Ökotipp der Woche 30 - Klimakrise beschleunigt Wasserkrise

Unsere Gewässer sind nicht gegen die Auswirkungen des Klimawandels gerüstet. Angesichts der verheerenden Zustände vieler Gewässer in Deutschland fordert der BUND Naturschutz (BN) einen Paradigmenwechsel im Umgang mit unseren Gewässern: Oberstes Prinzip muss sein, Wasser in der Landschaft zu halten und Bächen und Flüssen ihre natürliche Dynamik innerhalb ihrer Auen zurück zu geben. Knapp 40 % der oberirdischen Gewässer sind europaweit durch vielfältige Stressoren wie Klimawandel, Nährstoffeinträge durch die Landwirtschaft oder Begradigungen belastet. „Wir heizen die Erde weiter auf, gleichzeitig entwässern wir die Landschaft.

20.07.2020

Deshalb ist es keine Überraschung, dass es unseren heimischen Gewässern so schlecht geht“, betont Olaf Bandt, Vorsitzender des BUND. Werden Moore und Auen trockengelegt werden zudem riesige Mengen an Treibhausgasen wie CO2 und Methan freigesetzt, die wiederum die globale Erwärmung anheizen.

Die Jahre 2014, 2018 und 2019 waren die drei wärmsten seit Beginn der Wetter-aufzeichnung. Darunter leiden Gewässer, Wälder, Tiere und auch die Landwirtschaft. Sinkende Grundwasserstände sowie steigende Wassertemperaturen haben fatale Folgen für Mensch und Umwelt. Deshalb ist es zentral, der Klimakrise und dem Artensterben entschlossen zu begegnen. Damit Flüsse und Bäche, Teiche und Seen die Hitze und Trockenheit gut verkraften, braucht es Landschaften, die Wasser speichern können. Dies gelingt nur, wenn der Gewässerschutz überall mitgedacht wird. Dazu gehört ein verbessertes Wassermanagement. Die Landschaft darf mit Drainagen nicht immer weiter entwässert werden. Versiegelte Flächen in Siedlungen leiten Regenwasser lediglich in die Kanalisation ab. Wasser muss aber in der Fläche bleiben, um in trockenen und heißen Zeiten dort zur Verfügung zu stehen, wo es gebraucht wird. Gesunde Gewässer sind resistenter und können mit den Folgen der Klimakrise besser umgehen. Wo möglich, müssen Auen renaturiert werden, denn nur naturnahe, lebendige Auen nehmen Wasser wie ein Schwamm auf und geben es bei niedrigeren Wasserständen langsam an den Fluss zurück.

Um die Gewässerkrise nachhaltig zu lösen, fordert der BUND:

  • Den Flüssen mehr Raum geben statt sie einzudeichen.
  • Die Auen müssen renaturiert werden.
  • Wasser in der Landschaft halten statt es direkt abzuleiten, so dass sich die Grundwasserspeicher wieder auffüllen können.
  • Flächenversiegelung stoppen, denn besonders in Siedlungen wird das Wasser schnellstmöglich abgeführt und kann nicht versickern.
  • Abbau von Querbauwerken, denn das Aufstauen der Flüsse erhitzt das Wasser, verschlechtert die Wasserqualität und versperrt Fischen den Weg.
  • Zum Schutz des Grund- und Trinkwassers müssen Vorsorge- und Verursacher-prinzip umgesetzt werden um die Gewässerqualität zu verbessern.
  • Die Gewässer vor Einträgen von Nähr- und Schadstoffen schützen.
  • Wassernutzungskonflikte müssen gerecht und nachhaltig gelöst werden.
  • In der Landwirtschaft ist ein nachhaltiges Wassermanagement notwendig.

Mehr Informationen: www.bund.net/fluesse-gewaesser/

Das BUND-Gewässerpapier: www.bund.net/gewaesserpapier