EIN TAG AUF DER STREUOBSTWIESE Von der Blüte zum Apfel - vom Apfel zum Saft

Bilderbuchwetter hatten sich die Kinder der Kolpingschule für ihren Projekttag „Lebensraum Streuobstwiese“ mit dem BUND Naturschutz gewünscht und strahlenden Sonnenschein erhalten. Die Klassenfahrt zu einer alten Streuobstwiese am Anwandeweg bot den 17 SchülerInnen der Kolping-Schule aus Aschaffenburg ein abwechslungsreiches Programm.

16.11.2018

Begleitet von der Klassenlehrerin Frau Dietrich und der Umweltpädagogin Monja Hofmann, konnten die Kinder für dieses Jahr noch einmal so richtig Natur erleben. Leider sind Streuobstbestände stark bedroht und auch hier im Anwandeweg werden bald die Bagger anrollen. Die hochstämmigen Bäume, die verstreut in der Landschaft stehen, tragen unterschiedliches Obst, wie Äpfel, Birnen, Kirschen, Pflaumen oder Walnüsse. Es sind von Menschen geschaffene Kulturlandschaften, die man „Streuobstwiese“ nennt (auch als Arche Noah für alte Obstsorten bekannt). Auf einer Streuobstwiese wohnen mehr als 5.000 unterschiedliche Tier- und Pflanzenarten und einige davon haben wir in den unterschiedlichen Stockwerken kennen gelernt. Ein alter Apfelbaum wurde genau untersucht. In der "oberen Etage“ bieten die Obstbäume verschiedenen Tierarten Unterschlupf. Typische Vogelarten sind Steinkauz, Wendehals, Grün- und Buntspecht. Im alten, knorrigen Obstbaumgehölz finden auch Fledermäuse und Siebenschläfer Unterschlupf, unter den Rindenritzen im Baumstamm können sich Hornissen einnisten. Neben all dem Obst ist auch Honig ein typisches Streuobstwiesenprodukt. Gerne platziert der Imker sein Bienenvolk, das vor allem auf die Apfelblüte "fliegt", neben einer Streuobstwiese. Nachdem im November kaum noch Äpfel an den Bäumen hingen, hatte Monja vorgesorgt. Mit ausreichend Äpfeln im Gepäck wurde auf einem schönen Wiesenstück das Lager aufgeschlagen. Anschließend wurde so mancher Apfel verkostet, denn als Vitalstofflieferant, hat so ein Apfel ganz viele Vitamine und ist für alle Kinder sehr gesund. Aber bevor wir den Apfel essen durften, konnten wir noch erfahren wie ein Apfel von innen ausschaut. Ganz gespannt waren die Kinder natürlich, wie wir mit den vielen Äpfeln Apfelsaft selbst herstellen können. Wir mussten zuerst die Äpfel waschen, dann klein schneiden und dann kamen sie in einen Häcksler und von da in die Saftpresse. Das macht schon Arbeit, bis wir endlich unsere Becher unter die Apfelpresse halten konnten, denn Arbeit macht bekanntlich durstig. Zum Abschluss dieses ereignisreichen Tages durften die Kinder aus gesammelten Naturmaterialien noch ein Bild gestalten. Mit zufriedenen Gesichtern und einem Rucksack voller Erinnerungen machten sich die Kinder auf den Heimweg.