KLIMAFRÜHSTÜCK

Weniger Fleisch und Bio aus der Region ins Körbchen.

Was ist ein Klimafrühstück? Das erfuhren zwölf Grundschüler, die sich mit dem BUND Naturschutz am 02. November in der Schülerbetreuung Krombach im Katholischen Kindergarten getroffen haben.

14.11.2017

Dass ein Klimafrühstück etwas anderes ist, als ein normales Frühstück wurde den Krombacher Schülern schnell klar.Was hat das Klima mit unserem Essen zu tun, und kann unser Ess- und Kaufverhalten das Klima beeinflussen? Wo kommen unsere Lebensmittel eigentlich her, haben sie  weite Wege? Sind sie gesund, ist Bio vielleicht besser anstatt konventionelle Nahrungsmittel? Was hat unser Essen mit dem Tierwohl zu tun?

Wir machen uns Gedanken über das Wetter und Klima. Das Wetter bezieht sich auf einen kurzen Zeitraum von einigen Tagen, und eine begrenzte Region. Wir benutzen dabei Begriffe wie Regen, Sonnenschein, Hitze, Kälte, Wind, ……… Das Klima betrachten wir über einen deutlich längeren Zeitraum von ca. 30 Jahren und auch für eine bestimmte Klimaregion. Klimatische Einflüsse sind bedingt durch Luft, Ozeane, Eis der Polkappen und Gletscher, Vegetation, Böden, und letztendlich der Mensch.

Zurzeit sprechen wir vom sogenannten Klimawandel, der hauptsächlich durch die Verbrennung fossiler Stoffe (Kohle, Erdöl), Waldrodungen und Landwirtschaft verursacht wird. Einfach erklären lässt sich dies mit der Darstellung eines Gewächshauses (Treibhauseffekt): Die Sonnenstrahlen erhitzen das Gewächshaus, und sorgen für ein wärmeres Klima und ein besseres Wachstum der Pflanzen. Wenn es zu heiß wird kann man z.B. einfach ein Fenster öffnen. Durch die massive, weltweite Verbrennung fossiler Stoffe (und auch anderer Ursachen), sorgt der Mensch aber dafür, dass sich dieser sogenannte Treibhauseffekt auf die gesamte Erde auswirkt. Unsere Lufthülle der Erde heizt sich auf, und die Gase (z.B. CO2, Methan) die in die Atmosphäre aufsteigen, verhindern, dass die Wärme wieder in ausreichendem Maß ins All zurückgestrahlt werden kann.

Im Mittelpunkt des „Klimafrühstücks“ steht aber das gemeinsame Frühstück: Vorgestellt wurden einzelne Lebensmittel, bei denen besonders Kinder gerne zugreifen. Die Werbung trägt hier im Übrigen auch ieine besondere Rolle bei. Nuss-Nougat-Creme z.B. besteht zu ihren Hauptteilen meistens aus Palm-Fett und Zucker, und ist deshalb gar nicht gesund. Aber auch das Auszählen der vielen Zuckerstückchen, die darin enthalten sind, schreckt die meisten Kinder nicht vor dem Verzehr ab. Es ist in kleinen Mengen sicher auch nicht schädlich, wenn man sich ansonsten abwechslungsreich ernährt. Palm-Fett ist in ganz vielen Produkten (Nahrungsmittel, Kosmetik, Bio-Sprit) enthalten, und wird heute hauptsächlich in Südostasien angebaut. Für die riesigen Palmplantagen wird der Urwald gerodet (Brandrodung) zum großen Nachteil von Natur und Umwelt.

Viele Lebensmittel haben auch schon weite Transportwege hinter sich, wenn sie bei uns auf dem Teller landen. Viel Obst und Gemüse kommt per Schiff, Flugzeug oder LKW aus fernen Ländern zu uns. Das würde sich zum Teil erübrigen, wenn wir Lebensmittel aus der Region kaufen und auch saisonal kaufen. Die einzelnen Herkunftsländer haben wir auf dem Weltglobus gesucht, und zudem Obst und Gemüse nach einem Saisonkalender beurteilt.

Zum Probieren gab es heute als Variante zur herkömmlichen Kuhmilch, eine Hafermilch. Es zeigt sich, dass alle Kinder sie ganz gerne mochten. Hafermilch ist rein pflanzlich. Diese Milch zu verwenden wäre sicherlich nur ein kleiner Beitrag um schädliche Klimagase zu verhindern, ein viel größerer Anteil der Treibhausgase entsteht durch den generellen, stetig ansteigenden Fleischkonsum, durch immer größer werdende Tieraufzuchten und Futtermitteltransporte.

Im Anschluss an das Frühstück haben wir uns in einem Kreis zusammengesetzt und uns überlegt wie wir mit unserem Kaufverhalten Einfluss auf die Lebensmittelerzeugung ausüben können, und dabei auch etwas für das Tierwohl tun können. Als Beispiel nahmen wir die Hühnerhaltung: Der Stempel auf einem Ei gibt uns Aufschluss über die Haltungsbedingungen der Vögel, und man kann erkennen woher die Eier kommen. Als kleine Merkhilfe hat Dagmar Förster vom BN die kleine Broschüre das „Eiereinmaleins“ mitgebracht und erklärt. Auch die Herkunft der Milch wurde etwas genauer betrachtet. Anhand von Bildern konnten die Kinder unterschiedliche Haltungsbedingungen der Rinder betrachten. Am besten gefiel dabei natürlich die Weidehaltung, bei der auch die Kälber bei ihren Müttern bleiben können. Mit dem gezielten Kauf von Milch kann man entscheiden, ob man Tiere aus einer guten oder einer schlechteren Haltungsform begünstigt.

Zum Abschluss haben wir unser Wissen bei einem Klimaquiz getestet: Hier ging es um Ursachen und Auswirkungen des Klimawandels, und was man für den Klimaschutz tun kann. Es zeigte sich, dass bei den ungefähr 10 Jahre alten Kindern schon ein sehr breites Wissen über die Klima-Problematik vorhanden  und  im Bewusstsein verankert ist. Jedem Schüler wurde nach der VA bewusst, wie er mit kleinen Schritten selbst etwas tun/verändern kann.

Dagmar Förster