Öko-Tipp der Woche 36 – 2020 Gesundes Wohnklima bei Hitze und Trockenheit

Es ist heiß. In den Städten u. Gemeinden sind die durch den Klimawandel auftretenden Hitzetage und sogenannten Tropennächte besonders stark spürbar und haben negative Auswirkungen auf Bewohner und die Natur. Ein Grund für die extreme Hitze ist der hohe Versiegelungsgrad in unseren Städten.

01.09.2020

Durchgrünte Siedlungen sind widerstandsfähiger gegen die Folgen der Erderhitzung. Aus Sicht des BUND Naturschutz (BN) müssen die Kommunen angesichts der Klimakrise dringend umdenken und den Stadtumbau hin zu mehr Grün vorantreiben, denn die Versiegelung hat ein bedenkliches Ausmaß angenommen, immer mehr Grünflächen verschwinden, Hitzetage werden unerträglich. Es fehlt Schatten, Verdunstungskälte und die Abkühlung der Luft. Unsere Städte und Gemeinden u. die Menschen, die in ihnen leben, stehen vor dem Hitzekoller.

Etwa 46 % der Siedlungs- und Verkehrsfläche Deutschlands ist versiegelt und täglich werden es 56 Hektar mehr. Um den Hitzewellen langfristig zu begegnen, braucht es Maßnahmen, die Städte grüner und resilienter machen, so der BN. Das kann eine Kombination aus Wasserrückhalt durch stärkere Begrünung, Entsiegelung und das Anlegen von Versickerungsmulden sein. Übergreifende Ansätze wie Schwammstadt-Konzepte schaffen langfristige Klimawandelanpassungen und sorgen für ein gesundes Klima für alle. Für den Wasserhaushalt in Städten u. Gemeinden gibt es durch die Versiegelung vorrangig zwei unmittelbare Auswirkungen: Einerseits kann Regenwasser weniger gut versickern und die Grundwasservorräte auffüllen, zum anderen steigt das Risiko, dass es bei starken Regenereignissen zu örtlichen Überschwemmungen kommt, da die Kanalisation die Wassermassen nicht fassen kann. Wir brauchen mehr natürlichen Speicherraum für Wasser, das wertvolle Regenwasser einfach in die Kanalisation abzuleiten ist nicht mehr zeitgemäß. Durch die Anreicherung des Grundwassers mit Regenwasser wird der natürliche Wasserhaushalt unterstützt und das anfallende Wasser kann von den Stadtbäumen genutzt werden. Auch fallen siedlungsnahe Erholungslandschaften, wie Grünanlagen, aber auch Kleingärten der Versiegelung zum Opfer. Urbane grüne und blaue Infrastruktur, wie Grünanlagen oder Gewässer sind  zwingend notwendig für den Menschen, besonders in Zeiten des Klimawandels. Wir brauchen mehr grüne Freiräume. Wasser, Natur, Plätze und Parks sind eine notwendige Infrastruktur in den Gemeinden der Zukunft, um ein lebenswertes Umfeld zu sichern. Der BN kritisiert weiter, dass mit der Versiegelung die Lebensraumfunktion und die Fruchtbarkeit des Bodens verloren gehen. Das hat wiederum negative Effekte auf die Bodenfauna und die Artenvielfalt im Allgemeinen. Das Motto muss lauten: Grünfläche statt Parkplatz.

Der erste Ansatzpunkt ist daher, eine nachhaltige Siedlungsentwicklung zu betreiben, um eine Neuversiegelung zu vermeiden. Dabei muss das Konzept der ‚Doppelten Innenentwicklung‘ angewendet werden. Das heißt, Flächenreserven im Siedlungsbestand nicht nur baulich, sondern auch mit Blick auf urbanes Grün zu entwickeln. Stadtnatur muss integrativer Bestandteil von Stadtplanung werden.

Mehr Infos: www.bund.net/themen/naturschutz/stadtnatur-gruene-freiraeume-schaffen/