Hausbau für die Wildbienen – „Aschaffenburg summt“ nun auch an der Grünewaldgrundschule

Den 15 Schülern der Ethikklasse von Astrid Riedenauer an der Grünewald Grundschule und Dagmar Förster vom BUND Naturschutz liegt der Schutz der Wildbienen am Herzen. Die Idee wurde bereits am Tag der Einweihung der Umweltstation gefasst. Hier kamen Frau Riedenauer von der GS und Frau Förster vom BUND Naturschutz schnell ins Gespräch, was alles zum Schutz der Insekten und Wildbienen unternommen werden kann.

Ende Juni fand ein Ideenfindungs-Gespräch statt, wie mit ca. 8jährigen Grundschülern ein großes Insektenhotel auf dem Schulgelände verwirklicht werden kann.

Am 10. Juli war es dann soweit: gleich in der Früh wurden auf dem Schulhof die unterschiedlichen Baumaterialien zusammengetragen. Im Vorfeld wurde einige Tage zuvor vom Gartenamt Aschaffenburg der große, standsichere „Rohbau“ des Insektenhauses an einem geeigneten, sonnigen Standort aufgestellt.

Kinder der Grünewaldgrundschule
05.08.2018

Bevor es mit dem Bestücken des Hauses losging, wurde besprochen warum es so wichtig ist, auch in der Stadt etwas zum Schutz der Wildbienen zu tun. Die Lebensräume für die Insekten in der offenen Landschaft werden immer geringer. Es fehlen Blühflächen und abwechslungsreiche, artenreiche Vegetation. Spritzmittel und Bodenversiegelung machen den Insekten darüber hinaus das Leben schwer. Für einen kleinen Ausgleich in der Stadt sorgen mittlerweile einige Hobby-Imker und -Gärtner. Auch einen Balkon kann man Insektenfreundlich gestalten und bepflanzen. Möglichkeiten gibt es viele, wenn man berücksichtigt wie Wildbienen leben, oder was sie zum Leben brauchen.

 

Im Anschluss an die Gesprächsrunde konnten die Kinder eine der unterschiedlichen Arbeitsstationen auswählen: An einer Station wurden Ziegelsteine von einer Seite mit feuchtem Lehm verschlossen, in die dann später von der anderen Seite Pflanzenstängel gesteckt wurden. An einem anderen Platz sind die unterschiedlichen Pflanzenhalme zurechtgeschnitten worden, die entweder in Blechdosen (oder in die Steine) gesteckt wurden, oder einfach gebündelt. An einer anderen Station sind Löcher in unterschiedliche Holzteile gebohrt worden. Das war für die Kinder sehr spannend, da der Umgang mit einer Bohrmaschine sicher nicht alltäglich ist. Letztendlich haben dies aber Jungen wie Mädchen allesamt gut bewerkstelligt, natürlich mit anfänglicher Hilfestellung. Danach mussten die gebohrten Löcher so geschliffen werden, damit sich später keine Biene an den Holzsplittern ihre Flügel verletzen kann.

 

Nachdem viele Einzelteile fürs Insektenhaus fertiggestellt waren, ging es ans Einrichten des riesigen Rohbaus. Alles musste wie ein Puzzle zusammengefügt werden, und so gesichert werden, dass nichts herausfallen kann. Übrige Lücken sind mit kleinen Holzstückchen und trockenem Moos gefüllt worden. Wenn später noch eine Rückwand angebracht wird und von vorne ein Schutzdraht, kann sich das fertige „Bienenhotel“ wirklich sehen lassen.

 

Im Nachhinein soll auch der Standort des Hauses noch etwas bienenfreundlicher bepflanzt werden. Zwar sind in dem etwas verwilderten Rosenbeet schon einige Wildpflanzen und ein großer Schmetterlingsflieder, doch das gibt noch nicht genügend Futter für die Bienen. Im Herbst sollen noch einige „Futterpflanzen“ für die Bienen hinzukommen. Erfolg hat man mit einem Bienenhaus nur, wenn die Insekten an dem Standort etwas zum Essen vorfinden, d.h. Pollen und Nektar sammeln können.

 

Zum Schluss muss noch etwas besonders Positives herausgestellt werden: Die Kinder haben mit einer großen Freude an dem Projekt mitgearbeitet. Das lag sicher auch an der guten Vorbereitung und dem Vermitteln von Vorkenntnissen durch die Lehrerin. Denn viele der Kinder haben selbst „Baumaterial“ mitgebracht, und ein Kind hatte sogar eigenes Werkzeug von Daheim dabei.