerpunkten statt.