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Öko-Tipp der Woche 46: Mikroplastik durch Reifenabrieb schädigt unsere Lungen

Die Autos auf unseren Straßen werden immer länger, breiter und schwerer und sie verursachen erhebliche Schäden für Mensch und Umwelt. Ein bislang unterschätztes Problem dabei ist Mikroplastik durch Reifenabrieb.

15.11.2021

Der Abrieb von Autoreifen ist mit Abstand die größte Quelle für Plastikeinträge in die Umwelt, so der BUND Naturschutz (BN). Studien gehen von bis zu 140.000 Tonnen aus, die jedes Jahr in Deutschland abgefahren werden. Dies ist die größte derartige Einzelquelle für Kunststoffe in der Umwelt und schadet dem Menschen erheblich.

Erst seit kurzem ist bekannt: Mikroplastik kann die Zellmembranen von Menschen und Tieren direkt schädigen. Es ist mittlerweile überall sowohl in der Umwelt als auch in unseren Körpern zu finden und wirkt wie ein Magnet auf Umweltgifte, zieht also Schadstoffe geradezu magisch an. Kinder kommen mittlerweile vorbelastet auf die Welt. Die sogenannten "Nicht-Abgas-Emissionen" wie Feinstaub, also auch Mikroplastik, müssen deshalb stärker in den Fokus rücken. Sie entstehen durch den Abrieb von Bremsen und Reifen. Diese Verschmutzung kann 1000mal schädlicher sein, als die Emissionen aus dem Auspuff. Der Straßenverkehr ist schätzungsweise für ein Viertel der Feinstaubbelastung in städtischen Gebieten verantwortlich. Auch wenn kleine, leichte E-Fahrzeuge etwa 10 % weniger Feinstaub als Verbrenner emittieren, können große und schwerere Fahrzeuge immerhin bis zu 8 % mehr Feinstaub ("PM2,5") emittieren. Dieser kann tief in die Lunge eindringen, so der BUND. Der Trend zu größeren und schwereren Wägen (SUVs) ist daher mit Sorge zu betrachten.

Was tun um die Schäden zu verringern?

Mit Straßenkehrmaschinen und dezentralen Filteranlagen könnte er gezielt reduziert werden. Zudem haben Fahrverhalten und Geschwindigkeit Einfluss auf die Abriebmengen: Dies spricht unter anderem für ein Tempolimit. Dennoch bleibt auch bei Umsetzung solcher Maßnahmen immer noch eine Menge Reifenabrieb in der Umwelt.

Lösung durch Mobilitätswende

Nur eine echte Mobilitätswende und weniger Autos sind eine Lösung. Öffentlicher Nahverkehr muss endlich Standard werden, fordert der BUND – auch im ländlichen Raum, intelligent vernetzt, bequem und günstig.

Info: www.bund.net/service/publikationen/detail/publication/mikroplastik-die-unsichtbare-gefahr/